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Salgesch / Nachdem er eine Zeit lang praktisch
jedes Jahr den Verein wechselte, scheint Patrick Oggier nun sesshaft zu
werden. Bereits die fünfte Saison in Folge spielt er in Salgesch.
Doch trotz seiner Erfahrung liegen die Weindörfler an zweitletzter
Stelle.
Von Markus Pianzola
Wo ich aufgewachsen bin, gab es als Kind nur zwei Möglichkeiten:
Entweder die Dorfmusik oder den Fussballklub. Ich habe mich für die
zweite Variante entschieden, erklärt Patrick Oggier mit einem
breiten Grinsen. Seine ersten Schritte als Fussballer machte der Unterwalliser
bei den Junioren des FC Miège als linker Verteidiger. Erst als
zwölfjähriger stand er erstmals zwischen den Pfosten. Ich
musste ins Tor, da unsere Mannschaft sonst keinen Torhüter gehabt
hätte, erinnert er sich zurück. Auf dieser Position ist
er dann auch bis heute geblieben.
Früher ein Wandervogel
In seinem Fussballer-Leben spielte Oggier bereits in Miège,
Siders, Raron, Fully, Brämis und Salgesch. Bei den Weindörflern
ist er bereits zum dritten Mal aktiv. Waren seine ersten beiden Gastspiele
jeweils von eher kurzer Dauer, absolviert er dieses Mal nun schon bereits
seine fünfte Saison in Salgesch. Mitt-
lerweile 31-jährig, nennt er seine Erfahrung als eine seiner grössten
Stärken. Hingegen sieht er die Konzentration als eine seiner Schwächen
an. Dazu sein Trainer Moez Bououkaz: Ist er voll konzentriert, spielt
er wie ein 1.Liga-Torhüter. Wenn nicht, schleichen sich Fehler ein
und er zeigt manchmal schwache Reflexe.
Gute Stimmung als Aufgabe
Keine Tore kassieren, erklärt er lachend, angesprochen
auf seine Aufgabe im Team. Ich bin nicht der Typ, der in der Kabine
zur Mannschaft spricht, das erledigt der Captain. Gute Stimmung verbreiten,
das ist schon eher meine Sache. Ähnlich sieht das sein Trainer:
Durch die lange Zeit hier in Salgesch und seine Erfahrung ist er
einer der Leader der Mannschaft. Es ist klar, dass in der momentanen Situation
die Stimmung im Team nicht die beste ist. Mit seinem Charakter und seinen
Scherzen kann er da für Entspannung sorgen.
Mentale Schwächen
Fürwahr, die Lage der Salgescher ist momentan alles andere als
rosig. Nachdem man in den ersten zwei Spielen vier Punkte verbuchen konnte,
folgten zuletzt sechs Niederlagen in Serie. Es ist nicht eine Frage
der körperlichen Unterlegenheit, in diesem Bereich können wir
mit den Gegnern mithalten. Uns fehlt einfach die mentale Stärke,
einen Sieg über die Runden zu bringen. Es kommt oft vor, dass wir
in Führung gehen. Doch anstatt den zweiten Treffer zu suchen, ziehen
wir uns zurück, kommen in Bedrängnis und erhalten vermeidbare
Gegentore, analysiert der Schlussmann die aktuelle Situation. So
auch am vergangenen Sonntag gegen Bagnes: Die ersten 35 Mi-
nuten haben wir dominiert, müssten eingentlich führen. Danach
erhalten wir noch vor der Pause zwei dumme Gegentore. In der zweiten Hälfte
vermochten wir dann nicht mehr zu reagieren, zeigt sich Oggier enttäuscht.
Es ist schwierig zu sagen, was bei uns momentan schief läuft.
Vielleicht fehlt uns auch ein echter Führungsspieler, mutmasst
er. Doch eines ist für ihn klar: In den verbleibenden drei
Spielen gegen Orsières, Saxon und Brig müssen neun Punkte
her, sonst wird es im Frühling extrem hart.
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