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Leukerbad / Als Ganoven-Ede ist er der Inbegriff des Saubermannes schlechthin. Eduard Zimmermann (76) hat mit seinem Buch „Aktenzeichen Eduard Zimmermann“, in dem er über seine kriminelle Vergangenheit spricht, für Aufsehen gesorgt. Die RZ hat nachgefragt.
Von Walter Bellwald
Mit dem Bekenntnis zu Ihren kriminellen Jugendsünden haben Sie die Öffentlichkeit geschockt. Musste das sein?
Ja, allem Anschein nach. Im Ernst, ich will mit meinem Buch der Nachwelt aufzeigen, wie die damaligen Verhältnisse in der Nachkriegszeit wirklich waren. Ich wurde 1929 unehelich geboren. Meine Mutter hat mir zum siebzigsten Geburtstag einen ergreifenden Brief geschrieben, indem sie mir ihre diesbezügliche Not schilderte. Diese Zeilen haben mich dermassen bewegt, dass ich mich entschlossen habe, meine Lebensgeschichte niederzuschreiben.
Wollen sie im hohen Alter noch mit sich selbst ins Reine kommen oder ist das ein reiner PR-Gag?
Um Gottes Willen, nein. Dass die Bild-Zeitung dieser Geschichte einen schiefen Dreh gegeben hat, war nicht vorhersehbar. Dazu kommt, dass sich in die erweiterte Berichterstattung der Medien die falschen Töne fortgeschrieben haben.
Neben Delikten wie Schwarzhandel oder Lebensmittelkartenklau wurden Sie vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und in DDR-Haft gesteckt. Weshalb?
Ich wollte für eine schwedische Zeitung die Lebensverhältnisse in der damaligen Ostzone beschreiben. Das nannten die Russen Spionagetätigkeit zugunsten einer westlich kapitalistischen Zeitung. Daraufhin wurde ich von einem sowjetischen Militärgericht in Deutschland zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Von denen Sie letztlich „nur“ viereinhalb Jahre absitzen mussten.
Der Grund dafür war, dass die Sowjetunion 1954 anlässlich einer Konferenz der Siegermächte in Berlin 6000 politische Häftlinge amnestiert haben. Ich war auch dabei.
Was ist Ihnen von dieser Haft in Erinnerung geblieben?
Es war eine Orgie von Peinigungen und Demütigungen. Nur ein kleiner Verstoss gegen die Hausordnung wurde grausam bestraft. Wenn man beispielsweise während dem Hofgang miteinander redete, wurde man zur Strafe eine Stunde lang auf engstem Raum zwischen zwei Türen eingequetscht, so dass man kaum Luft bekam.
Hat Sie diese Zeit geprägt?
Das ist schwer zu beantworten. Nach meiner Entlassung bin ich meinen journalistischen Weg weitergegangen und habe mich zum Fachmann für Öffentlichkeitsfahndung und Kriminalität entwickelt.
Wieso der Wandel vom Saulus zum Paulus?
Dem liegt eine längere Entwicklung zugrunde. Als freier Mitarbeiter und selbstständig Erwerbender musste ich mich bei den Chefredakteuren und beim Publikum verkaufen.
Bereuen Sie Ihre dunkle Vergangenheit?
Nein, überhaupt nicht. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, vernünftig zu arbeiten. Ohne diese Jugendsünden und Besonderheiten wäre ich wohl nie TV-Fahnder geworden.
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