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Brig-Glis / Der Traum von Peter Bodenmann von
einer Treno Dotto könnte doch noch wahr werden. Noch diese Woche
soll eine Probefahrt durch die Innenstadt von Brig-Glis-Naters stattfinden.
Das bestätigt auch Anton Karlen, Direktor von Postauto Oberwallis,
die gemeinsam mit Brig-Belalp Tourismus das Projekt umsetzen möchten.
Von German Escher
Trotz Hiobsbotschaften aus Tourismusorganisationen
etwa die Auflösung von Aletsch Marketing gibt es auch
noch positive Signale und innovative Projekte aus der Branche. Bestes
Beispiel ist der Treno Dotto, für den sich der Briger Hotelier Peter
Bodenmann seit Jahren stark macht und das angeblich mit Erfolg.
Brig-Belalp Tourismus und Postauto Oberwallis wollen die Tschu-Tschu Bahn
ab 2006 durch Brig-GlisNaters rollen lassen.
Probefahrt am Freitag
Wir werden am Freitag Probefahrten mit der Zugskomposition,
die im Sommer in Sitten eingesetzt wird, durchführen, bestätigt
Anton Karlen gegenüber der RhoneZeitung. Postauto betreibt bereits
den Gästezug in der Kantonshauptstadt. Da ist es naheliegend, dass
auch in der Simplonstadt Postauto als Betriebs-partner im Vordergrund
steht. Die Erfahrungen, aber auch Synergien im Unterhalt sprechen für
Postauto, die bekanntlich bereits den Ortsbus in Brig betreiben.
Die Probefahrt dient als Grundlage für die Festlegung
der genauen Strecke vom Briger Stadtplatz zum Stockalperschloss und zum
alten Dorfkern von Naters (Beinhaus). Denkbar wäre zudem der Miteinbezug
der Festung Naters.
Busstandort Brig-Naters stärken
Ziel der neuen Gästeattraktion ist die Stärkung von Brig-Glis-Naters
als Busstandort. Laut Konzept von Peter Bodenmann sind rund 65 Prozent
der Gäste Bustouristen. Konkret heisst dies, dass Brig-Naters dank
den Carunternehmungen an die 78000 Logiernächte regeneriert.
Durchschnittlich verbringt ein Busgast 2,3 Nächte in Brig-Naters.
Dies ergibt rund 34000 Busgäste pro Jahr. Gemäss Konzept
von Peter Bodenmann würde künftig jeder Busgruppe im Pauschalarrangement
auch eine Fahrt mit dem Treno Dotto angeboten. Jede Gruppe würde
spätestens am vorletzten Tag ihres Aufenthaltes eine 35-minütige
Rundfahrt unternehmen, auf der den Gästen ein Coupon für eine
vergünstigte Schlossführung am Folgetag ausgehändigt würde.
Dadurch könnten die rückläufigen Besucherzahlen im Stockeralperschloss
markant gesteigert werden. Gemäss Anton Karlen würde die Zugskomposition
zwischen 17.00 und 21.00 Uhr für die Bustouristen zur Verfügung
stehen. Tagsüber wären öffentliche Fahrten ab dem Stadtplatz
nach einem fixen Fahrplan denkbar. In der Stadt Sitten benutzen während
den vier Sommermonaten rund 10000 Touristen den Petit Train.
Ganzjahresbetrieb in Briglina
In Brig-Naters erhofft man sich wesentlich höhere Frequenzen,
zumal im Unterschied zu Sitten die Simplonstadt von mehr Touristen besucht
wird und in Briglina ein Ganzjahresbetrieb angestrebt wird. Die Fixkosten
von rund 90000 Franken sollten in etwa zur Hälfte von den Hoteliers
und von Brig-Belalp Tourismus gedeckt werden. Ein Teil der Kosten, die
der Verkehrsverein zu übernehmen hat, sollten durch Zusatzfahrten
wieder eingespielt werden. Die Tschu-Tschu-Bahn ist ein interessantes
Zusatzangebot, steigert das touristische Ambiente der Simplonstadt und
lässt aus regionalpolitischer Sicht die fusionierten Verkehrsvereine
Brig und Naters auch angebotsmässig stärker zusammenwachsen.
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