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Wo sind sie nur geblieben? Unweigerlich
kommt einem dieser leicht abgeänderte Hippiesong aus den Siebzigerjahren
in den Sinn, wenn man die Vertretung der Frauen in den Oberwalliser Gemeinderäten
etwas näher betrachtet. Auch wenn es einem dabei eigentlich gar nicht
mehr ums Singen ist. Nicht nur, dass wir in unserem Kantonsteil eine der
niedrigsten Frauenvertretungen in den Gemeinderäten haben
gesamtschweizerisch. Es ist auch weit und breit keine Tendenz auszumachen,
dass sich dies bei den nächsten Gemeinderatswahlen in knapp drei
Wochen ändern sollte. Im Gegenteil. Das einzige, das wir in Sachen
Frauenanteil zum Beispiel unseren welschen Kantonskollegen voraus hatten,
waren die Gemeindepräsidentinnen. Von denen gab es im Oberwallis
in der laufenden Periode immerhin sechs, währenddem das Unterwallis
nur zwei aufzählen kann. Aber auch diese Front beginnt bei uns zu
bröckeln. So treten bei den kommenden Wahlen die Präsidentin
von Naters, Edith Nanzer-Hutter, und diejenige von Baltschieder, Renata
Imseng, nicht mehr an.
Dabei wäre es doch gerade zum heutigen Zeitpunkt so güngstig
für die Frauen, sich in diese Gremien hinein zu drängen. Wer
will denn heute noch Gemeinderat werden? Für viele Männer ist
das keine attraktive Variante mehr, schliesslich verliert dieses Amt zusehends
an Einfluss, Respekt und Macht. Nur noch Bürden statt Würden.
Ähnlich geht es seit einigen Jahren den Medizinern. Seit man als
Herr Doktor nicht mehr der Gott in Weiss ist, hat der Frauenanteil
an MedizinstudentInnen markant zugenommen. Heute sind sie in der Überzahl.
Ein undenkbares Szenario, wenn uns das bei den Gemeinderätinnen
auch passieren würde?
Der Gemeinderat hat nach wie vor eine sehr wichtige Funktion in der
Gemeinde. Schauen wir, dass Junge und Alte, Männer und Frauen mit
Freude dieses Amt ausüben wollen.
Ihre
Meinung interessiert uns!
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