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Sven Epiney, Moderator und Journalist
„Man muss nicht allen die Schlafzimmertüre öffnen“


 

Zürich / Naters / Am 29. März startet auf SF DRS die neue Spielshow „5GEGEN5“. „Ich freue mich auf diese Herausforderung“, sagt Sven Epiney (33), der die Sendung moderiert. Im RZ-Frontalinterview spricht er über die Vorbereitungen zur neuen Show, seine Arbeit beim Fernsehen und Radio, gibt Einblick in sein Privatleben und sagt: „Mein Freund und ich versuchen unser Privatleben und das öffent-liche Interesse klar zu trennen.“

Von Walter Bellwald

Sie kommen soeben von einem Foto-shooting...
Ich stand für Aufnahmen der Fernsehzeitschrift TV-Star vor der Kamera. In der neusten Ausgabe von TV-Star bin ich auf der Titelseite, weil Ende März meine neue Spielshow „5GEGEN5“ beginnt.

Machen Ihnen solche Aufgaben Spass?
Sowohl als auch. Einerseits machen solche Shootings sehr viel Spass. Kommt hinzu, dass es auch ein bisschen Werbung in eigener Sache ist. Andererseits sind solche Aufnahmen auch recht stressig. Bis die Bilder und Interviews im Kasten sind, muss man gut und gerne einen halben Tag investieren. Aber grundsätzlich komme ich solchen Verpflichtungen gerne nach. Für mich ist das jeweils eine spannende Angelegenheit.

Ihr Gesicht kennt die ganze Schweiz. Schauen Sie gerne in den Spiegel?
Ich schaue jeden Morgen gezwungenermassen in den Spiegel (lacht). Im Ernst, ich denke, es geht mir nicht viel anders als anderen Menschen. Es gibt Tage, an denen gefalle ich mir besser, an anderen Tagen ein bisschen weniger gut. Ich bin zwar eitel und achte auf mein Äusseres, bin aber gleichzeitig auch sehr pflegeleicht.

Gefallen Sie sich selber?
Es gibt sicher viele Menschen, die besser aussehen als ich. Aber im Grossen und Ganzen bin ich mit mir zufrieden.

Gibt es etwas, was Sie an Ihrem Äusseren stört?
Das sind meistens nur Kleinigkeiten, die mich stören. An einem Tag bringe ich meine Frisur nur schwer in Ordnung, an einem anderen Tag stört mich ein Pickel im Gesicht. Aber meistens gibt sich das schnell.

Am 29. März startet Ihre neue Spielshow „5GEGEN5“. Wie weit sind die Vorbereitungen auf die Sendung?
Wir sind voll auf Kurs. Noch fehlen die Kulissen, aber die Castings zur Show laufen auf Hochtouren und mein Redaktionsteam sucht sich viele Fragen aus, die wir den Kandidaten stellen. Ich bin momentan viel mit der Stylistin unterwegs, um mir das passende Outfit für die Sendungen zusammen zu stellen.

Das Konzept der Sendung ist nicht neu und lehnt an die frühere RTL-Spielshow „Familienduell“ an. Ist dieses Sendeformat nicht abgegriffen?
Im Gegenteil. Die Quizsendungen erleben zurzeit einen wahnsinnigen Boom. Auf allen Fernsehstationen laufen irgendwelche Ratespiele. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass die Spielshow „Wer wird Millionär?“ so ein Knaller wird und auch heute noch so beliebt ist? Das zeigt doch, dass Quiz eine sehr aktuelle Form des Fernsehmachens ist. Solange es Fernsehen gibt, wird es auch Quizsendungen geben.

Was reizt Sie an einer Spielshow im Vorabendprogramm von SF DRS?
Für mich ist es eine grosse Herausforderung, eine Spielshow, die ein sehr breites Publikum anspricht, zu moderieren. Wir zählen sowohl Kinder wie auch Erwachsene zu unseren Zuschauern. Mir ist es nicht wichtig, ob ich eine Vorabendsendung präsentiere oder wie mit der VIParade im Samstagabend-Hauptprogramm stehe. Ich will einfach Spass an der Sache haben. Und die Sendung „5GEGEN5“ ist ein cooles Format und eine lässige Sendung. Darauf freue ich mich.

