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Wahltag ist Zahltag diese Feststellung
trifft in den wenigsten Fällen zu. Zum einen werden kaum immer jene
in ein Amt gewählt, die den stärksten Leistungsausweis haben.
Zum anderen gibts für Gemeinderäte vielerorts ein äusserst
bescheidenes Honorar.
In den grossen Gemeinden, wo die PräsidentInnen eine Fünfzig-Prozent-Anstellung
haben und die Gemeinderäte pro Woche rund einen Tag für ihr
Mandat einsetzen müssen, geht die Entlöhnung wohl in Ordnung.
In mittleren und kleineren Gemeinden, wo sich Ratsmitglieder oft mit nicht
minder komplexen Aufgaben konfrontiert sehen, ist die Entschädigung
schon fast symbolisch. Wenn es sich Gemeinden nicht mehr leisten können,
ihre Ratsmitglieder mindestens so gut zu bezahlen wie die Raumpflegerin,
die das Schulhaus reinigt, dann stimmt etwas in dieser Republik einfach
nicht.
Kritiker mögen einwerfen, dass man nicht des Geldes wegen ein
öffent-liches Amt antreten sollte. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Wer als Gemeinderat an allen Sitzungen, Ortsschauen etc. teilnehmen muss,
kann dies kaum alles in der Freizeit erledigen.
Bei Politikern verhält es sich ähnlich wie bei Offizieren:
Früher waren Militärkarrieren im Berufsleben hilfreich. Heute
werden die zu häufigen armeebedingten Absenzen vom Arbeitgeber kaum
mehr geschätzt. Der Unterschied: Über den Sold des Wehrmanns
wird wenigsten ein Teil der Absenz abgegolten. Übertragen auf die
Kommunalpolitik heisst das: Ob Angestellter oder Selbstständig-erwerbender
wer während der Arbeitszeit im Dienst der Gemeinde unterwegs
ist, soll entsprechend entschädigt werden. Die Zeit der Feierabend-Politiker
neigt sich angesichts der komplexen Herausforderungen wohl dem Ende zu.
Geiz ist geil mag bei all dem Überangebot auf manche
Shoppingtour zutreffen. In der Politik aber sind gute Kandidaten Mangelware
und deshalb entsprechend zu bezahlen!
Ihre
Meinung interessiert uns!
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