|
Brig-Glis / In zwei Wochen geht ein besonderes Kapitel zu Ende: Am 1. September wird das Zeughaus in Brig-Glis definitiv geschlossen. Einziger Trost: Für fast alle Mitarbeiter konnte eine Lösung gefunden werden.
Von German Escher
„Am 1. September ist alles vorbei“, erklärt Remo Salzmann, Filialleiter Zeughaus und Waffenplätze Wallis, gegenüber der RZ. Zu spüren bekommen das primär die Oberwalliser Armeeangehörigen, die demnächst aus der Wehrpflicht entlassen werden. Ab 1. September kann die persönliche Ausrüstung nur noch im kantonalen Zeughaus in Sitten abgegeben werden.
20 Stellen gestrichen
Konsequenzen hat die Schliessung aber primär für die 36 Mitarbeiter. Insgesamt gehen 20 Stellen verloren. Seit Bekanntwerden des Stellenabbaus hat ein Jobcenter in Bern im Auftrag des Bundes die betroffenen Personen betreut. „Für 18 Mitarbeiter konnte bereits bundesintern oder in der Privatwirtschaft eine Lösung gefunden werden“, freut sich Salzmann.
16 Stellen bleiben im Oberwallis erhalten. Die Mitarbeiter, die ihre Büros in der Kaserne der Festungswache neben dem Spital Brig beziehen werden, betreuen noch die Schiessplätze Gluringen und Simplon sowie die Flabplätze in Ulrichen und Gluringen. Zudem übernehmen sie administrative und logistische Arbeiten für die Armee im Oberwallis.
Einst 79 Mitarbeiter
Mit der Schliessung geht eine fast 100-jährige Geschichte zu Ende. Laut Salzmann wurde das Zeughaus 1911 erstellt und stetig modernisiert. Noch vor zehn Jahren beschäftigte man 79 Mitarbeiter. Zudem bildete das Zeughaus Automechaniker und Elektroniker aus. All dies ist nun Geschichte. „Bis zum 30. November haben wir Zeit, die notwendigen Aufräumarbeiten durchzuführen“, sagt Salzmann. Ab dem 1. Dezember wird das Zeughausareal durch die Armasuisse Immobilien liquidiert. Das Zeughausareal umfasst 6800 Quadratmeter und befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten. Auf dem Gelände stehen ein Bürotrakt mit technischen Werkstätten sowie zwei grosse Lagerhallen.
Standortgemeinde interessiert
Als möglicher Käufer kommt primär die Stadtgemeinde Brig-Glis in Frage. Der Kaufentscheid wird letztlich vom Preis abhängen. „Bis heute haben wir noch kein konkretes Angebot erhalten“, hält Stadtpräsidentin Viola Amherd gegenüber der RZ fest. „Erst wenn wir den Preis kennen, werden wir uns ernsthaft mit dem möglichen Kauf des Zeughauses auseinander setzen.“
Denkbar sind verschiedene Nutzungen. Bekanntlich hat das Wallis den grundsätzlichen Zuschlag für die Videocodierung und die Retourenverarbeitung der Post erhalten. Als mögliche Standorte sind derzeit noch Sitten und Brig-Glis im Rennen. Für die Simplonstadt wäre dies eine willkommene Kompensation für den schleichenden Abbau von Bundesstellen in der Region.
Ihre
Meinung interessiert uns!
|