D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Erster Spatenstich für den neuen Bahnhof in Visp
Visp setzt zum Quantensprung an

 

Visp / Historischer Moment in Visp: Mit dem Spatenstich zum Neubau des Bahnhofs bricht im Lonzastädtchen ein neues Zeitalter an. Ab 2007 wird Visp zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Oberwallis.

Von German Escher

„Visp rüstet sich für den NEAT-Verkehr“, erklärt Hansjörg Hess, Leiter Infrastruktur und SBB-GL-Mitglied, vor den Medien. Hinter diesem lapidaren Satz verbirgt sich eine immense Arbeit und eine gewaltige Bautätigkeit, welche zum einen Anwohner während den nächsten drei Jahren belästigen, zum anderen aber das städtebauliche Gesicht von Visp verändern werden. Auch der Visper Gemeindepräsident René Imoberdorf sieht im neuen Hochbau ein städtebauliches Ordnungsprinzip von entscheidender Bedeutung. „Bis 2007 wird man das Bahnhofquartier nicht wieder erkennen“, stellt Imoberdorf fest. Einen wesentlichen Teil trägt die Gemeinde dazu bei, indem sie die Finanzierung zweier Obergeschosse im Bahnhofgebäude garantiert und das schon bestehende Parkhaus um 150 Plätze erweitert.

Gesamtvolumen: 300 Millionen
Mit ingesamt 15,5 Millionen Franken leistet die Gemeinde einen beachtlichen Beitrag an den Gesamtkosten des Bahnhofs Visp, welche sich laut SBB auf rund 90,5 Millionen belaufen. Insgesamt investieren die Bahnen im Raum Visp knapp 300 Millionen Franken – beispielsweise in ein 3. und 4. Geleise von Visp bis zum Tunnelportal, die Bahntechnik, das neue Stellwerk und die Lärmsanierung zwischen Raron und Brig. Vor den Medien gab sich Hansjörg Hess zuversichtlich, gemeinsam mit den Gemeinden und dem Bundesamt eine befriedigende Lärmschutz-Lösung zu finden. Der Chef Infrastruktur SBB macht aber auch keinen Hehl daraus, dass noch drei intensive Baujahre bevorstehen und appelliert gleichzeitig an die Geduld der Visper.

MGB-Trassee wird angehoben
Die ersten Arbeiten betreffen die Matterhorn Gotthard-Bahn. „Die MGB wird am Montag die Arbeiten westlich der Litternahalle in Angriff nehmen. Der Betrieb wird für sechs Wochen auf die Strasse verlegt. Das heutige MGB-Trassee wird auf das Niveau der SBB angehoben“, erklärt MGB-Direktor Hans-Rudolf Mooser. Beim Endausbau werden die MGB-Züge auf den Perrons 1 und 2 halten. Am Standort des heutigen MGB-Perrons entsteht der neue Busterminal mit 14 überdachten Abfahrtsplätzen. Den Fahrgästen wird somit der 300 Meter lange Fussmarsch zum heutigen Postauto-Standort erspart.

„Brig wird nicht deklassiert“
Im Dezember 2007 werden die Bauarbeiten beendet sein. Die Fahrzeiten nach Bern werden massiv verkürzt und nach Einschätzung von Staatsrat Jean-Jacques Rey-Bellet „im Vergleich zum Strassenverkehr konkurrenzfähig.“ Visp wird dann zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs, wo stündlich und gleichzeitig die Züge aus allen Himmelsrichtungen eintreffen werden und MGB und Postauto die Passagiere für die Feinverteilung übernehmen werden. Aber auch Brig-Glis-Naters als zweitgrösste Agglomeration des Kantons werde aus diesen Verbesserungen seinen Nutzen ziehen, betont Staatsrat Rey-Bellet: „Die zentrale Funktions des Bahnhofs Visp bedeutet keineswegs eine Deklassierung des Bahnhofs Brig.“ Auch der Bahnhof Brig werde in seiner Funktion als Grenzbahnhof durch die erwartete Zunahme des Personen- und Güterverkehrs sowie den Bau der MGB-Ostausfahrt aufgewertet.

Vollausbau gefordert
Staatsrat Rey-Bellet verweist aber auch auf das Handicap des Lötschberg-Basistunnels, der zu zwei Dritteln nur einspurig befahrbar sein wird. Das Wallis werde sich deshalb „für eine etappenweise Verwirklichung des vollständig zweispurigen Lötschbergtunnels mit Westanschluss und dem begleiteten Autoverlad“ einsetzen.

Ihre Meinung interessiert uns!


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: