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HC Siders-Anniviers-Verteidiger Pascal Avanthay entrann knapp dem Tod
„Ich bin nicht wütend auf Gelinas“


 

Siders / Nichts beschäftigte die Fans des HC Siders-Anniviers in den letzten Tagen nebst dem erfolgreichen Überstehen der Play-off-Viertelfinals so sehr wie der Gesundheitszustand von Verteidiger Pascal Avanthay. Dieser will sobald als möglich zurück aufs Eis. Denn: „Es ist kein schönes Gefühl, in den Play-offs zuschauen zu müssen.“

Von Markus Pianzola

Den Zuschauern der dritten Play-off-Viertelfinal-Partie am vorletzten Sonntag zwischen dem HC Siders-Anniviers und Forward Morges wird wohl vor allem eine Szene noch lange in Erinnerung bleiben: Nach einem Duell zwischen Pascal Avanthay und Morges’ NHL-Söldner Martin Gelinas hinter dem Siderser Tor fällt der Siderser Verteidiger rückwärts aufs Eis und schlägt dabei mit dem Kopf hart auf. Sofort verliert er das Bewusstsein. Er verschluckt seine Zunge, dadurch setzt seine Atmung während mehr als einer halben Minute aus und er wird von Krämpfen geschüttelt. Nur durch die rasche Hilfe von Mitspielern und Mannschaftsarzt wird das Schlimmste verhindert und der 30-Jährige ins Leben zurückgeholt. Vor den Augen der mehr als viertausend Zuschauer wird er anschliessend mit der Bahre vom Eis getragen und kurz darauf per Ambulanz ins Spital überführt. Hier werden eine Gehirnerschütterung, ein Schleudertrauma sowie leichte Blutungen im Gehirn diagnostiziert.

„Ein grosses, schwarzes Loch“
Unter den Zuschauern sind auch Avanthays Eltern und einige Kollegen. „Während mein Vater, ein ausgebildeter Pistenarzt, nach mir schauen kam, nachdem man mich vom Eis getragen hatte, geriet meine Mutter schon etwas in Panik. Auch meine Kollegen waren natürlich geschockt“, erzählt der Unterwalliser kurz nach seiner Entlassung aus dem Spital am darauffolgenden Mittwoch. An den Unfall erinnern kann er sich nicht: „Ich erinnere mich, dass ich Kontakt mit Gelinas hatte und dann rückwärts gefallen bin. Als nächstes transportierte man mich zum Ambulanzwagen. Was dazwischen passierte, weiss ich nicht, da ist bei mir ein grosses schwarzes Loch. Ich habe gestaunt, als man mir später davon erzählte.“

Grosse Solidarität unter den Fans
Auf seinen Gegenspieler Gelinas empfindet Avanthay trotz allem keine Wut: „Eishockey ist ein harter Sport, solche Sachen können passieren. Ich hoffe nur, dass von seiner Seite her keine Absicht dahinter steckte.“ Ob nun Vorsatz oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Während die Siderser Verantwortlichen vehement Spielsperren forderten, ging der Nationalliga-Einzelrichter nicht darauf ein und sprach Gelinas frei. Bislang hat sich der NHL-Star nicht nach Avanthays Befinden erkundigt. „Es ist möglich, dass er versucht hat, mich zu erreichen. Aber ich hatte mein Natel während des Spitalaufenthalts natürlich ausgeschaltet. Von den Klubverantwortlichen von Morges habe ich jedenfalls eine E-Mail mit Genesungswünschen erhalten.“ Unter den Fans sorgte der Vorfall für ungewohnte Solidarität und Mitgefühl: In diversen Internet-Foren zeigten sich die Anhänger verschiedenster Klubs betroffen und wünschten gute Besserung.

„Ich fühle mich sehr gut“
Die von Avanthay erlittenen Verletzungen würden Nicht-Sportler zu mindestens einem Monat Pause zwingen. Doch der erfahrene Verteidiger will schon bald wieder ins Geschehen eingreifen. „Ich fühle mich sehr gut. Sobald die Mediziner ihr Einverständnis geben, stehe ich wieder auf dem Eis. Vor allem jetzt in den Play-offs ist es kein schönes Gefühl, zuschauen zu müssen. Immerhin hat man zuvor während 44 Spielen auf dieses Ziel hingearbeitet.“ Um die genaue Ausfalldauer festzulegen wurde nun ein Spezialist des NLA-Klubs Kloten Flyers hinzugezogen. Zudem steht heute ein weiterer Arzttermin auf dem Programm, welcher mehr Klarheit bringen soll.

Grund zum Optimismus
Ob nun mit oder ohne Avanthay, morgen Freitag startet die Play-off-Halbfinal-Serie gegen den EHC Biel. Die Begeisterung über den kommenden Gegner hält sich in Grenzen: „Das wird schwierig. Biel hat den Heimvorteil und es wird für uns nicht einfach im Seeland zu gewinnen.“ Sich in der heimischen Grabenhalle keinen Ausrutscher erlauben und auswärts einmal einen Exploit schaffen, lautet daher die Devise. Trotz dem schwierigen Los sieht Avanthay auch Grund zum Optimismus: „Gegen Morges hatten wir in der Qualifikation auch eine negative Bilanz und es schien eine sehr enge Serie zu werden. Am Schluss stand es dann 4:0 zu unseren Gunsten.“

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