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Visp / „Wir freuen uns auf den Schulbeginn“, sagen Reshma, Roshin, Remya und Resmi übereinstimmend. Die vier angehenden Drittklässler haben zwar verschiedene Interessen, aber sind sich überaus ähnlich: Sie sind Vierlinge!
Von Walter Bellwald
Ruhig und aufmerksam sitzen die drei Mädchen Reshma, Remya und Resmi sowie Roshin, der einzige Bub, in der Wohnstube und hören gespannt zu, wie Mama Stella Chittilappilly (37) erzählt. Seit rund fünf Jahren lebt die gebürtige Österreicherin mit ihrem Mann Inasu Devassy (41) und den Vierlingen in Visp.
Von Indien in die Mozartstadt
Bevor sie hierher gezogen ist, lebte Stella fast zehn Jahre in Wien. „Weil mein Mann dort arbeitete, bin ich nach Europa gekommen“, beginnt sie zu erzählen. Fünfzehn Jahre ist es her, seit sie in der österreichischen Kaiserstadt Fuss fasste. „Anfangs war es für mich recht ungewöhnlich, mich in der grossen Stadt zurechtzufinden.“ Das grösste Problem: Die Sprache. Aber mit viel Ehrgeiz und Fleiss machte sie dieses Manko schnell wett. Die gelernte Krankenschwester arbeitete in einem Bezirksspital der Stadt. Obwohl Stella und ihr Mann ein Kind wollten, blieb ihnen dieser Wunsch vorerst verwehrt. „Darum habe ich mich einer Hormonbehandlung unterzogen“, erinnert sie sich zurück. Als Stella schwanger wurde, suchte sie einen Arzt auf. „Als mir dieser erwiderte, dass ich vier Kinder erwarten würde, war ich erst einmal geschockt“, lacht sie herzlich. Heute würde sie keines davon wieder hergeben.
Umzug nach Visp
Die Geburt der Vierlinge verlief problemlos. Weil die Kinder aber stark untergewichtig waren, mussten sie in den Brutkasten. „Nach vier Wochen durften wir unsere Kleinen endlich nach Hause nehmen“, sagt Stella. Doch jetzt begann die Arbeit erst recht. Die vier kleinen Schreihälse wollten alle gleichzeitig versorgt sein. Stella: „Es war zwar eine strenge, aber schöne Zeit.“ Im Oktober 2000 beschloss die Familie, in die Schweiz zu ziehen. „Wir wollten in eine ländliche Gegend.“ Schliesslich fanden Stella und ihr Mann Inasu in Visp eine Anstellung. Im Jahre 2001 wurden die Vierlinge Reshma, Roshin, Remya und Resmi eingeschult. Obwohl die Kinder praktisch kein Deutsch konnten, lernten sie spielend schnell die neue Sprache. „Die Lehrerinnen Josianne Burgener, Lucie Lochmatter und Regula Ritler waren uns dabei eine grosse Hilfe“, blickt Stella dankbar zurück.
Musik und Sport
Heute unterscheiden sich die Vierlinge in nichts von ihren gleichaltrigen Klassenkameraden. Einzig die Hautfarbe lässt auf ihre indische Herkunft schliessen. Während Reshma vor allem gerne bastelt und liebend gerne den Gitarrenunterricht besuchen würde, ist ihre eineiige Zwillingsschwester Resmi dem Lesen zugetan und möchte das Klavierspielen erlernen. Remya ist eine begeisterte Turnerin und will einmal Geige spielen, während Roshin bei den Junioren E III des FC Visp als Verteidiger seinen Mann steht. Die vier sind gelehrige Schüler und freuen sich, wenn es endlich wieder losgeht und sie die Schulbank drücken dürfen. Auf ihren Berufswunsch angesprochen, sind sich die drei Mädchen einig: „Lehrerin“, tönt es wie aus einem Munde. Demgegenüber hat sich Roshin mehr dem intellektuellen Sportsgeist verschrieben: „Ich möchte einmal Schachmeister werden“, strahlt der kleine Junge übers ganze Gesicht.
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