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Die Entschädigung der Gemeinderatsmitglieder ist sehr unterschiedlich und oft ein Tabu-Thema
Das sind uns die Gemeinderäte wert

 

Oberwallis / Das Amt eines Gemeinderates wird immer anspruchsvoller, die Suche nach geeigneten Kandidaten immer schwieriger. Ein möglicher Grund: Die Ratsmitglieder sind je nach Gemeinde sehr unterschiedlich bezahlt. Das zeigt auch eine RZ-Umfrage bei verschiedenen Gemeinden.

Von German Escher

Das Klagelied der Ortsparteien ist nicht zu überhören: Es werde immer schwieriger, Kandidaten für den Gemeinderat zu finden. Kein Wunder: Die Mandatsträger sind nicht nur der öffentlichen Kritik ausgesetzt, sie sind oft auch schlecht bezahlt. Das stellte auch das Büro BPT in einer Erhebung vor vier Jahren fest. In kleinen Gemeinden sind Jahrespauschalen von 1’500 Franken plus Sitzungsgelder von 17 Franken pro Stunde keine Seltenheit. Auch in mittelgrossen Gemeinden (bis 3’000 Einwohner) wird das Ratsmitglied oft nach einem komplexen System von Pauschalen (2’500 bis 12’000 Fr.) und Sitzungsgeldern bis zu 60 Franken entschädigt. Grössere Honorarpauschalen plus Fixspesen kennen nur die grösseren Gemeinden.

Mindestlöhne vorgeschlagen
Als Richtlinie hat die im Auftrag der Oberwalliser Gemeinden erstellte Studie Mindestentschädigungen definiert. In kleinen Gemeinden wird für den Gemeindepräsidenten 10’000 Franken, in mittleren Gemeinden (bis 1’000 Einwohner) 15’000 Franken und in mittelgrossen Gemeinden (bis 3’000 Einwohner) eine Jahrespauschale von 20’000 Franken vorgeschlagen. Der Vizepräsident sollte die Hälfte des Präsidenten, ein Ratsmitglied in etwa einen Drittel der Entschädigung des Präsidenten bekommen. Für ausserordentlichen Arbeitsaufwand wird der minimale Stundenlohn auf 25 Franken und der Ansatz für zwei- bis dreistündige Sitzungen auf 75 Franken festgelegt.

Es besteht Handlungsbedarf
Eine RZ-Umfrage bei den Gemeinden zeigt ein unterschiedliches Bild: In kleineren Gemeinden spricht man nach wie vor nicht gerne über die Löhne der Gemeinderäte, die allerdings oft in Anlehnung an die Empfehlungen angepasst wurden. Unterschiede bestehen aber nach wie vor. Wirklich zeitgemäss erscheint die Entlöhnung nur in den grossen Gemeinden.

Auch Oliver Schnyder, Sekretär des Verbandes Walliser Gemeinden, ist der Ansicht, dass die Oberwalliser Gemeinderäte in der Regel zu schlecht bezahlt sind. Also sparen die Gemeinden am falschen Ort? „Die Arbeit in einer Gemeindeverwaltung ist heute sehr zeitintensiv und anspruchsvoll. Hier besteht durchaus Handlungsbedarf, nicht zuletzt auch im Vergleich zu den Unterwalliser Gemeinden. Eine an-gemessene Entschädigung würde sich für eine Gemeinde zweifellos bezahlt machen.“ Eine zeitgemässe Entlöhnung würde laut Schnyder vor allem Arbeitnehmern eine bessere Möglichkeit bieten, mit dem Arbeitgeber eine tragbare Lösung für ein Gemeinderatsmandat zu finden.

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