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Salome Clausen, MusicStar-Finalistin
„Es ist ein schönes Gefühl, im Rampenlicht zu stehen“


 

Brig-Glis / Am Sonntag beginnt die zweite Staffel der erfolgreichen Sendung MusicStar. Mit der Gliserin Salome Clausen hat sich auch eine Oberwalliserin für die Endausscheidung qualifiziert. Im RZ-Frontalinterview schaut die 18-Jährige zurück auf ihr Casting, spricht über ihre Finalchancen und sagt: „Ich werde mir Mühe geben, für das Wallis Ehre einzulegen.“

Von Walter Bellwald
Markus Pianzola

Gratulation. Sie sind unter den letzten 24 Kandidaten von MusicStar. Haben Sie damit gerechnet?
Nein, ich bin total überrascht, dass ich es unter die besten 24 Kandidaten geschafft habe. Ich hatte überhaupt keine Ambitionen, mich für die Finalsendungen zu qualifizieren.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, bei den Vorausscheidungen mitzumachen?
Meine Freundin Nadine Heldner, die in der gleichen Band singt wie ich, hatte die Idee, uns zum MusicStar-Casting anzumelden. Anfangs zögerte ich ein bisschen, aber dann habe ich doch zugesagt. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich überreden liess und überhaupt mitgemacht habe.

Hatten Sie Herzklopfen beim Vorsingen?
Oh ja, ich war unheimlich nervös. Aber irgendwie ist es doch glatt gegangen. Der Auftritt vor der Jury war nicht einfach. Aber ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen und mich voll aufs Singen konzentriert. Schliesslich hat es geklappt.

Was ist das für ein Gefühl, jetzt plötzlich im Rampenlicht zu stehen?
Es ist eigentlich sehr angenehm und ich geniesse es in vollen Zügen (lacht). Aber ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Umso mehr geniesse ich den Moment und freue mich, wenn ich ein Kompliment bekomme.

Werden Sie auf der Strasse erkannt und angesprochen?
Ja, vor allem von Jugendlichen, die sich für die Sendung interessieren. Da kommt es immer wieder zu ganz lustigen Erlebnissen.

Nervt sie das gelegentlich auch oder finden Sie diese Anmache cool?
Ich finde es in Ordnung, wenn mich jemand anspricht, mir eine Frage stellt oder mir Glück wünscht. Erst letzthin im Ausgang musste ich viele Fragen beantworten. Da wurden die Nerven meines Freundes ganz schön strapaziert. Aber er nimmt es mittlerweile recht locker.

Gibt es auch Leute, die Ihnen den Erfolg missgönnen?
Auf alle Fälle. Neider gibt es überall. Vielfach wird hinter meinem Rücken auch getuschelt. Das finde ich weniger schön. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen.

Sie sind im letzten Lehrjahr als Coiffeuse. Ist die Sendung MusicStar auch an Ihrem Arbeitsplatz ein Thema?
Klar wird auch im Coiffeursalon darüber gesprochen. Viele meiner Kundinnen haben schon irgend einen Artikel über mich gelesen oder mich auf einem Foto wiedererkannt. Die meisten Kundinnen freuen sich mit mir und wünschen mir viel Glück für die Endrunde.

Läuft man als junger Mensch nicht Gefahr, den Boden unter den Füssen zu verlieren und abzuheben, wenn man urplötzlich aus dem Alltag gerissen und ins Rampenlicht katapultiert wird?
Diese Gefahr besteht sicher. Aber ich gebe mir Mühe, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ich selbst zu bleiben. In erster Linie möchte ich im nächsten Frühjahr erst mal die Abschlussprüfung erfolgreich absolvieren. Dann sehen wir weiter.

Wie geht Ihre Familie mit ihrem „MusicStar“ um?
Meine Familie unterstützt mich voll und gibt mir einen wichtigen Rückhalt. Meine Mama sorgt zudem dafür, dass ich mit beiden Füssen auf dem Boden bleibe (lacht). Auch mein Freund Pascal ist stolz auf mich und hat mich auch schon zu den Castings begleitet.

Wie ist das Ausscheidungsprozedere abgelaufen?
Bei den ersten zwei Castings konnten wir zwei Lieder nach Wahl vorsingen. Für das dritte Ausscheidungsprozedere mussten wir sechs Lieder vorbereiten. Schliesslich habe ich den Titel „Heimweh“ von Plüsch und „Beautiful“ von Christina Aguilera intoniert.

Hören Sie auch privat diese Musik?
Ja, daneben höre ich Red Hot Chilli Peppers, Ska P, Maroon 5 oder Hits der 60er Jahre.

Sie singen in Ihrer Freizeit in einer Band.
Seit zwei Jahren bin ich bei der Gruppe Simple Cause. Wir sind zwei Sängerinnen und vier Musiker und spielen bei verschiedenen Anlässen. Die Band ist ein toller Ausgleich zum Alltag und ich bin sehr gerne mit meinen Musikerkollegen zusammen.