Sie sind ein Zugpferd der Unterhaltungsbranche von SF DRS. Damit dürfte der Erfolg der Sendung schon halbwegs garantiert sein?
Das ist schwer zu sagen. Natürlich freute ich mich über die Anfrage der Geschäftsleitung von SF DRS, ob ich dieses Sendeformat präsentieren wolle. Das zeigt auch, das man meine Fähigkeiten schätzt und mir das nötige Vertrauen schenkt. Aber trotzdem ist es schwierig zu beurteilen, ob die Sendung ein Erfolg wird. Ich hoffe natürlich sehr, dass die neue Spielshow den Zuschauern gefällt.

Haben Sie eine Vorgabe, was die Zuschauer-Quote anbelangt?
Letztendlich gibt es immer Vorgaben. Aber noch ist es zu früh, sich auf Quoten festzulegen. Bisher waren im Vorabendprogramm von SF DRS immer Serien zu sehen. Mit „5GEGEN5“ ändert sich nun das Sendeformat. Darum ist es auch schwierig, einen direkten Vergleich anzustellen. Wir werden sehen, wo wir uns zuschauermässig einordnen.

Mit der „VIParade“, der Kochsendung „Al Dente“ und dem Reisemagazin „Fensterplatz“ ist „5GEGEN5“ schon Ihre vierte grosse Sendung, die Sie moderieren. Keine Angst, dass Sie sich übernehmen?
Nein, überhaupt nicht. Mein Ziel ist es auch nicht, möglichst viele Sendungen zu moderieren, sondern das zu machen, was mir Spass macht. Und das ist momentan der Fall.

Wie bringen Sie die ganzen Termine unter einen Hut?
Es ist ganz einfach eine Planungsfrage. Vor dem Neustart einer Sendung wie jetzt bei „5GEGEN5“ ist die Medienpräsenz natürlich viel grösser. Aber das muss man halt im Vorfeld einberechnen. Dann gibt es aber auch Phasen, die weit weniger hektisch sind. Das hält sich immer ein bisschen die Waage.

Trotzdem - Wäre weniger nicht manchmal mehr?
Es scheint vielleicht gegen aussen hin so, dass ich von einem Termin zum anderen hetzen muss. Aber das ist nicht der Fall. Ich arbeite insgesamt nicht einmal 100-Prozent. Jede meiner Sendungen wird in Staffeln produziert. Das heisst, ich habe immer eine Woche Zeit, mich auf die Sendungen vorzubereiten, dann bin ich eine Woche im Aufnahmestudio und anschliessend habe ich ein paar Tage frei. Es wäre sicher falsch, in diesem Zusammenhang von Stress zu sprechen. Im Gegenteil: Ich habe ein grosses Privileg, weil mir meine Arbeit sehr viel Spass macht.

Gibt es ein Sendeformat, das Sie gerne moderieren würden?
Es gibt viele Sendungen, die ich spannend finde. Am schönsten wäre es, wenn ich mit einem Team zusammen eine Sendung ohne irgendwelche Vorgaben produzieren könnte. Das würde mich reizen.

Was gäbe das für einen Verschnitt?
Das ist eine gute Frage. Aber wahrscheinlich würde es eine Sendung im Infotainment-Bereich, eine Kombination zwischen Information und sehr guter Unterhaltung.

Und welche Sendung würden Sie nie moderieren?
Oh, da gibt es viele. Mich interessieren viele Sendungen, die ich aber selber nie moderieren würde. Ganz einfach darum, weil ich nicht in das jeweilige Sendeformat hineinpassen würde.

