D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Grundsatzentscheid des Gemeinderates zugunsten des Projekts des Bio-Bauern Max Stalder
Visp setzt auf neue Biogas-Anlage


 

Visp / Die Gemeinde Visp wird künftig eng mit dem Betreiber der neuen Biogas-Anlage zusammenarbeiten. Diesen Grundsatzentscheid hat der Visper Gemeinderat gefällt, wie Präsident René Imoberdorf gegenüber der RZ bestätigt. Damit stellt sich Visp gegen die vom Gemeindeverband beschlossene zentrale, industrielle Kompogasanlage.

Von German Escher

RZ-Leser wissen: In der Frage, wo und vor allem wie künftig organische Abfälle entsorgt werden sollen, ist eine heftige Kontroverse entbrannt. Auf der einen Seite macht der Gemeindeverband Druck für den Bau einer Kompogasanlage und verärgerte damit die IG Gamsen. Auf der anderen Seite unterstreichen die Anhänger von dezentralen Biogas-Anlagen die Vorteile für die Bauern und die Umwelt. Und beide Lager machen Ernst: Während die Delegierten des Gemeindeverbandes dem Kom-pogas-Projekt im Grundsatzzugestimmt haben, hat Biobauer Max Stalder im Westen von Visp bereits mit dem Bau seiner Biogasanlage begonnen. Bleibt die Frage, wer letztlich das Rennen machen wird? Vor diesem Hintergrund entbehrt der Visper Gemeinderatsbeschluss nicht einer gewissen Brisanz: Zumindest vorerst hat der Biogas-Bauer die Nase vorn.

Visper Handlungsbedarf
„Wir standen unter Zeitdruck. Wir benötigen ab 2006 eine neue Lösung. Weil wir in der Frage der Kompogasanlage keinen klaren Zeithorizont sehen, blieb uns keine andere Wahl“, argumentiert der Visper Gemeindepräsident René Imoberdorf gegenüber der RZ. Der Grund: Gegenwärtig betreibt ein Privatunternehmen im Auftrag der Gemeinde beim Schiessstand Schwarzer Graben eine Deponie für Grünabfälle. Weil die Gemeinde dieses Grundstück für den Autobahnbau Ende Jahr abtreten muss, kam die Gemeinde unter Zugzwang. Da drängte sich eine Zusammenarbeit mit Biobauer Max Stalder geradezu auf. „Die einzige Alternative wäre für uns die Einstellung der Grünsammlung“, gesteht Imoberdorf. Und das kam für den Gemeinderat nicht in Frage.

Rund 1000 Tonnen pro Jahr
Die Gemeinde Visp betreibt eine sehr fortschrittliche Abfallpolitik. Wöchentlich werden nicht nur Rasenschnitt und Sträucher, sondern auch Hausspeisereste eingesammelt. Eine Dienstleistung, die auf grosses Echos stösst. 2001 wurden von den privaten Haushaltungen insgesamt 451 Tonnen organische Abfälle eingesammelt. 2002 waren es erstmals über 500 Tonnen. Im letzten Jahr stieg das Grünabfuhrvolumen auf stolze 531 Tonnen. Die Gemeinde ihrerseits bringt nochmals rund 500 Tonnen zur Grünabfalldeponie Schwarzer Graben.

Saaser Gastro-Abfälle in Visp
Pikantes Detail: Zu den über 1000 Tonnen aus Visp kommt eine nicht näher bezifferbare Menge aus anderen Gemeinden. So werden hier Küchenabfälle von Restaurationsbetrieben im Saastal vom privaten Deponiebetreiber entsorgt. „Teilweise ist das offenbar so“, bestätigt Gemeindepräsident Imoberdorf. Und Ressortchef Frank Zurbriggen betont: „Die Gemeinde hat davon nichts gewusst.“ Imoberdorf hält jedoch fest, dass für die Deponie sämtliche Bewilligungen vorhanden sind. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Betrieb „nicht ganz unproblematisch“ sei. So trafen immer wieder mal Reklamationen ein, wonach es auf der Deponie stinke.

Visper gegen den Gemeindeverband
Die rund 1000 Tonnen organische Abfälle aus Visp werden der vom Gemeindeverband geplanten industriellen Entsorgungsanlage fehlen. „Wir werden die organischen Abfälle mindestens für die nächsten fünf Jahre an die Biogas-Anlage von Max Stalder liefern“, bestätigt Imoberdorf. „Wir gehen davon aus, dass der Beschluss des Gemeindeverbandes für uns nicht bindend ist. Die angeschlossenen Gemeinden müssen lediglich den üblichen Kehricht zur Verbrennung nach Gamsen liefern. Die Entsorgung der übrigen Abfälle liegt in der Kompetenz der Gemeinde.“

Ihre Meinung interessiert uns!


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: