|
Die Ausgangslage für die CSPO ist
nicht einfach: Bei den letzten Na-tionalratswahlen haben die gelben ihr
Mandat verloren. Und bei den kommenden Staatsratswahlen ist der gelbe
Sitz arg im Wackeln.
Aber so schnell geben die Gelben nicht klein bei. Zu recht verweist
etwa Parteipräsident Andreas Biner auf die Tatsache, dass die CSPO
in den Proporz-Gemeinden stärkste Partei ist. Er und seine Führungscrew
wissen aber ebenso, dass es aus den wenig ruhmreichen Nationalratswahlen
die Lehren zu ziehen gilt. Die CSPO hat sich diesem mitunter schmerzhaften
Erneuerungsprozess gestellt. Das Resultat ist ein neues Parteiprogramm,
das die CSPO nicht als Interessensvertreterverein, sondern als Volkspartei
darstellt, die auf klaren christlichen und sozialen Fundamenten steht.
Die Strategie stimmt: Will die CSPO nicht von der Schwesterpartei
aufgesogen werden, muss sie sich links der Mitte profilieren. Und hier
hat es im Unterschied zum rechten Parteienspektrum, wo nebst CVP auch
FDP und SVP um die Gunst der Wähler buhlen, am meisten Platz. Kommt
hinzu, dass die SP Oberwallis auch schon bessere Tage gesehen hat. Aber
um diese Chance zu nutzen, müssen den Worten auch Taten folgen. Dann
muss der gewerkschaftliche CSPO-Flügel, den man in den letzten Jahren
sträflich vernachlässigt hat, wieder gestärkt werden. Ansonsten
wird die CSPO definitiv zur gelben Kopie der CVPO. Und das bringt nebst
einer vorübergehenden Machterhaltung herzlich wenig.
Die CSPO hat erkannt, dass die Parteienlandschaft nach den Natio-nalratswahlen
2003 völlig anders aussieht. Umso spannender und unberechenbarer
werden die kantonalen Wahlen. Will die CSPO weiterhin an der Macht teilhaben,
braucht sie dringend diese neue Strategie, eine Überlebensstragie.
Ihre
Meinung interessiert uns!
|