Neben ihrem Engagement beim Fernsehen sind Sie zusammen mit Mona Vetsch und Mario Torriani der Wecker der Nation auf DRS 3. Was reizt Sie eigentlich mehr, die Arbeit hinter dem Mikrofon oder die Arbeit hinter der Kamera?
Radiomachen ist sehr sexy, weil man ausschliesslich mit der Stimme arbeitet. Mit dem Radio bin ich auch grossgeworden und habe schon mit zwölf Jahren eine Kindersendung moderiert. Ich wollte eigentlich gar nie zum Fernsehen wechseln und bin mehr durch Zufall im Leutschenbach gelandet. Heute gefällt es mir genauso, mich vor der Kamera zu präsentieren wie hinter dem Mikrofon zu moderieren. Der Mix macht es aus. Die beiden Medien ergänzen sich auch sehr gut und ich kann viele gegenseitige Synergien nutzen. Darum ist es auch schwierig, mich für eine der beiden Medien zu entscheiden. Ich mache beides gern und solange es irgendwie möglich ist, das zeitlich miteinander zu vereinbaren, werde ich weiter Radio und Fernsehen machen.

Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Medien?
Radio ist viel sinnlicher und privater. Im Radiostudio herrscht eine kleine, fast intime Atmosphäre. Radiomachen ist ein Einzelwettkampf, eine One-Man-Show. Als Radiomoderator bist du dein eigener Techniker und kannst die ganze Nation alleine unterhalten. Das ist ein ganz anderes Schaffen als beim Fernsehen. Beim Fernsehen kann ich nicht „Piep“ sagen, ohne dass mehrere Personen zusammen arbeiten. Es braucht einen Kameramann, einen Beleuchter, einen Visagisten, einen Tontechniker, einen Regisseur, eine Maskenbildnerin und viele andere mehr. Darum ist für mich Fernsehen eher Teamwork, während Radiomachen eine Einzelshow ist, obwohl hinter den Kulissen auch ein ganzes Team steht.

Die ganze Schweiz kennt Sven Epiney, aber niemand kennt den Mann an seiner Seite. Halten Sie Ihren Partner bewusst vom Rampenlicht fern?
Nein, gar nicht. Es gibt tatsächlich Fotos von uns. Aber wir versuchen unser Privatleben und das öffentliche Interesse klar zu trennen. Wenn wir gemeinsam irgendwohin gehen, geht es dabei nicht um öffentliche Auftritte, sondern um einen privaten Anlass. Da wir beide in den Medien arbeiten, wollen wir in unserer Freizeit nicht wieder für Fotos posieren. Sicher ist auch das Medieninteresse legitim. Nur – es hat alles seine Grenzen: Man muss nicht gleich allen die Schlafzimmertüre öffnen oder in jedem Schaumbad liegen. Wir entscheiden letztendlich zusammen, was wir der Öffentlichkeit von uns preisgeben und was nicht.

Vor der Kamera sind Sie der Strahlemann der Nation. Gibt es auch den nachdenklichen...
...(fällt ins Wort) Sicher gibt es Momente und Situationen, in denen ich nachdenklich und ernst bin. Wenn man eine Frohnatur ist wie ich, heisst das noch lange nicht, dass man dadurch weniger tiefgründig oder oberflächlich ist. Aber ich arbeite nun mal im Showbusiness und es würde nicht gut aussehen, wenn ich mit einem „Lätsch“ vor der Kamera stehen würde. Ich muss mich aber glücklicherweise nicht verstellen und probiere so authentisch wie möglich rüberzukommen. Eine gewisse Echtheit ist auch nötig, sonst klappt das auf die Dauer nicht.

Sind Sie ein positiv denkender Mensch?
Absolut. Noch vor zehn Jahren war es für mich wichtig, dass ich beim Fernsehen eine Unterhaltungssendung moderieren konnte. Mittlerweile sage ich mir, es kommt, wie es kommt. Es klingt zwar abgedroschen, aber ich habe eine tolle Beziehung, eine nette Familie und habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Was will man mehr? Natürlich gibt es Momente, in denen es weniger gut läuft. Aber ich probiere jeder Situation etwas Positives abzugewinnen und glaube, dass ich mich durch meine Begeisterungsfähigkeit auch über das Fernsehen und Radio hinaus immer irgendwo einbringen kann.

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