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Der Biogasanlage in Gamsen erwächst erbitterter Widerstand
Drama um Gamsner Kompostanlage


 

Gamsen / Brig / Zermatt / Der Gemeindeverband Oberwallis für die Abfallbewirtschaftung (GVO) plant eine Biogasanlage in Gamsen. Doch der Widerstand wächst. „Warum wieder ausgerechnet unser Dorf?“, moniert die IG Gamsen. „Wenn der Widerstand zu gross wird, blasen wir die ganze Sache ab“, gibt GVO-Präsident Odilo Schmid zurück. – Ein Stück in mehreren Akten.

Von Ruth Seeholzer

Vorspann: Die IG Gamsen und der GVO sind sich schon seit längerer Zeit nicht mehr grün. Damals, zu Zeiten des Baus und der ersten Betriebsjahre der Kehrichtverbrennungsanlage in Gamsen, traten die ersten Zerwürfnisse auf. Heute stösst die GVO mit einem neuen Projekt auf den Widerstand der Gamsner. Das Projekt: Eine Biogasanlage auf dem Gelände der Kehrichtverbrennungsanlage. Die Protagonisten: IG-Präsident Bernard Simonini und GVO-Präsident Odilo Schmid.

1. Akt: Delegiertenversammlung
RZ-LeserInnen wissen: An der Delegiertenversammlung des GVO vom vergangenen 22. April sollte der Bau einer Kompogas-Anlage beschlossen werden. Einzelne Delegierte wehrten sich mit dem Argument, die Abstimmung sei zu kurzfristig. Daraufhin einigte man sich auf eine ausserordentliche Versammlung am 23. Juni 2005. Doch auch die IG Gamsen wehrte sich. „Wir wurden von niemandem informiert“, klagte damals Bernard Simonini gegenüber der RZ.

2. Akt: Information
Inzwischen hatte sich der Vorstand der IG Gamsen weitere Informationen zu der Firma Kompogas und ihren Anlagen eingeholt. Man packte eines Tages die Sachen, fuhr in die Deutschschweiz und sah sich drei solcher Anlagen an. Mit dem Ergebnis, dass nun allen klar war: So eine Anlage wollen wir nicht in unserer Nähe. „In einer der Anlagen stank es extrem“, so Simonini. Daniel Würgler, Verkaufsleiter der Firma Kompogas AG, erklärt gegenüber der RZ: „Die Anlage, die sich die Herren aus Gamsen anschauten, hat eine unzulängliche Betriebsführung. Bei guter Führung ist eine Kompogas-Anlage absolut geruchsarm.“

3. Akt: Die Beteiligten
Am künftigen Projekt „Kompogasanlage Gamsen“ sollten beteiligt sein: Der GVO mit einem Drittel des Aktienkapitals, die Kompogas-AG mit einem zweiten Drittel und private Firmen, unter anderen die Let-Con AG in Zermatt, mit dem letzten Drittel. Ulrich Schafhausen, Geschäftsführer der Firma Let-Con AG, die auch die Transporte des Zermatter Mülls in die KVA Gamsen übernommen hat: „Ein Drittel des Kehrichts ist vergärbar. Wir wollten die Synergien mit der bestehenden KVA nutzen, um eine Biogasanlage zu erstellen.“ Odilo Schmid, Präsident des GVO, meinte damals in der RZ: „Damit können wir maschinelle und personelle Ressourcen von Seiten der KVA nutzen.“

4. Akt: Die Gegner
Kurt Studer, Vorstandsmitglied der IG Gamsen: „Die geplante Biogasanlage müsste zu einem grossen Teil Küchenabfälle aus den Tourismusorten, vor allem natürlich Zermatt, entgegen nehmen. Das ist nicht unproblematisch.“ Bernard Simonini: „Wir haben tagtäglich Staubwolken von der Deponie in Gamsen. Wir haben die KVA. Wir wollen keine zusätzlichen Anlagen mehr.“ Albert Bass, Vertreter der Betreiberin des Thermalbades und Campingplatzes Brigerbad, Cécile Kalbermatten, zeigt sich auch nicht sehr begeistert über die geplante Anlage: „Nur schon kleinere Geruchsemissionen würden die Gäste empfindlich stören.“ Er hat sich an die Standortgemeinde Brig-Glis gewandt und wartet auf eine Antwort.

5. Akt: Schluss
Schafhausen von der Let-Con AG: „Wenn der Widerstand in Gamsen zu gross wird, ziehen wir unser Projekt zurück. Es wäre aber schade um die gute Idee.“ Odilo Schmid: „Mich ärgert die Haltung der IG Gamsen. Ich will mit denen nicht streiten. Ich werde das Projekt zurückziehen.“

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