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Ein Hahn im Steinmatte-Quartier erregt die Gemüter
Hahnenkampf in Raron


 

Raron / „Kikeriki!“ Das morgendliche (Weck-)Ritual des Hahns von Patrick Theler (35) treibt einige Rarnerinnen und Rarner nicht nur aus dem Bett, sondern auch zur Weissglut. In einem anonymen Schreiben wird der Besitzer des stolzen Hahns jetzt aufgefordert, diesen (endlich) zum Schweigen zu bringen.

Von Walter Bellwald

Patrick Theler ist ein Tierfreund. Der Maurer hält sich in seiner Freizeit zwei Hasen, vier Hennen und... einen Hahn. „Erst im Oktober vergangenen Jahres habe ich die Hennen und den Hahn gekauft“, erklärt Theler. Während die Hennen umhergackern, verkündet der Hahn jeden Morgen lauthals den Tagesanbruch.

Anonymes Schreiben
Seit nunmehr vier Monaten hält sich Theler das Federvieh. An das vertraute „Kikeriki“ hat man sich im Steinmatte-Quartier mittlerweile gewöhnt. „Bis heute hatten wir praktisch überhaupt keine Einwände gegen unseren Hahn“, erzählt Theler. „Im Gegenteil: Eine Anwohnerin erzählte mir, dass eine Bekannte zu ihr auf Besuch kommen wolle, um wieder mal einen Hahn krähen zu hören.“ Umso überraschter war Theler, als er eines Tages ein anonymes Schreiben zugestellt bekam, in dem er aufgefordert wurde, seine „Sirene“ abzustellen.

Grobe Vorwürfe
In dem Schreiben heisst es: „...habe mich mit einigen Rarnern über deine Super-Investition unterhalten, wie eindringlich die neue Sirene von Raron ertönt. Hut ab vor den Leuten, diese haben alle Anstand, der dir eben hie und da fehlt, denn sie machen die „Faust im Sack“...“ und weiter, „...wie stellst du dir den Sommer vor, ist um fünf oder um sechs Tagwache? Was bezweckst du eigentlich mit diesem „Scheiss“? Mach dich doch nicht wichtiger, als du bist...“ Schliesslich wird Theler darauf hingewiesen, sich keine Mühe zu machen, herauszufinden, wer hinter dem Schreiben stehe. „Nimm es einfach zur Kenntnis und mach keinen unnötigen Aufstand“, heisst es zum Schluss, „denn du warst oder bist der Grund.“

Ärger und Unverständnis
„Als ich den Brief gelesen habe, war ich erst einmal platt“, so Theler. Er findet es schade, dass sich jemand auf diese Art und Weise beschwert. „Das ist kindisch und hilft niemandem“, hält er fest. Wenn sich Nachbarn oder Leute in der näheren Umgebung durch den Hahn gestört fühlten, lasse er mit sich reden. „Aber sich hinter einem anonymen Schreiben zu verstecken, zeugt von Feigheit.“ Vorerst will Theler nichts unternehmen. „Ich warte jetzt erst mal ab, ob der Schreiberling den Mut findet, sich auch zu Wort zu melden.“ Ansonsten will er die Sache auf sich beruhen lassen und seinem Hahn weiterhin die Freiheit gönnen, den Tagesanbruch lauthals zu verkünden.

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