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Oberwallis / Acht Golfclubs existieren momentan im Wallis. Mit Hilfe des Walliser Verbands sollen in Zukunft noch mehr Leute für das Spiel mit dem weissen Ball gewonnen werden. Und durch das Projekt „Top of Golf“ sollen vermehrt Golftouristen den Weg ins Wallis finden.
Von Markus Pianzola
Der erneut grosse Zuschaueraufmarsch (47’500 Besucher an vier Tagen) letzte Woche beim European Masters in Crans-Montana beweist es: Der Golfsport geniesst auch in unserer Region immer grössere Beliebtheit. Damit diese Entwicklung weiter vorangetrieben werden kann, wurde die Vereinigung „Top of Golf“ gegründet, in welcher der Walliser Golfverband, alle acht Walliser Golfclubs, die einzelnen Golfdestinationen sowie Wallis Tourismus vertreten sind. „Das Budget von rund 30’000 Franken ist zwar relativ bescheiden. Aber diese Vorgehensweise ist immer noch besser, als wenn alle für sich kämpfen müssen“, erklärt Giusy Abatemarco, Präsident des Walliser Golfverbandes.
Golftouristen ins Wallis locken
Ziel von „Top of Golf“ ist es, vermehrt golfende Gäste ins Wallis zu bringen. „Es ist ein Klischee, dass diese Gäste allesamt gut betucht seien. Normalerweise handelt es sich um Individualgäste, die aber tatsächlich drei bis vier Mal mehr Geld ausgeben als normale Touristen“, sagt Abatemarco. Die Golfer/-innen könnten in absehbarer Zukunft im Sommer denselben Stellenwert für die Tourismusbranche einnehmen, wie bereits heute die Skigäste im Winter, ist der Briger überzeugt. Mit Hochglanzbroschüren, Auftritten an verschiedenen Golfmessen und Crans-Montana als Zugpferd soll dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden.
„Mehr als nur ein Altherrensport“
Aber auch in der einheimischen Golfszene tut sich was. Der Walliser Golfverband hat sich vornehmlich der Nachwuchsförderung verschrieben. So existieren seit diesem Jahr unter der Leitung von ex-Profi Steve Rey, Christian Mittaz und dem Oberwalliser Patrick Ruppen drei Juniorenmannschaften, bestehend jeweils aus acht bis zwölf jungen Talenten der Region. Insgesamt sind von den momentan 5300 aktiven Golfer/-innen im Wallis deren 550 noch im Juniorenalter. „In den letzten Jahren haben wir grosse Mitgliederzuwüchse verzeichnen können. Die Tatsache, dass mehr als ein Zehntel davon Junioren sind, zeigt, dass Golf viel mehr als nur ein Altherrensport ist“, führt Abatemarco nicht ohne Stolz aus. Interessierte Junggolfer/-innen profitieren in den meisten Clubs von vergünstigten Preisen und können sich die notwendige Ausrüstung anfangs ausleihen. Nebst der Nachwuchsförderung organisiert der Walliser Verband unter anderem auch die verschiedenen Walliser Meisterschaften, den kantonalen Ladies Day und ein Seniorenturnier.
Kein Breitensport
Mitglieder werden von den einzelnen Clubs in den meisten Fällen durch Mund-zu-Mund-Propaganda angeworben. Doch ein Breitensport dürfte Golf trotz wachsenden Mitgliederzahlen hierzulande in absehbarer Zeit nicht werden. Abatemarco: „Allein schon die beschränkte Zahl von Plätzen im Kanton spricht dagegen. Wir haben aber auch gar nicht den Anspruch, Sportarten wie Fussball oder Tennis den Rang abzulaufen.“
Frauen im Vorteil
Momentan frönen im Wallis noch mehr Männer als Frauen dem Sport mit dem kleinen weissen Ball. Dies, obwohl das vermeintlich schwächere Geschlecht eigentlich die besseren Voraussetzungen mitbringt: „Frauen beherrschen die Technik in der Regel schneller als Männer. Beim Golf geht es mehr um Gefühl als um reine Kraft, hier haben manche Männer anfangs ihre liebe Mühe.“
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