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Brig-Glis / Das Parkhaus Weri ist zwölf Jahre alt und bereits ein Millionen teurer Sanierungsfall. Sämtliche Beläge werden gegenwärtig ersetzt. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Franken!
Von German Escher
Die fleissigen Benutzer vermissen gegenwärtig ihr Parkhaus auf der Briger Weri. Sie müssen ihr Auto anderswo abstellen. Das Parkhaus Altstadt bleibt bis am 23. September für sämtliche Benutzer geschlossen. Anschliessend wird das Parking während Wochen nur teilweise zur Verfügung stehen.
1,6 Mio. und 10 Jahre Garantie
Der Grund für die Sperrung: Das Parkhaus muss einer aufwändigen Sanierung unterzogen werden. „Es werden sämtliche Böden abgefräst und ein neuer Belag eingebaut“, erklärt Stadtarchitekt Hans Ritz der RZ auf Anfrage. Konkret: Auf allen fünf Halbgeschossen mit einer Gesamtfläche von 8’600 Quadratmetern und teilweise an den Seitenwänden wird ein neuartiger, riss-überbrückender Belag eingegossen. So entsteht eine eigentlich Bodenwanne, die vollumfänglich dicht sein soll. Die Arbeiten wurden laut Auskunft des Briger Bauamtes zu einem Fixpreis von 1,6 Millionen Franken vergeben. Der Vertrag beinhaltet zudem eine zehnjährige Unterhaltsgarantie. Auch später anfallende Unterhaltsarbeiten sollten sich dann im Rahmen halten.
Das unterirdische Parkhaus Altstadt wurde anfangs der 90er Jahre erbaut. Nach wenigen Betriebsmonaten wurde das Parkhaus durch die Unwetter im September 1993 schwer beschädigt und erstmals saniert. Dabei wurde der anfängliche Asphalt durch einen Spezialbelag ersetzt, der sich offenbar nicht bewährt hat. So musste der Belag bereits früher punktuell repariert werden. An den oberen Etagen zeigten sich schon bald einmal verschiedene Risse, durch die das Wasser durchsickerte und Lackschäden an den parkierten Autos verursachte. Jetzt schien eine umfangreichere Sanierung unumgänglich, wie das Bauamt gegenüber der RZ auf Anfrage festhält: „Durch die vielen undichten Stellen des Belages kann Wasser in die Betonkonstruktion eindringen, was zur Korrosion der Armierung und zu einer Schwächung der Tragkonstruktion führt. Bei einem undichten Belag entstehen über den Zeitraum von 15 bis 20 Jahren Schäden, welche sehr hohe Kosten für eine Beton- respektive Armierungssanierung nach sich ziehen. Damit die Betonkonstruktion langfristig geschützt werden kann, ist es dringend nötig, einen parkhausspezifischen, wasserdichten Bodenbelag einzubauen. Wenn die Beläge jetzt nicht ersetzt werden, drohen später umfangreiche Betonsanierungen.“
Sanierungsbedarf überrascht
Bleibt die Frage, warum bereits nach so kurzer Zeit solch teure Bodensanierungen notwendig sind. Bei den damals verwendeten Materialien müsse mit einer Sanierung nach rund zehn Jahren gerechnet werden, versucht der Stadtarchitekt gegenüber der RZ zu erklären.
Die extreme Belastung durch Wasser und Streusalz habe auch andernorts zu Sanierungen geführt. So umfangreiche Instandstellungsarbeiten jedenfall scheinen die Ausnahme zu sein. „Wir haben in unseren Parkhäusern nur vereinzelt Probleme mit Wasser“, heisst es dazu im Bauamt in Visp. Grössere Parkhaussanierungen sind in Visp in den nächsten Jahren jedenfalls nicht geplant.
1,4 Millionen Parking-Einnahmen
Das Parkhaus Altstadt wird auch von Monats- und Jahresmietern genutzt. Sie erhalten während der Bauzeit eine Parkkarte, die auf allen öffentlichen Parkplätzen der Gemeinde gültig ist. Damit dürfte sich das ohnehin knappe Parkplatzangebot in der Simplonstadt in den nächsten Wochen zusätzlich verschärfen. Zudem muss die Stadtgemeinde nebst den Sanierungskosten mit beachtlichen Mindereinnahmen rechnen. Das Parking ist in der Simplonstadt zu einem einträglichen Geschäft geworden. Allein die Einnahmen im (günstigen) Parkhaus Altstadt beliefen sich im letzten Jahr auf 461’500 Franken. Durch die übrigen Parkuhren wurden weitere 938’000 Franken in die Gemeindekasse gespült. Fazit: Die Autofahrer bezahlen pro Jahr rund 1,4 Millionen Franken in die Stadtkasse. Da bleibt ein kleiner Trost: Geld für die Sanierung sollte zumindest vorhanden sein…
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