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Buchungsverhalten der Oberwalliser nach dem Seebeben in Asien
Oberwalliser sind sensibilisiert


 

Oberwallis / Über einen Monat ist es her, seit die Flutwelle im Indischen Ozean die Welt erschütterte. Auch jetzt noch sprengen die Ausmasse der Verheerung das normale Vorstellungsvermögen. Was für eine Wirkung haben diese Eindrücke auf das Reiseverhalten der Oberwalliser?

Von Rahel Escher

Der Winter ist ins Land gezogen. Das unfreundliche Wetter lässt viele Sonnenhungrige von wundervollen Sandstränden träumen. Doch wie sieht die Situation dieses Jahr, fünf Wochen nach dem See-beben, aus?

Ko Samui statt Phuket
„Kunden, die bereits Ferien in Südostasien gebucht haben, reagieren ganz unterschiedlich“, erklärt Roland Schmid, Mediensprecher von Imholz. „Viele Gäste, die einfach Badeferien erleben wollten, konnten von Alternativen wie der Dominikanischen Republik, Kuba oder Mexiko überzeugt werden.“ Etwas schwieriger sei es für jene gewesen, die sich in erster Linie für die Kultur im jeweiligen Land interessierten. „Aber auch hier haben wir uns bemüht, individuelle Lösungen zu finden.“ In Thailand werden beispielsweise bereits wieder Rundreisen angeboten. Und wer Badeferien in Phuket plante, hat nun die Möglichkeit, diese auf Ko Samui, der intakt gebliebenen drittgrössten Ferieninsel Thailands, zu verbringen. „Wir versuchen auf die Bitte der Partner vor Ort einzugehen. Sie baten uns dringlich, sie nicht ins touristische Abseits zu stellen und ihre wichtigste Einnahmequelle zu versiegen.“

Ungutes Gefühl
Doch das verunsicherte Gefühl bleibt. „Die Rundreise im Februar nach Südindien und Sri Lanka war ausgebucht und wurde vor Jahresende abgesagt. Die Teilnehmer sind froh, dass die Tour nun im November 2005 durchgeführt wird. Die Fernost-Kreuzfahrt im März 2005 findet jedoch wie geplant statt“, berichtet Georgette Ruppen von der Lohri Reisen AG. Von zahlreichen Umbuchungen in Regionen wie die Dominikanische Republik erzählt auch Katja Ittig von der Hotelplan AG: „Lediglich Menschen, die einen persönlichen Bezug zu ihrer Feriendestination haben, bleiben bei ihrer bisherigen Buchung.“ Von zahlreichen Umbuchungen spricht auch Josianne Stoffel von der Zerzuben Touristik AG. „Wir sind zwar sehr gut über die Zustände der Feriendestinationen in Süd-ostasien informiert, die Nachfrage ist derzeit aber nicht vorhanden. Wir sind aber zuversichtlich, dass sich die Situation bis nächsten Winter normalisiert.“ Optimistisch schaut auch Katharina Ruppen von Amadeus Tours Visp in die Zukunft: „Naturkatastrophen kann leider niemand voraussehen. Wir freuen uns aber, wie schnell sich der Markt in Südostasien wieder erholt."

Beruhigen und informieren
„Ein Grossteil der Kundschaft re-agierte anfangs verständlicherweise sehr beunruhigt und wollte die Ferien in Südostasien annullieren“, beschreibt Armand Zenklusen von Kuoni Reisen Travelpartner Zenklusen die ersten Reaktionen. Aber im Gespräch wurden diese über die aktuelle Situation informiert, was eine beruhigende Wirkung hatte. 85 Prozent der Malediven seien beispielsweise noch intakt, die Menschen bräuchten aber dringend die Unterstützung der Touristen. „Klar gab es einige Umbuchungen. Im Allgemeinen hat sich das ganze Buchungsverhalten durch die Katastrophe um drei Wochen zurückverschoben“, schätzt Zenklusen die Situation ein. Da das betroffene Gebiet vor allem in den Wintermonaten gefragt sei, ist er überzeugt, dass sich der Markt bis zur nächsten Saison im Herbst wieder erholt habe.

Der Tsunami ist präsent
„Die Leute sind durch die Ereignisse der letzten fünf Jahre auf solche Katastrophen sensibilisiert, man vergisst aber auch schnell wieder“, weiss Zenklusen. Ein Beispiel sei das Attentat von Luxor in Ägypten, wo heute wieder bedenkenlos Urlaub gemacht werde. „Der Tsunami ist aber noch präsent und kommt bei jedem Kundengespräch zu Wort.“

Aktiv mithelfen
Ein älteres Paar aus Eischoll hat im vergangenen Dezember ihren fünfzehnten Urlaub in Phuket verbracht. Obwohl die Flut ihr ehemaliges Hotel total zerstörte, haben sie sich entschlossen, im Februar erneut hinzureisen, um selbst mit Geld und Hilfsgütern im Gepäck Freunden und übrigen Betroffenen vor Ort zu helfen. Beeindruckt von diesem Entscheid hat sich das Kuoni-Team entschieden, auch mitzuhelfen. „Auf diesem Wege sind wir sicher, dass das Geld auch ankommt“, begründet Armand Zenklusen. Wer diesen Hilfseinsatz ebenfalls unterstützen möchte, kann noch bis zum 11. Februar in den beiden Kuoni-Reisebüros in Brig und Visp spenden.

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