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Das Drama um eine Oberwalliser Biogasanlage geht in eine neue Runde
Verwirrspiel um Biogas-Anlage


 

Gamsen / Visp / Wird das Projekt einer Biogasanlage in Gamsen zurückgezogen oder nicht? Odilo Schmid, Präsident der GVO, lässt dies neuerdings offen. Er sei jedoch bereit, andere Standorte zu prüfen, erklärt er gegenüber der RZ. – Wie auch immer: Ein Visper Bauer hat bereits die Initiative ergriffen und wird noch dieses Jahr die erste Oberwalliser Biogasanlage bauen.

Von Ruth Seeholzer

Der Beitrag in der RZ von letzter Woche zur geplanten Kompogas-Anlage in Gamsen löste grossen Widerhall aus. Vor allem die Aussage von Alt-Nationalrat und Präsident des Gemeindeverbandes für die Abfallbewirtschaftung (GVO), Odilo Schmid, er werde das Projekt in Gamsen auf Grund des grossen Widerstands zurückziehen. „Nun werden wir Gamsner also doch nicht mit den Emissionen einer weiteren Anlage belästigt“, zeigte sich IG-Gamsen-Präsident Bernard Simonini erleichtert. Seine Freude sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Odilo Schmid präzisierte jetzt nochmals gegenüber der RZ, dass er an der Delegiertenversammlung der GVO vom 23. Juni das Projekt einer Kompogas-Anlage präsentieren wolle. Für ihn sei jedoch der Standort Gamsen nicht mehr zwingend. „Ich bin offen für alle Lösungen.“ Inzwischen hat Schmid bereits mit anderen möglichen Standortgemeinden Kontakt aufgenommen. Turtmann wäre allenfalls auch interessiert, wie Burgerpräsident Lukas Jäger gegenüber der RZ bestätigte.

Kompost für Eigengebrauch
Währenddem die Befürworter einer Biogasanlage in Gamsen noch nicht einmal das Okay aller künftig Beteiligten hat, hat ein initiativer Visper Bauer bereits im letzten Herbst beim Kanton Wallis ein Baugesuch für seine geplante Biogasanlage in der Visper Grosseye eingereicht. Max Stalder, Ingenieur-Agronom ETH und Biobauer in der Grosseye, will das Projekt wagen: „Das Problem der Gastroabfälle und Grüngutentsorgung ist im Oberwallis tatsächlich nicht gelöst.“ Er hat sich mit mehreren Landwirtschaftsbetrieben zusammen geschlossen. Neben den normalen landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Jauche und Mist will er künftig auch Küchenabfälle aus Restaurationsbetrieben und von Privaten in seiner Anlage fermentieren und aus dem gewonnenen Gas Ökostrom produzieren. „Wir werden, ganz im Gegensatz zu einer so grossen Industrieanlage, wie sie in Gamsen geplant ist, keine Schwierigkeiten haben, die Menge an Kompost, die anfällt, auszubringen.“

Baubewilligung ist da
Tatsächlich müsste für die geplante Anlage in Gamsen der ganze Grüngutabfall bis Sitten und weiter geholt werden, damit sie überhaupt ausgelastet ist. Und danach wohin mit dem Kompost? Geplant wäre, dass die Gemeinden „ihren“ Kompost, der aus ihrer Abfallmenge entstanden ist, wieder zurücknehmen müssten. „Wohin müsste dann Zermatt mit dem riesigen Kompostberg, der durch die ganzen Küchenabfälle entsteht?“, fragt sich Max Stalder wohl nicht ganz zu Unrecht. Seine Lösung erscheint ihm viel sinnvoller: „Wir sind viele Bauern hier im Talgrund, die den Kompost auf unseren eigenen Wiesen und Äckern ausbringen können.“ Max Stalder hat in diesen Tagen die Baubewilligung für seine Biogasanlage erhalten. Ende dieses Jahres kann er mit dem Betrieb beginnen. Interessierte können sich bereits heute an den jungen Bauern wenden.

Petition gegen Anlage in Gamsen
Die IG Gamsen will der geplanten Kompogas-Anlage in Gamsen weiterhin die Krallen zeigen. „Wir lancieren wie geplant unsere Petition. Wir werden in Gamsen, Brigerbad und Glis Unterschriften sammeln gegen die geplante Anlage“, so Simonini. Zudem soll in allernächster Zeit eine Informationsversammlung für das ganze Dorf Gamsen stattfinden. „Wir geben nicht auf“, meint Simonini kämpferisch. „Wir wollen diese Anlage nicht bei uns!“

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