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Brig-Glis / Die verschiedenen Bundesämter haben eine entscheidende Weichenstellung zugunsten der Ostausfahrt der Matterhorn Gotthard Bahn in Brig vorgenommen. Nach einer eingehenden Güterabwägung haben die Bundesbehörden dem Abbruch des Lagerhochhauses zugestimmt.
Von German Escher
„Die grösste Knacknuss ist gelöst“, bestätigt Gregor Saladin, Mediensprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV), der RhoneZeitung auf Anfrage. „Die Bundesämter für Verkehr, für Kultur und jenes für Umwelt, Wald und Landschaft haben sich darauf geeinigt, dass die Ostausfahrt gemäss MGB-Auflageprojekt vorangetrieben werden soll. Somit darf das Lagerhochhaus abgebrochen werden.“ In der Güterabwägung habe man auch die Einwände der Denkmalpflege besonders berücksichtigt. Das Lagerhochhaus ist bekanntlich eines der ersten Betonbauten der Schweiz und wird auch als Zweckbau der Kriegsjahre in Denkmalschutzkreisen als schützenswert bezeichnet. Zudem wurde das Gebäude erst vor zehn Jahren für dreizehn Millionen Franken saniert.
Tunnelvariante geologisch heikel
In ihrer Gesamtabwägung wurde auch die im Vorprojekt erarbeitete Alternativlinienführung miteinbezogen. Laut Saladin hätte man das Hochhaus in einem 100 Meter langen Tunnel umfahren müssen. Auf beiden Seiten des Tunnels wären auf einer Länge von 85, beziehungsweise 100 Metern grössere Stützmauern notwendig gewesen. „Auch die geologischen Verhältnisse im Tonschieferfels sind sehr ungünstig“, präzisiert der BAV-Sprecher gegenüber der RZ. Die hohe Steinschlaggefahr, die Folgekosten des Unterhalts und die ungeklärte Deponiefrage des Ausbruchmaterials waren weitere Gründe, welche gegen die Tunnelvariante sprachen.
Abbruch günstiger als Umnutzung
Weil die Pflichtlager nicht mehr bestehen, wird das Getreidelager im Briger Rhonesandquartier seit längerem nicht mehr genutzt. Die Alternative zum Abbruch wäre konsequenterweise eine Umnutzung. Ein Umbau kommt laut BAV aber aus Kostengründen nicht in Frage. „Ein Abbruch ist rund 4,5 Millionen Franken günstiger als eine Umnutzung“, bestätigt Saladin der RZ.
Mit ihrem Beschluss zugunsten des Abbruchs folgen die Bundesstellen auch den Stellungnahmen von Kanton und Gemeinden. In einem nächsten Schritt werden jetzt Verhandlungen mit den weiteren Einsprechern geführt. Mit der Plangenehmigungsverfügung, gegen die wiederum rekurriert werden kann, ist laut BAV voraussichtlich im August zu rechnen. Damit sollte das Ziel, die MGB-Ostausfahrt bis 2007 zu bauen, noch zu erreichen sein.
64-Millionen-Projekt
Nach der Realisierung der Ostausfahrt würde die Schmalspurbahn am südlichen Rand der SBB-Schienenanlage bis zum Simplontunnel geführt, wo eine 162 Meter lange Unterführung geplant ist, um anschliessend zunächst auf dem heutigen Abstellgeleise der SBB weiter nach Osten zu fahren und dann über eine 176 Meter lange Brücke auf das bestehende MGB-Trassee einzubiegen. Aus dem heutigen Briger MGB-Sackbahnhof würde ein Durchgangsbahnhof. Der Betrieb würde entsprechend erleichtert und Naters mit all den unbewachten Bahnübergängen vom Bahnverkehr entlastet. Die Baukosten werden insgesamt auf rund 64 Millionen Franken geschätzt.
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