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Paul Henzen lebt mit seiner Familie in einem der neuen Mehrfamilienhäuser in Gondo
Die Zukunft hat begonnen

 

Gondo / Mit einer grossen Einweihungsfeier werden heute in Gondo die neuen Mehrfamilienhäuser, die Gemeindekanzlei, die Burgerstube, das Parkhaus und der Dorfplatz eingeweiht. Die RZ war für einen Augenschein vor Ort.

Von Walter Bellwald

In einer der 5-Zimmerwohnungen wohnen seit dem 1.Oktober Paul Henzen und seine Familie. „Wir fühlen uns wohl hier und haben uns bestens eingelebt“, so der einhellige Tenor.

Von Bern nach Gondo
Seit 1996 wohnt die Familie in Gondo. Nachdem Paul (38), ein gebürtiger Simpiler und gelernter Anlage- und Apparatebauer, eine Stelle bei der früheren EES (heute Hydro Exploitation) in Gondo angeboten bekam, zögerte er nicht lange und entschloss sich nach Rücksprache mit seiner Frau, von der Bundeshauptstadt in den kleinen Grenzort zu wechseln. „Es war ein interessantes berufliches Angebot mit der Auflage, in Gondo zu wohnen.“ Gesagt, getan. Also zügelten Paul und seine Frau Anna (37), eine gebürtige Portugiesin, nach Gondo. „Anfangs war es ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aus einer Grossstadt in diesen kleinen Ort zu wechseln“, schaut Anna zurück. „Aber mittlerweile gefällt es mir hier sehr gut.“ Auch den Kindern Sandra (8) und Philipe (5) ist der Ort und die Umgebung mehr als vertraut. Nach dem schweren Unwetter im Oktober 2000 musste die Familie vorübergehend nach Simplon-Dorf zügeln. „Da stellte sich schon die Frage, ob wir überhaupt nach Gondo zurückkehren sollten“, erinnert sich Paul. „Aber die Kinder wollten nicht weg und darum haben wir uns entschieden, in Gondo zu bleiben.“ Bis heute haben sie ihren Entscheid nicht bereut.

Wunden heilen langsam
Als die Gemeinde neue Wohnungen in Aussicht stellte, nahm die Familie Henzen dankend an. „Wir waren sehr froh um das neue Angebot“, weiss Anna. „Vor allem die räumlichen Verhältnisse kamen uns sehr entgegen.“ Den Jahrestag der Katastrophe begeht sie mit allen anderen Einwohnern des kleinen Dorfes. „Es ist nicht einfach, über das Unglück hinwegzukommen“, sagt Anna und etwas nachdenklicher: „Die Wunden heilen nur langsam.“ Derweil erzählt Sandra über ihren Schulalltag. Fast alles mache sie gerne, erzählt das aufgeweckte Mädchen. „Üsser Rächnu und Schönschriebu“, fügt sie an. Schade nur, dass nicht noch mehr Kinder in Gondo wohnen würden, dann wäre die Schule noch schöner, meint sie vielsagend. Während seine Schwester erzählt, tanzt der kleine Philipe durchs Wohnzimmer. Kein Zweifel, auch die Kinder fühlen sich wohl im neuen Heim.

 

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