Kommen Sie bei dem ganzen Rummel überhaupt noch dazu, mit der Band zu üben?
Zurzeit muss die Band ein bisschen kürzertreten. Meine Freundin Nadine ist momentan in Australien und ich muss mich auf die Finalsendungen konzentrieren. Dadurch kommen wir nicht mehr so viel dazu, miteinander zu üben. Aber das holen wir alles nach.

Wann haben Sie mit dem Singen angefangen?
Ich hatte meine ersten Auftritte vor Publikum schon mit elf oder zwölf Jahren. Vor fünf Jahren habe ich dann meine ersten Gesangsstunden im Klassikunterricht genommen. Ich singe sehr gerne. Wenn ich nicht so gut drauf bin, gehe ich in den Übungsraum und singe mir meine Probleme aus dem Leib. Das hilft praktisch immer. Singen ist für mich Psychohygiene und ein sehr wichtiger Ausgleich.

Warum haben Sie den Klassikunterricht gewählt?
Ich habe die klassische Richtung gewählt, um meine Stimme zu formen. Die hohen Töne wirken wie Balsam für die Stimme. Anfangs war ich nicht so begeistert von der Ausbildung, aber inzwischen hat sich das geändert. Die klassische Richtung ist auch ein Ausgleich zu den rockigeren Tönen, die ich mit der Band anschlage.

Sie haben vor zwei Jahren mit William Bejedis den Prix Valais gewonnen. Ist Ihnen dieser Erfolg noch in Erinnerung?
Doch, ganz gut. Wir haben den Titel „I’ll be missing you“ von Puff Daddy gesungen. Ich war wahnsinnig aufgeregt und habe mich umso mehr gefreut, als wir den Titel gewannen. Noch heute denke ich gerne daran zurück.

Sie sind beim Vorsingen schon mit den anderen Finalisten von MusicStar zusammengekommen. Wie war Ihr erster Eindruck?
Die sieben Kandidaten, mit denen ich zur Ausscheidung antreten muss, kenne ich schon ein bisschen näher. Es sind alles sehr talentierte und aufgestellte junge Leute. Wir haben es sehr lustig miteinander.

Gibt es jemanden, mit dem/r Sie sich besonders gut verstehen?
Lara Ponzo aus Weinfelden ist meine Zimmerkollegin. Mit ihr verstehe ich mich sehr gut. Auch Desirée Dittes aus Basel ist mir schon ans Herz gewachsen.

Am 5. Dezember geht’s los. Wie bereiten Sie sich auf Ihren Fernsehauftritt vor?
Ich bin momentan zusammen mit den anderen Kandidaten in einer gemeinsamen WG in Zürich. Hier verbringen wir die restliche Zeit bis zum Auftritt am 5. Dezember mit Proben, Singen und Tanzen.

Und wie läufts?
Es ist sehr anstrengend aber zugleich eine ganz spezielle Erfahrung. Vorallem die Choreografie ist sehr anspruchsvoll. Trotzdem haben wir eine Superstimmung untereinander und ich geniesse diese Zeit.

Welchen Titel werden Sie am 5. Dezember vorsingen?
Ich singe den Titel von Joan Jett „I love Rock’n Roll“.

Warum haben Sie gerade diesen Titel gewählt?
Es ist mein musikalischer Stil. Ich liebe Titel, die so richtig abgehen. Mit Slow-Liedern habe ich meine Mühe, auch was das Singen angeht.

Kennen Sie schon die Jurymitglieder?
Ich habe bis jetzt erst Detlef D! Soost kennen gelernt. Als ich ihn zum erstenmal sah, bin ich richtig erschrocken. Am Fernsehen macht er fast immer einen grimmigen Eindruck. Aber bei unserer ersten Begegnung war er sehr freundlich und nett und machte einen sympathischen Eindruck.

Haben Sie Angst vor der Kritik der Jury?
Eigentlich nicht, solange ich nicht persönlich attackiert werde. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

Sie haben schon viele Interviews in den Schweizer Medien gegeben. Gibt es eine Frage, die Sie nicht mehr hören können?
Warum werden Sie MusicStar? Diese Frage kann ich nicht mehr hören.

Warum?
Weil es noch ein sehr langer Weg bis dorthin ist und viel passieren kann.

Schaffen Sie es ins grosse Finale unter die letzten zehn KandidatInnen?
Natürlich hoffe ich, ins Finale zu kommen. Aber ich lasse mich nicht unter Druck setzen.

Sie haben noch einen Wunsch frei.
Ich werde mir alle Mühe geben, für das Wallis Ehre einzulegen und hoffe, dass mir alle WalliserInnen die Daumen drücken und mich telefonisch unterstützen. Das wäre toll.

Ihre Meinung interessiert uns!


 

 

      
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