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Raron / St. German / Der Flugplatz Raron befindet sich in einer Übergangsphase. Nach Ende der Bauarbeiten an der NEAT soll er nach Osten verlegt werden. Danach will sich die Standortgemeinde Raron um mehr Einfluss bemühen.
Von Ruth Seeholzer
An der Urversammlung der Gemeinde Raron vom 22. Februar stellte ein Rarner Bürger fest, dass die zugelassenen Flugbewegungen auf dem Flugplatz Raron seiner Meinung nach um das Dreifache überschritten würden. Er beschwerte sich über die zunehmende Zahl der Aktivitäten auf dem Rarner Flugplatz. Das Protokoll dieser Urversammlung machte Erich Künzi hellhörig. Denn auch er und seine Familie haben keine Freude an den Flugzeugen, die über Raron kreisen.
Eclat an der Urversammlung
An der nächsten Urversammlung im Juni 2005 erklärte der zuständige Gemeinderat Bernard Vogel, dass gemäss seinen Informationen keinerlei Verstösse gegen das Betriebsreglement des Flugplatzes Raron vorlägen. Die Anzahl der erlaubten 3000 Flugbewegungen pro Jahr sei nicht überschritten, sondern gar unterschritten worden. „Ich kann das fast nicht glauben“, so Erich Künzi gegenüber der RZ. Er sehe schliesslich mit eigenen Augen – und höre mit eigenen Ohren – wie viel da geflogen werde. Demgegenüber erklärt Anton Kohler, Sprecher beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), dass es im Jahr 2004 bloss 1617 Flugbewegungen in Raron gegeben habe. Kohler ergänzt gegenüber der RZ: „Die Fluggruppe Oberwallis hat sich freiwillig auf 3000 Flugbewegungen pro Jahr beschränkt. Das Betriebsreglement für den zivil mitbenützten Militärflugplatz Raron sieht keine Begrenzung vor.“
Flugbewegungen kontrollieren
Die Fluggruppe Oberwallis (FGO) ist die Betreiberin des Flugplatzes Raron. „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner sehr ernst“, erklärt deren Präsident Fritz Grogg. Auf den Vorwurf hin, die FGO könne die Flugbewegungen gar nicht alle kontrollieren, da nicht immer jemand auf Platz sei, meint Grogg: „Jeder fremde Flieger muss sich telefonisch beim Flugplatzchef anmelden. Und alle müssen sich im Kontroll-Büro eintragen.“ Grogg verweist weiter darauf hin, dass sich der Flugplatz Raron momentan in einer Übergangslösung befinde. Sobald die NEAT den Platz östlich der Strasse nach St. German nicht mehr für Aushubmaterial benötige, könne die Flugpiste weiter nach Osten verlegt werden. „Was danach kommt, ist noch alles offen. Auch, wer künftig den Flugplatz Raron betreibt.“
Gemeinde als Betreiberin?
Der besorgte Anwohner Erich Künzi wirft der Gemeinde Raron weiter vor, wirtschaftlich zu wenig Nutzen aus dem Flugplatz zu ziehen. „Sie sollten sich Ulrichen als Vorbild nehmen. Die generieren laut eigenen Angaben jedes Jahr über 200’000 Franken aus ihrem Flugplatz.“ Der Rarner Gemeindepräsident Daniel Troger relativiert: „Wir haben momentan tatsächlich nicht grosse Einnahmen aus dem Flugplatz. Im Unterschied zu Ulrichen sind wir jedoch nicht Besitzerin des Flugplatzes. Der gehört immer noch dem Bund.“ Zudem habe die Gemeinde im Jahr 2001 einen Grundsatzentscheid gefällt, dass der Flugplatz für grössere Anlässe, wie sie momentan unter anderem in Turtmann stattfinden, nicht zur Verfügung stehe. Nach Beendigung der Bauarbeiten an der NEAT werde sich Raron jedoch um mehr Einfluss auf dem Flugplatz bemühen. Ob damit gemeint sei, dass die Gemeinde künftig als Betreiberin des Flugplatzes auftreten werde, konnte Troger weder bestätigen noch dementieren.
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