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Andy Furrer gilt als eines der grössten Nachwuchstalente des EHC Visp
„Uns fehlt eine Leaderfigur“

 

Visp / Er ist das jüngste Mitglied des Visper NLB-Teams und gilt als eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente. In der RZ spricht Andy Furrer über den bisherigen Saisonverlauf, seine Erfahrungen und sagt: „Unsere Leistungen sind noch zu wenig konstant.“

Von Markus Pianzola

Er ist erst 16-jährig und kam trotzdem schon zu Einsätzen in der ersten Mannschaft des EHC Visp: Andy Furrer ist eine der Überraschungen der noch jungen NLB-Saison. „Ich hätte nie gedacht, dass ich bereits in diesem Jahr zum Spielen komme“, gibt er immer noch ein wenig ungläubig zu Protokoll. „Während des Sommertrainings und den Vorbereitungsspielen hat man bemerkt, dass er nicht weit entfernt ist vom Niveau der restlichen Mannschaft. Da er bei uns die Sportlerlehre absolviert, kann er jeweils die Trainings mit dem Team bestreiten. Als Mitglied der U 18 kann er sich so auch an den höheren Rhythmus gewöhnen und dadurch in der Nationalmannschaft bessere Leistungen erbringen“, erläutert Trainer Bruno Aegerter.

Leben fürs Eishockey
Bereits mit drei Jahren war der junge Andy erstmals auf Schlittschuhen anzutreffen. Ein Onkel hatte ihn damals auf die Eisbahn nach Saas Grund mitgenommen. Bis zu den Piccolos spielte er in Saas Grund, danach folgte der Wechsel nach Visp. Heute lebt er fast nur noch fürs Eishockey, viel Zeit für andere Dinge bleibt da nicht. Und auch diese verbringt er oft mit sportlichen Aktivitäten. „Fussball und Schwimmen sind meine Hobbies.“ Mit ein Grund für die karge Freizeit mag sein, dass er nebst der ersten Mannschaft auch nach wie vor bei den Junioren Elite mittrainiert und mitspielt. „Ich spiele sehr gerne bei den Junioren, für mich ist das sicherlich ein Dürfen und kein Müssen“, betont Furrer. Besteht keine Gefahr des Verheizens durch die vielen Trainings und Spiele? Dazu Trainer Aegerter: „Man muss schon aufpassen und die Entwicklung im Auge behalten. Beispielsweise hat er jeweils montags und dienstags trainingsfrei, da er an diesen Tagen die Schule in Fribourg besucht. Die meisten jungen Spieler wollen ja so viel als möglich auf dem Eis stehen. Zudem sagten Spieler wie Marcel Jenni oder Michel Zeiter, die in jungen Jahren in einer ähnlichen Situation waren, im Nachhinein, dass es das Beste war, was ihnen passieren konnte, so viel zu spielen.“

„Noch zu wenig konstant“
Andy Furrer ist eher einer von der ruhigeren Sorte. Reden gehört nicht zu seinen Stärken, er lässt lieber Taten sprechen. So stören ihn auch die Sprüche der Teamkollegen nicht, die er als Neuling und gleichzeitig Jüngster manchmal zu hören bekommt. „Sicherlich werde ich von den anderen manchmal aufgezogen, aber das kommt eher selten vor. Solche Sachen ignoriere ich dann einfach“, sagt er. Auf den bisherigen Saisonverlauf angesprochen, verliert er aber aussergewöhnlich deutliche Worte: „Unsere Leistungen sind noch zu wenig konstant. Häufig folgt auf ein gutes Spiel ein schlechtes. Dementsprechend ist auch die Stimmung in der Mannschaft momentan nicht so gut. Zudem fehlt im Team eine Leaderfigur, auch die Ausländer erfüllen diese Aufgabe derzeit noch nicht.“

„Talent alleine reicht nicht“
Und wo sieht der junge Furrer seine eigenen Stärken und Schwächen? „Im Körperspiel und bei der Defensivarbeit habe ich sicherlich noch Defizite. Als Stärken würde ich meine Ausdauer und die Schnelligkeit bezeichnen“, wagt er eine Selbstbeurteilung. „Seine grösste Stärke ist, dass er noch jung ist“, erklärt Trainer Aegerter lachend. „Er hat ein sehr gutes Spielverständnis, kann sich schnell an einen höheren Rhytmus anpassen, ist schlittschuhläuferisch und auch technisch stark“, führt Aegerter weiter aus. Verbesserungspotenzial sieht der Trainer noch in allen Bereichen: „Er macht seine Sache bisher recht gut und ist auf einem guten Weg. Aber Talent alleine reicht nicht, Erfolg kommt nicht ohne Arbeit.“

 

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