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Bern / Brig-Glis / Thomas Grünwald (40) ist
kein Mann von grossen Worten. Er bringt seine Gedanken lieber zu Papier.
Der sympathische Briger arbeitet bei der Schweizerischen Depeschenagentur
(sda) in Bern.
Von Walter Bellwald
Eigentlich wollte ich nach meiner sda-Stage
noch die Uni beenden. Aber irgendwie bin ich hier hängen geblieben,
stellt Thomas nüchtern fest. Inzwischen arbeitet er schon fünfzehn
Jahre bei der sda.
Auslandredaktor
Nach der Matura in Brig entschliesst sich der begeisterte Freizeitsportler,
der gerne wandert, Ski fährt und Tennis spielt, ein Studium der Germanistik,
Medienwissenschaft und Geschichte in Bern zu beginnen. Aber die Vorlesungen
über längst verstorbene Dichter vermögen ihn nicht wirklich
zu begeistern. Stattdessen sucht Thomas seine wahre Berufung als Journalist.
So bewirbt er sich erfolglos beim Walliser Boten und der Ringier-Journalistenschule.
Schliesslich landet er bei der sda und macht eine zweijährige Ausbildung
als Stagiaire. Heute arbeitet er im Teilzeitpensum (80 Prozent) als Redaktor.
180000 Meldungen
Die Büroräumlichkeiten der sda-Zentrale an der Berner Länggasse
sind hell und freundlich eingerichtet. 250 MitarbeiterInnen arbeiten hier
und in 18 Aussenbüros. Sie teilen sich in 192 Vollzeitstellen auf.
Jährlich werden insgesamt rund 180000 Meldungen in allen drei
Landessprachen verfasst. Damit liefert die sda den Informationsteppich
für fast alle Schweizer Medien. Eine der Ausnahmen ist der
Walliser Bote, so Grünwald. Die sda-Redaktion ist in vier verschiedene
Ressorts unterteilt: Wirtschaft, Kultur sowie In- und Ausland. Dazu gibt
es eine Online-Redaktion, die allgemeine Informationsdienstleistungen
für das Internet oder Handynutzer produziert. Auch Nachrichten-Bulletins
für Radiostationen werden von der Online-Redaktion zusammengestellt.
Im Schatten des Bundesrats
Thomas Grünwald ist in der Auslandredaktion tätig. Er schreibt
Berichte, Zusammenfassungen der wichtigsten Meldungen des Tages oder ganze
Hintergrundberichte. Zwischendurch besucht er auch Pressekonferenzen oder
geht, als besonderes Highlight, mit dem Bundesrat auf Reisen. So war er
unter anderem mit Bundesrat Samuel Schmid in Finnland oder mit Bundesrätin
Calmy-Rey auf dem Balkan. Ich bin gerne mit der Landesregierung
auf Stippvisite, gesteht Thomas. Dabei lernt man vielfach
auch die persönliche Seite der Bundesräte kennen. Vor
allem der frühere Bundesrat und heutige UNO-Sonderbotschafter für
den Sport, Adolf Ogi, hat ihn beeindruckt. Ogi versteht es, mit
den Leuten umzugehen. Seine herzliche und offene Art ist unnachahmlich,
schwärmt der sda-Redaktor. Thomas ist aber nicht nur mit den Bundesräten
unterwegs. So war er fünfmal am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.
Die ganze Ambiance ist einmalig und man lernt viele interessante
Leute kennen.
Arbeite gerne im Hintergrund
Die Arbeit bei der sda macht dem 40-Jährigen
immer noch sichtlich Spass. Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich
und vielfältig. Genauso die Arbeitszeiten. Auf der Redaktion
wird in einer Früh-, Mittel- und Spätschicht gearbeitet. Bei
uns steht das Produkt im Vordergrund, und nicht der einzelne Journalist,
betont Grünwald die Philosophie der sda-Gruppe. Daher mache es ihm
auch nichts aus, wenn sein Name in der Schweizer Presselandschaft nicht
geläufig ist. Ich arbeite gerne im Hintergrund, gibt
er sich bescheiden. In erster Linie will er mit seinen Beiträgen
die Leute informieren. Ich sehe mich weniger als Meinungsmacher,
denn als Informant, beschreibt er seine Aufgabe. Auf seine Zukunft
angesprochen, gibt sich er sich weltoffen. Ein Wechsel ins Inland-Ressort
wäre sicher eine reizvolle Herausforderung. Aber ich könnte
mir auch vorstellen, einmal als Lokaljournalist zu arbeiten. Wenn
es die Zeit erlaubt, ist Thomas viel im Wallis anzutreffen. Ich
geniesse es, wenn ich meine Familie und Freunde um mich habe.
Ihre
Meinung interessiert uns!
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