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Visp / Naters / Brig-Glis / Die drei grossen Talgemeinden
Visp, Naters und Brig-Glis machen ernst. Die Gemeinderäte haben der
Schaffung einer Agglomerations-Konferenz zugestimmt, in der vorerst die
Präsidenten sowie die Schreiber der drei grossen Talgemeinden Einsitz
nehmen.
Von German Escher
Der Gemeinderat hat dem Vorschlag klar zugestimmt,
gibt der Visper Präsident René Imoberdorf gegenüber der
RZ zu Protokoll. Der Stadtrat findet die Idee sehr gut, ergänzt
die Briger Stadtpräsidentin Viola Amherd. Und auch die Natischer
Kollegen gaben dem Projekt Grünes Licht. Damit wird ein neues Kapitel
in der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den grossen Talgemeinden
aufgeschlagen. Brig-Glis, Naters und Visp sind mit ihrer neuen Strategie
ganz auf der Linie des Bundes, der mit solchen Agglomerationskonferenzen
die Zusammenarbeit in städtischen Räumen verbessern und ein
nachhaltiges Wachstum auslösen möchte. In dieselbe Richtung
zielte bereits die NEAT-Konferenz, die im letzten Jahr von Thomas Gsponer
vom Institut für Wirtschafts- und Sozialfragen initiiert wurde. Das
war der Auslöser, gesteht heute Viola Amherd. Aber der
thematische Rahmen war uns zu eng. Eine Einschätzung,
die Thomas Gsponer teilt: Ich finde es toll, dass sich die Diskussion
über die Formen der Zusammenarbeit in diese Richtung entwickelt.
Ein stärkeres Zentrum wird Wachstum generieren, das dem ganzen Oberwallis
zu Gute kommt.
Zuerst Vertrauen schaffen
Bis im April will der sogenannte Agglo-Rat erstmals tagen. Doch noch
warnt die Briger Präsidentin vor überhöhten Erwartungen.
Wir werden klare Prioritäten setzen und uns über weniger
brisante Themen annähern, um so das gegenseitige Vertrauen aufzubauen.
Für den Visper Amtskollegen sind die Prioritäten klar: Wir
werden uns vor allem mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigen.
Zudem sei die Zusammenarbeit bisher so schlecht nicht gewesen. Vor allem
auf Verwaltungsebene funktioniere der Erfahrungsaustausch bereits sehr
gut, betont René Imoberdorf weiter. Und auch im Briger Stockalperschloss
wird gerne hervorgestrichen, dass die Zusammenarbeit mit Visp oft besser
sei, als dies in den Medien dargestellt werde.
Von Erfahrungen profitieren
Wie sich die wenig spektuläre Zusammenarbeit entwickeln kann,
haben Brig und Naters bereits vorgelebt. Auf das regionale Leitbild folgte
die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ), aus der verschiedene Projekte
hervorgingen. Diese reicht von der Schaffung der Jugendarbeitstelle Briglina
über den neuen Ökohof, die Anstellung eines EDV-Verantwortlichen
bis hin zur gemeinsamen Ausbildung der neuen Gemeinderäte. Allerdings
ist auch hier zu relativieren: An brisantere Standortfragen etwa
die Unterbringung des Unesco-Besucherzentrums im Briger Bahnhof
hat man sich bisher kaum herangewagt.
NEAT-Chance packen
Thomas Gsponer wird nicht müde zu betonen, dass die NEAT Chancen
und Gefahren beinhalte. Umso wichtiger ist es, ein gemeinsames Standortmarketing
aufzubauen und sich auch rechtzeitig mit raumplanerischen Folgen dieser
Entwicklung auseinander zu setzen. Denn nicht nur die Finanzen, auch der
Raum ist knapp bemessen.
Am neuen Agglo-Rat ist es nun, Schwerpunkte zu setzen
und allfällige thematische Arbeitsgruppen einzusetzen. Der Grundgedanke
ist für Stadtpräsidentin Viola Amherd klar: Wir müssen
gemeinsam in die Zukunft sehen und gehen.
Ihre
Meinung interessiert uns!
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