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Riederalp Bahnen und Belalp Bahnen werben in Zürich für die Verbindungsbahn
Bahnlücke im Aletsch schliessen


 

Riederalp / Blatten / Zürich / Die Riederalp Bahnen und die Belalp Bahnen machen ernst: Sie wollen in den nächsten Jahren die beiden Gebiete mit einer Bahn verbinden. Das erklärten die beiden Bahnpräsidenten Albert Bass und Erich Pfaffen am Mittwoch vor der Schweizer Presse in Zürich.

Von German Escher

Der Startschuss ist erfolgt. Im Hotel Savoy in Zürich haben die Initianten die Notwendigkeit einer Verbindungsbahn zwischen der Belalp und Riederalp dargelegt.

Touristisch sinnvoll
Die Destination Aletsch gehört heute mit rund 2,2 Millionen Logiernächten zu den bedeutungsvollsten Ferienregionen der Schweiz. Mit dem Bau einer Verbindungsbahn zwischen der Riederalp und Belalp würde die Destination enger zusammenwachsen, was letztlich auch dem Feriengast zu Gute käme. Die Belalp ist das anspruchvollste Skigebiet der Destination. Die Riederalp verfügt ihrerseits mit dem Golfplatz und den gletschernahen Wanderwegen über beachtliche Trümpfe. Wenn der Gast heute das touristische Angebot auf der benachbarten Alpe in Anspruch nehmen möchte, ist er laut Darlegungen der beiden Bahnpräsidenten beinahe zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Mit der neuen Verbindungsbahn wäre der Gast in zehn Minuten von der Riederalp auf der Belalp und umgekehrt.

Wirtschaftlich interessant
Profitieren würden aber direkt auch die Bahnen und alle anderen Tourismusbetriebe. „Eine Untersuchung der HSG St. Gallen zeigt auf, dass die Zahl der Schweizer Bahngäste aufgrund der neuen Verbindung um 20 bis 40 Prozent zunehmen wird, diejenigen der ausländischen Gäste um 10 bis 20 Prozent“, erklärt Albert Bass, Präsident der Riederalp Bahnen. Die Logiernächte würden gemäss Initianten in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich zwölf Prozent steigen.

Vernünftig finanzierbar
Die beiden Bahnen erwirtschaften heute einen Umsatz von knapp 17 Millionen Franken (Belalp Bahnen: 5,9 Mio., Riederalp Bahnen: 11 Mio.) und einen Cash-flow von 3,7 Millionen Franken (Belalp Bahnen: 1,47 Mio.; Riederalp Bahnen: 2,22 Mio.). Der Investitionsbedarf für die neue Verbindungsbahn wird aufgrund erster Studien auf rund 12 bis 16 Millionen Franken geschätzt. Aufgrund der gemeinsamen Beteiligung am Projekt ist für den Finanzfachmann Albert Bass deshalb „das finanzielle Risiko der Investition für beide Partner gut kalkulierbar“. Ob die Bahn von einer eigenständigen Gesellschaft gebaut wird, ist noch unklar. Das hänge stark von den derzeit laufenden Kooperationsgesprächen der Bahnen im Aletschgebiet ab, erklärt dazu Albert Bass der RZ.

Technisch machbar
Technisch sei die Verbindung keine grosse Herausforderung, betonen die Bahnpräsidenten vor den Medien. Wie eine solche Verbindung konkret aussehen könnte, darüber wollten die Initianten noch keine Angaben machen. Verschiedene Varianten seien in Prüfung und sollen nun mit den verschiedensten Interessenvertretern im ständigen Dialog konkretisiert werden, hiess es auf Anfrage dazu lediglich. Die Bahnverantwortlichen sind sich durchaus bewusst, dass das zu querende Gebiet einen „äusserst sensiblen und in seiner Art einmaligen Lebensraum“ darstellt. Ein Teil des Aletschgebietes ist im Bundesinventar der Landschaften und Denkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) und seit 2001 ein Weltnaturerbe der UNESCO. Zudem haben die Gemeinden Naters und Ried-Mörel in einem Vertrag mit dem Kanton und dem Bund die Entschädigung entgangener Wasserzinseinnahmen im Oberaletsch geregelt. Darin haben sich die beiden Territorialgemeinden verpflichtet, die Landschaft im Aletsch entsprechend zu schützen. „Diesen dreifachen Schutz nehmen wir ernst“, erklärt Verwaltungsratspräsident Albert Bass dazu. „Wir sind überzeugt, dass das Projekt nur durch den Einbezug aller beteiligten Interessenverbände umweltverträglich in die Tat umgesetzt werden kann. Aus diesem Grund sind wir an einer Mitarbeit der Umweltverbände und des Bundes stark interessiert.“

Konzession bis 2007?
Die Initianten der neuen Bahnverbindung sind sich der Schwierigkeiten durchaus bewusst. Trotzdem hat sich Albert Bass ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Bis 2007 sollten wir die Konzession haben, um dann mit der Realisierung beginnen zu können.“

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