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Das Stimmvolk hat gesprochen. Im Oberwallis
sind zwei Drittel all jener, die am vergangenen Wochenende an die Urne
gingen, gegen eine erleichterte Einbürgerung der bei uns geborenen
Ausländer. Das Resultat ist zu akzeptieren aber auch zu kommentieren.
Die Gründe für das klare Nein sind vielschichtig: Die Angst
um den eigenen Arbeitsplatz, der einem von einem Ausländer streitig
gemacht werden könnte, die teilweise negativen Erfahrungen mit Zugewanderten
aus dem ehemaligen Jugoslawien und die Unzufriedenheit mit der Asylpolitik
mögen die Politseele beeinflusst haben. Denn rationale Gründe
können kaum zu einem derart wuchtigen Nein geführt haben. Hier
wären die Fakten nämlich klar: Die Italiener haben für
uns den Simplon- und Lötschbergtunnel gebaut. Auf dem Bau und im
Tourismus sind wir noch heute auf ausländische Arbeitskräfte
angewiesen. Kurzum: Ohne Ausländer käme es in unserer Oberwalliser
Wirtschaft zum Kollaps. Uns würden nicht bloss Tausende von Mitarbeitern,
sondern auch Konsumenten fehlen. Laut jüngster Statistik lebten Ende
Juni 49695 Ausländer im Wallis. Sie stellen für unsere
Volkswirtschaft einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar. Sie bezahlen
Steuern und Mieten. Und auch sie sichern durch ihren Konsum wiederum Arbeitsplätze.
Bei einem positiven Volksentscheid hätten viele von ihnen einfacher
den Schweizer Pass erwerben können.
Doch das Volk hat anders entschieden nämlich zu kurzsichtig.
Ein Gommer Gemeindepräsident hat einmal gesagt: Wir brauchen eine
aktive Zuwanderungspolitik. Ansonsten ge-hen die Schulen zu und die Dörfer
drohen auszusterben. Er gehört mit seiner Weitsicht wohl zu einer
krassen Minderheit.
Für viele Ausländer unter uns bleibt die Türe also
zu. Dafür öffnen sich bei uns die Pforten für rechtsbürgerliches
Gedankengut. Das Abstimmungsergebnis lässt erahnen, wie hoch das
SVP-Wahlpotenzial in unserem Landstrich in etwa ist...
Ihre
Meinung interessiert uns!
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