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Termen / Brig / Lange Zeit war es in der Öffentlichkeit still geworden um die Pearlwater AG, die bei Termen ihre Mineralwasserquelle kommerziell nutzen möchte. Nun scheint das Projekt doch konkret zu werden: Gegenwärtig liegt das Baugesuch für den Bau des Geleiseanschlusses öffentlich auf. Gehts nach den Vorstellungen der Pearlwater AG, soll 2006 erstmals Wasser abgefüllt werden.
Von German Escher
Seit Jahren steht der Rohbau am linken Rhoneufer bei Bitsch. Der Plattenbau erweckt aber kaum den Eindruck, dass hier demnächst Mineralwasser sprudeln soll. Umso mehr überrascht das Baugesuch der Pearlwater AG. Das Betriebs- und Abfüllgebäude soll an das Stumpengeleise der SBB angeschlossen werden, über welches dereinst auch die Züge der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) von Brig in Richtung Goms rollen werden. Das entsprechende Gesuch der MGB für die Ostausfahrt lag bekanntlich letztes Jahr auf.
Auf MGB-Dreischienengeleise
Dagegen hat die Pearlwater AG eingesprochen, um ihre Interessen im Zusammenhang mit dem Bau des dringend benötigten Anschlussgeleises zu wahren. Ende Januar haben sich MGB und die Pearlwater AG gemeinsam mit dem Bundesamt für Verkehr darauf geeinigt, dass die Mineralwasserzüge auch über die Schienen der MGB rollen sollen. Dazu wird auf einem ersten gemeinsamen Abschnitt der Bau eines sogenannten Dreischienengeleises notwendig, auf dem sowohl die Schmalspurbahn wie auch die Mineralwasserzüge verkehren können. Die Mehrkosten gehen zulasten der Pearlwater AG.
Das letzte Teilstück vom MGB-Geleise bis in die Betriebshalle, muss die Pearlwater AG selber erstellen. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf 3,2 Millionen Franken. Kosten, welche die Mineralwasserpromotoren doch überrascht haben, wie selbst Verwaltungsrat Mario Ruppen gegenüber der RZ einräumt. Kommt hinzu, dass für den Hallenausbau weitere vier bis fünf Millionen Franken investiert werden müssen.
2006 in Betrieb?
Trotz der Kosten gibt sich VR-Präsident Mario Ruppen zuversichtlich: „Wir möchten nächstes Jahr mit der Produktion beginnen.“ Trifft die Bewilligung wie geplant im Frühsommer ein, erscheint der Terminplan durchaus realistisch. Bleibt die Frage, ob ein Oberwalliser Mineralwasser auf dem hartumkämpften Markt überhaupt eine Chance hat. „Wir haben gute Argumente. Die Qualität des Wassers und die Herkunft aus dem hochalpinen Raum sprechen für uns“, ist Ruppen überzeugt. Im Visier hat die Pearlwater primär die Deutschschweiz und Deutschland. Laut Baugesuchsdossier möchte man das Wasser auch nach Holland und Nordamerika liefern. Gemäss Projektauflage sind bereits für 25 Millionen Liter pro Jahr Vorverträge unterzeichnet. Eigentliche Lieferverträge könne man erst abschliessen, wenn der genaue Produktionsbeginn bekannt sei, ergänzt Ruppen gegenüber der RZ. Der jährliche, theoretische Nettoausstoss beträgt in der ersten Ausbauetappe 75 Millionen Liter. Die Gesamtausschüttung der drei gefassten Wasserquellen beläuft sich auf rund 1000 Millionen Liter.
Die Zahlen zeigen: Kommt das Projekt wirklich in die Realisierung, hat die Mineralwasserquelle durchaus wirtschaftliches Potential. In einer ersten Etappe sind ein gutes Dutzend Arbeitsplätze geplant, die später auf rund zwanzig Stellen erhöht werden sollen.
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