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Am Arbeitsplatz von Michael Zenklusen, Carrosseriespengler aus Steg
„Gutes Gefühl, das Endprodukt zu sehen“


 

Steg / Visp / Vor vier Jahren hat Michael Zenklusen seine Lehre zum Carrosseriespengler abgeschlossen. Der RZ berichtet er von der Ausbildung und dem Arbeitsalltag zwischen Beulen, Rost und Stossstangen.

Von Rahel Escher

„Für mich war schon immer klar, dass ich einen handwerklichen Beruf erlernen möchte, der etwas mit Autos zu tun hat“, erinnert sich Michael Zenklusen an die Zeit seiner Berufswahl. So kamen für ihn nur die Lehre als Automechaniker oder Carrosseriespengler in Frage. Ein paar Schnuppertage in einer Carrosserie nahmen letzte Zweifel, und sein Berufsentscheid war klar. „Ich habe schon immer gerne an Gegenständen herumgebastelt und geschraubt. Nun kann ich es jeden Tag tun und es erst noch Arbeit nennen“, lacht der aufgestellte Steger.

Wieder in Form bringen
Ein/e Carrosseriespengler/-in repariert Fahrzeugcarrosserien. Oftmals handelt es sich um Unfallschäden. Eingedrückte Stellen müssen wieder in ihre Form zurückgebracht und beschädigte Carrosserieteile durch Originalteile oder selbst angefertigte Bleche ersetzt werden. Bei Unfällen wirken oft grosse Kräfte auf den Fahrzeugkörper ein und verformen ihn. „Wir haben spezielle Richt- und Messanlagen, um das Auto wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen“, erklärt der 24-Jährige. Auf die Frage, ob es denn kein komisches Gefühl sei, an einem Auto zu arbeiten, in dem sich jemand verletzt hat, antwortet er gelassen: „Ein Auto mit Blutspuren oder Haaren an der Windschutzscheibe habe ich sicherlich auch schon gesehen, aber dies sind Ausnahmen. Wir arbeiten ja nicht an Fahrzeugen, in denen jemand sein Leben verloren hat. Daher mache ich mir darüber auch keine grossen Gedanken.“

Alter und Abnutzung
Der Carrosseriespengler behebt auch Schäden, die durch Alterung, Abnutzung oder Witterungseinflüsse entstanden sind. Bevor jedoch mit der Arbeit begonnen werden kann, muss die beschädigte Stelle freigelegt werden. Konkret heisst das, dass Fahrzeugteile wie Scheinwerfer, Stossstangen oder Räder abmontiert werden. Je nachdem, ob ein Blech gestaucht oder gestreckt wurde, behandelt Michael das Carrosserieteil mit einer anderen Technik. Diese Aufgabe verlangt viel Fingerspitzengefühl, gutes Augenmass und ein ausgeprägtes Formgefühl. „Die Arbeit hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Autos sind immer kompakter gebaut, so dass immer weniger Arbeitsraum bleibt. Da kommt uns jedoch die Technik entgegen. Wo wir früher noch mit Hammer und Klotz am Werk waren, kommt uns jetzt teilweise der ‚Multiworker’, ein Gerät, das Beulen glättet, zu Hilfe.“

Glücksmomente und Missgeschicke
Sind die Carrosseriearbeiten abgeschlossen, übergibt Michael das Auto in die Lackiererei. Sobald der Lack dann trocken ist, baut er das Fahrzeug zusammen und montiert die fehlenden Teile wie Scheiben, Beleuchtugs- und Signalanlagen. „Es ist dann jeweils ein gutes Gefühl, das reparierte Auto und die strahlenden Gesichter der Besitzer zu sehen.“ Weiter schätzt der Hobbymusiker die regelmässigen Arbeitszeiten und dass er immer innen arbeiten kann. Zudem sei kein Auto und keine Beule gleich wie die andere und immer eine neue Herausforderung. „Natürlich gibt es auch mal kleine Missgeschicke, wie etwa Kratzer bei der abschliessenden Montage. Dies ist dann natürlich mit Mehrarbeit verbunden. Aber wo gearbeitet wird, geht halt auch gelegentlich etwas kaputt.“

Job-Infos:

Dauer: 4 Jahre
Praktische Ausbildung: In einer Carrosseriespenglerei, ergänzt durch Einführungskurse.
Theoretische Ausbildung: Ein Tag pro Woche an der Berufsschule.
Abschluss: Eidg. Fähigkeitszeugnis als „Gelernte/-r Carrosseriespengler/-in“.
Berufsverhältnisse: Carrosseriespengler/-innen sind in einem Carrosseriebetrieb tätig. Es handelt sich dabei in der Regel um kleine bis mittlere Unternehmen. Sämtliche Betriebe in der Carrosseriebranche sind einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gut.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten: Tätigkeit als Schadensexperte/-expertin bei einer Versicherung oder als Kundenberater/-in in einem Carrosseriebetrieb.

www.vs-berufsberatung.ch

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