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Visp / Mit Michel Fäh ist einer der wichtigsten
Visper Abwehrpfeiler nach langer Verletzungspause wieder zurück.
In der RZ spricht er über seine Verletzung, die Rehabilitation und
die Rückkehr ins Team.
Von Markus Pianzola
Ein an und für sich ganz normaler Zusammenstoss
mit einem Mitspieler war es, passiert während des Trainings vom 9.
August. Innenbandriss im Knie, Kreuzband angerissen und auch der Meniskus
innen und aussen beschädigt. Dies die niederschmetternde Diagnose
für Michel Fäh.
Gefahr einer Querschnittlähmung
Nach einer ersten Untersuchung im Visper Spital folgte die Überweisung
zum Spezialisten nach Zürich. Ich habe den Wunsch geäussert,
mich in der Zürcher Sportklinik durch den Kniechirurgen Dr. Lüthi
behandeln zu lassen. Die Clubführung hat mir diesbezüglich keine
Steine in den Weg gelegt, sagt Fäh. Die Operation verlief sehr
gut und ohne Komplikationen. Am meisten Angst hatte ich vor der
Spritze ins Rückenmark, erinnert er sich zurück. Diese
war nötig um den unteren Körperbereich für die Operation
zu betäuben. Gross war dann die Erleichterung, als er nach dem Eingriff
erstmals wieder eine Zehe bewegen konnte. Denn immerhin bestand die minime
Gefahr (eins zu 200000) einer bleibenden Querschnittlähmung.
Eine harte Zeit
Nach dem ersten Aufatmen folgte noch ein langer, beschwerlicher Weg:
Die Physiotherapie. Fast täglich arbeitete er bis zu drei Stunden
mit Physiotherapeutin Silvia Leuzinger, jahrelang bei den ZSC Lions und
den GCK Lions tätig, an seinem Comeback. Eine ziemlich harte
Zeit. Es kam schon vor, dass ich während den Übungen laut schreien
musste vor Schmerzen, beschreibt der 27-Jährige seine Erfahrungen.
Ein Vorteil sicherlich, dass er während der Zeit bei Familie und
Freundin wohnen konnte. Ich war sehr froh um jede Hilfe. In der
ersten Zeit konnte ich die alltäglichsten Dinge nur schlecht oder
gar nicht erledigen.
Problemlose Rückkehr
Zügiger als erwartet verlief der Heilungsprozess. Bereits vor
drei Wochen stand er erstmals wieder auf dem Eis. Ich spürte
von Anfang an keine Schmerzen mehr, das Knie hält, zeigt er
sich zufrieden. Das grösste Problem ist nun noch, sich die fehlende
Kondition zu erarbeiten, aber das verbessert sich von Tag zu Tag.
Auch die Rückkehr zur Mannschaft fiel problemlos aus. Es war,
als wäre ich nie weg gewesen. Natürlich hört man am Anfang
einige blöde Sprüche der Teamkollegen, aber das ist völlig
normal.
Grosses Steigerungspotenzial
Doch während Fäh sich in den vergangenen Wochen und Monaten
langsam aber sicher wieder zurückkämpfte, wurde in der NLB Eishockey
gespielt. Ich habe mich über Teletext und verschiedene Internet-Fanforen
laufend informiert. Daneben hatte ich oft mit Mannschaftskollege Aeberli
und natürlich Trainer Aegerter Kontakt. Und wie beurteilt er
den bisherigen Saisonverlauf? Es lief sicherlich nicht so rund wie
in der letztjährigen Qualifikation. Aber wichtig wird es sowieso
erst in den Play-offs. Und im Hinblick darauf haben wir noch ein grosses
Steigerungspotenzial, glaubt er an die Möglichkeiten seiner
Mannschaft. So spielt es für ihn denn auch keine grosse Rolle, wie
der Gegner in den Play-offs heissen würde. Mit einer Ausnahme: Erneut
ein Derby in der ersten Runde muss nicht sein...
Ausgeglichene Liga
Aber auch ihm ist aufgefallen, dass Visp oft gegen stärkere Gegner
glänzt und dann im Gegenzug gegen schwächere Gegner teilweise
kläglich versagt. Gegen schlechter eingeschätzte Gegner
werden wir häufig übermütig und die Konzentration lässt
dann dementsprechend nach, meint der gelernte Automechaniker. Die
Liga ist in dieser Saison extrem ausgeglichen, da gibt es keine leichten
Gegner. Es ist nun Aufgabe des Trainers, dies den Spielern begreiflich
zu machen.
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