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Leuk / Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Leuk vor knapp zwei Jahren hat sich die Vegetation erstaunlich gut erholt. Trotzdem sind die Brandspuren noch weit herum sichtbar.
Von Walter Bellwald
Ein Augenschein vor Ort beweist: Die Brandwunden oberhalb Leuk sind noch lange nicht verheilt. Noch vielerorts ragen die schwarzen Baumstummel wie drohende Mahnfiguren in den Himmel. Ganz anders hingegen präsentiert sich die Vegetation am Boden. Das saftige Grün bahnt sich langsam seinen Weg durch das Unterholz und trotzt den kargen Bodenverhältnissen.
Studie über Auswirkungen
Der verheerende Waldbrand vom 13. August 2003 hinterliess ein Bild der Zerstörung: Rund 300 Hektaren Wald fielen dem Flammeninferno zum Opfer. Nach Schätzungen von Experten wird es noch Jahre dauern, bis sich die Vegetation erholt hat. Eine Forschungsgruppe der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat vor einem Jahr damit begonnen, eine Studie über die Auswirkungen des Waldbrandes auf die hiesige Vegetation zu erheben. „Wir wollen mit einfachen Mitteln untersuchen, wie sich ein Waldbrand längerfristig auf die Vegetationsentwicklung auswirken kann“, erklärt Projektleiter Thomas Wohlgemuth gegenüber der RZ. Dabei wird die Vegetation im ganzen Waldperimeter in regelmässigen Abständen stichprobenartig erhoben.
Überraschende Ergebnisse
Nach Wohlgemuth hat man festgestellt, dass sich vor allem in mittleren Lagen zwischen 1200 und 1800 Metern die Vegetation sehr spärlich entwickelt. In der Nähe des Waldrandes und in flacheren Passagen wurde dagegen eine förmliche Vegetationsexplosion gesichtet. „Es gibt einzelne Pflanzenarten wie beispielsweise die Goldkerze oder der Serberwaid, die sich rasend schnell verbreiten“, erklärt Wohlgemuth. Auch die Brombeeren hätten sich als feuerresistent erwiesen. „Im unteren Teil des Waldbrandperimeters haben wir auffällig viele Brombeersträucher entdeckt.“ Daneben sei das sogenannte Feuermoos (nach seiner rötlichen Farbe benannt) weitverbreitet. „Während im letzten Jahr die Vegetation noch sehr spärlich war, stellen wir heuer eine starke Zunahme fest“, so Wohlgemuth.
Starker Borkenkäferbefall
Neben der steten Beobachtung der Vegetation wird auch die Insektenvielfalt im Brandperimeter untersucht. Rund achtzehn Fallen im und um den Perimeter wurden aufgestellt, um festzustellen, wie viele verschiedene Arten in der betroffenen Region umherschwirren. „Vor allem im Übergangsbereich zwischen unbeschädigtem Wald und Waldbrandgebiet hat es auffällig viele Insektenarten“, erklärt Wohlgemuth. Die riesige Population der Insekten hat aber auch negative Auswirkungen auf die Vegetation: So sind auffällig viele Bäume am Rande des Waldbrandgebietes von Borkenkäfern befallen. „Vor allem Bäume, deren Stammfuss verbrannt ist und die dadurch geschwächt sind, werden vom Borkenkäfer befallen“, bestätigt Revierförster Konrad Egger. Um die Plage in den Griff zu bekommen, werden die befallenen Bäume gefällt und wegtransportiert. Egger: „Damit wollen wir verhindern, dass die Plage auch auf die gesunden Bäume übergreift.“
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