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Die Saastal-Gemeinden wollen vorläufig nicht mehr über Fusionen reden
Kritische Finanzen im Saastal

 

Saastal / Trotz – oder gerade wegen – der prekären Finanzlage der drei Gemeinden Saas-Balen, Saas-Grund und Saas-Almagell kommt im Saastal vorläufig keine Fusion zustande. Trotzdem bestünde dringender Handlungsbedarf.

Von Ruth Seeholzer

Das Wort ‚Fusion‘ haben die Saastal-Bewohner momentan wieder aus ihrem Wortschatz gestrichen. „Wir sind noch nicht bereit“, erklären Bruno Kalbermatten, Gemeindepräsident von Saas-Balen, und Erich Andenmatten, Gemeindepräsident von Saas-Almagell, unisono. Saas-Grund jedoch wäre einer Fusion nicht abgeneigt gewesen. Georg Anthamatten, Gemeindepräsident von Saas-Grund, ist überzeugt: „Wir werden früher oder später um eine Fusion nicht herumkommen.“

Hoch verschuldete Gemeinden
Dass Fusionen kein Allerweltsheilmittel gegen überschuldete Gemeinden sind, ist inzwischen den meisten bewusst geworden. Erich Andenmatten, Gemeindepräsident von Saas-Almagell, sagt es mit deutlichen Worten: „Es hat keinen Wert, drei Kranke zusammen zu führen.“ Da sind sich alle drei Gemeindepräsidenten einig. Und dass vor allem Balen und Almagell, aber auch Grund hoch verschuldet sind, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Saas-Grund konnte immerhin seine Pro-Kopf-Verschuldung von 20’000 auf 18’000 Franken herunterbringen. Und auch die Darlehen in der Höhe von zwei Millionen Franken, die Grund letztes Jahr zu einem grossen Teil von Privaten aufnehmen musste, um eine ESG-Anleihe zurückzuzahlen, konnten inzwischen bereinigt werden. „Die Leute staunten nicht schlecht, als wir ihnen bereits dieses Jahr ihr Darlehen zurückzahlen konnten“, so Georg Anthamatten gegenüber der RZ. „Einige wollten sogar das Geld da lassen.“ Und das bei einer Verzinsung von immerhin 4,5 Prozent.

„Ich befürworte Zwangsfusionen“
Auch Saas-Almagell ist inzwischen im Sanierungsprozess weit fortgeschritten. „Die Sanierung unserer Finanzen ist auf guten Wegen“, so Gemeindepräsident Erich Andenmatten. Für Almagell zeigt sich der Vorteil, dass diese Gemeinde keinerlei ESG-Anleihen gemacht hat. So drückt wenigstens dieser Schuh nicht. Ganz im Gegensatz zu Saas-Balen. Einige der getätigten ESG-Anleihen – in welcher Höhe wollte der Gemeindepräsident nicht verraten – sind in Bälde zurückzuzahlen. Wie das die kleine Gemeinde machen will, ist mehr als unsicher. In Balen werden sich wohl kaum Private finden, die wie früher in Saas-Fee und letztes Jahr in Saas-Grund ihrer eigenen Gemeinde aus der Finanzmisere helfen. „Eine reiche Patengemeinde wäre uns willkommen“, versucht es Bruno Kalbermatter, Gemeindepräsident von Saas-Balen, mit Galgenhumor. Sonst bleibt nur der Gang zum Staat. Doch da interveniert der Grunder Gemeindepräsident: „Sobald bei einer Gemeinde der Staat zahlen muss, ist meiner Meinung nach nur noch die harte Gangart möglich.“ Anthamatten weiter: „Ich bin ein klarer Befürworter von Zwangsfusionen.“ Für ihn steht fest, dass spätestens in vier Jahren die Saastal-Fusion wieder auf dem Tapet ist.

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