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German Escher
Der Marsch nach Bern
 

Die Zeiten ändern sich: Einst gingen Linke, Grüne und betroffene Anwohner auf die Strasse, um gegen offizielle Autobahnvarianten zu kämpfen. Jetzt ruft die Kantonsregierung zur Demo auf – damit die A9 durchs Oberwallis endlich fertig gebaut werden kann. Die Botschaft: Der Autobahnbau darf nicht unter dem Sparhammer zertrümmert werden. Die vom Bund vorgesehenen Einsparungen würden laut Staatsrat den Nationalstrassenbau in „inakzeptabler Weise“ gefährden. Um sich dagegen zu wehren, braucht der Staatsrat das Volk.

So weit, so gut. Dennoch beschleicht mich der leise Verdacht, dass der Staatsrat bereits etwas früher an sein Volk hätte denken können. Auf oftmals berechtigte Begehren ging der Staatsrat häufig nicht oder nur sehr spät ein. Das Krisenmanagement in der Walliser Verkehrspolitik hat bisher nicht überzeugt. Die provisorische Umfahrung von Visp ist das jüngste Beispiel einer Vorgehensweise, die zu wenig auf Dialog setzt und deshalb oftmals zum Scheitern verurteilt ist. Das hat selbst das Bundesgericht bestätigt.

Doch blicken wir nach vorne. Der Leidensdruck für die verkehrsgeplagten Anwohner, die Automobilisten und die Wirtschaft ist zu gross, um sich der Geschichtsforschung hinzugeben und nach Schuldigen zu suchen. Jetzt müssen endlich Lösungen auf den Tisch und Baumaschinen aufs Feld. Vor diesem Hintergrund verdient der Staatsrat die Unterstützung seines Volkes, in dessen Interesse er letztlich auch agiert. Und es wird kaum das letzte Mal sein, dass der Staatsrat diese Hilfe benötigt. Unter der Sparpolitik des Bundes leidet nicht nur der Autobahnbau. Auch die Regionalpolitik, die Forstwirtschaft, der öffentliche Verkehr etc. drohen unter den Sparhammer zu kommen. Da kann ein überzeugender Auftritt in Bern nicht schaden – von unseren Parlamentariern während den Sessionen im Bundeshaus, vom Walliser Volk am Samstag auf dem Bundesplatz!


Ihre Meinung interessiert uns!


 

 

      
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