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Die Umgestaltungsarbeiten am Visper Bahnhof haben begonnen
„Im ersten Moment ein Schock“


 

Visp / Diese Woche begannen im Lonzastädtchen die Abbrucharbeiten der am Bahnhof anliegenden Häuser und Restaurants, welche der Neugestaltung des Visper Bahnhofs weichen müssen. Betroffen von dieser Situation ist auch Joseph Stehlin (83).

Von Markus Pianzola

„Es wird mir schon ein wenig im Herzen weh machen, wenn der Abbruch dann tatsächlich beginnt“, erzählt Joseph Stehlin mit einem wehmütigen Unterton. „Es war im ersten Moment natürlich ein Schock, als ich erfuhr, dass auch unser Gebäude abgerissen wird. Damals wusste man zwar, dass der Bahnhof neu gestaltet werden sollte, aber nicht, dass es uns auch betreffen würde.“ Trotzdem werde er sich den Anfang der Abbrucharbeiten wohl anschauen: „Schliesslich war dies mein erstes Bauprojekt“, erklärt der ehemalige Immobilienhändler stolz.

Grosser Bedarf an Räumlichkeiten
Bereits seit 1955 gehört das rötliche Haus an der Balfrinstrasse 1 bei der Lonza-Unterführung zum Visper Dorfbild. Der alte Bahnhof stand bereits, das Bahnhofbuffet und das Hotel Touring jedoch noch nicht. „In dieser Zeit war der Bedarf an Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten gross“, erinnert sich Stehlin. Aber: Auch das Geld war sehr knapp, nur wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Um den Bau zu finanzieren, wurde auf Initiative Stehlins von diversen Visper Handwerkern eine Aktiengesellschaft gegründet. Nach der Fertigstellung wurden die Räumlichkeiten an Private und Geschäfte vermietet oder verkauft. In den frühen Sechziger Jahren bezog auch die Immobilienfirma des heute 83-Jährigen Räumlichkeiten im Gebäude, Ende 2004 erfolgte für alle der unfreiwillige Auszug.

Von der NEAT überzeugt
Gewehrt hat man sich nicht, als der Abbruchentscheid gefallen war. „Das hätte keinen Sinn gemacht.“ Nur über den Verkaufspreis konnte man sich nicht direkt einigen. „Das erste Angebot der SBB kam einem legalen Diebstahl gleich“, ereifert sich Stehlin. Nach zähen Verhandlungen fand man sich schliesslich doch noch. So wird die Gegend um den Visper Bahnhof in den nächsten Jahren ein vollkommen neues Gesicht erhalten. „Ich möchte mir zu diesem Projekt lieber kein Urteil erlauben, dafür kenne ich zu wenig Details. Es wurde von anderen Seiten schon oft genug kritisiert.“ Hingegen ist er von der NEAT an und für sich überzeugt: „Sie wird dem Tourismus im Oberwallis sehr viel bringen. Da bin ich mir sicher. Für Visp wird es aber keinen grossen touristischen Mehrgewinn bringen. Der Gast kommt hier an und steigt dann um ins nächste öffentliche Verkehrsmittel, das ihn an seinen Zielort bringen wird. Aber das ist meine persönliche Meinung.“

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