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Am Freitag erfolgt der Startschuss zur Eishockey NLB-Saison 2005/2006
Die neue Eiszeit steht vor der Tür

 

Visp / Siders / Lange Wochen und Monate des Wartens wurden den Eishockeyfans abverlangt. Doch morgen Freitag geht es nun endlich los: Harte Männer auf kühlem Eis zeigen dem Publikum wieder ihr Können und kämpfen um Tore und Punkte.

Von Markus Pianzola

Die neue Saison verspricht einiges an Spannung: Viele Teams erhoffen sich, an der Spitze mitspielen zu können; einige wären bereits froh, wenn sie den Ligaerhalt schaffen würden. Die meist genannten Favoriten sind NLA-Absteiger Lausanne und der ewige Favorit Biel. Aber auch Morges, Chur und die beiden Walliser Teams Visp und Siders werden von vielen Experten zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Auf der anderen Seite werden voraussichtlich Ajoie, Olten und vor allem Aufsteiger Martigny gegen den Fall in die 1. Liga zu kämpfen haben.

Mit Spannung erwartet
Wie es am Ende auch herauskommen mag, den Fans steht auf alle Fälle eine interessante und spannende NLB-Saison bevor. Wie bereits im vergangenen Jahr finden Sie auch heuer zum Saisonauftakt Sonderseiten zur Einstimmung auf die neue Eiszeit in der RhoneZeitung. Nebst einer ausführlichen Einschätzung der Lage beim EHC Visp und dem HC Siders-Anniviers werfen wir auch einen Blick auf die Konkurrenten der Walliser Clubs. Erneut wurden die Mannschaften anhand eines speziellen Bewertungssystems (siehe Kasten rechts) eingeschätzt. Verschiedene Faktoren wie das Umfeld, Fans, Trainer, Torhüter, Verteidigung, Sturm und Ausländer haben hierbei einen Einfluss. Im grossen Frontalinterview spricht zudem der neue EHC Visp-Trainer Riccardo Fuhrer über sein neues Team, seine Philosophie als Trainer, die Zusammenarbeit mit Partnerteams und die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit.

Höchste Zuschauerzahlen der NLB
Die beiden Walliser Vertreter Visp und Siders wiesen im vergangenen Jahr die höchsten Zuschauerzahlen auf. Dies dürfte sich in diesem Jahr noch steigern, wenn dank dem HC Martigny insgesamt zwölf Walliser Derbys in der zweithöchsten Schweizer Eishockeyliga gespielt werden. Damit sich die Fans von Nah und Fern nicht in endlosen Schlangen vor der Abendkasse gedulden müssen, wurden auch in diesem Jahr Vorverkaufsstellen eingerichtet. Für Visp sind dies: Restaurant Sonne, Visp; Ochsner Sport, Brig-Glis; BP Tankstelle, Eyholz (jeweils Stehplätze); Geschäftsstelle EHC Visp sowie das Einkaufszentrum Manor in Siders (nur bei Derbys). Für Siders: Tourismusbüro Siders und ebenfalls das Einkaufszentrum Manor in Siders.

 

Der Saaser Verteidiger Silvan Anthamatten kehrt zum HC Siders-Anniviers zurück
„Vergangenes zählt nicht mehr“

Siders / Schon in seiner Anfangszeit spielte der Saaser Silvan Anthamatten während einiger Zeit im Mittelwallis. Nun nach einem fünfjährigen Gastspiel in der Innerschweiz die Rückkehr zum HC Siders-Anniviers.

Von Markus Pianzola

Nach fünf Jahren Ausbildung beim EV Zug kehrte der Saaser Silvan Anthamatten diesen Sommer nach Siders zurück. Vor seiner Zeit in der Innerschweiz spielte er hier bereits bei den Moskitos und Minis mit. „Es ist für mich ein Neuanfang. Ich möchte mich weiterentwickeln und Erfahrungen sammeln, um mich später in der NLA durchsetzen zu können“, begründet der 1.90 Meter und 88 Kilogramm schwere Abwehrhüne seine Entscheidung. Seine Wahl erleichtert haben dürfte die Tatsache, dass er von Zug zuletzt meist zum Partnerteam Olten in die NLB abgeschoben wurde. „Mit Trainer Sean Simpson habe ich mich am Ende nicht mehr gut verstanden. Es passte einfach nicht. Es wäre aber falsch, nur ihm die Schuld zu geben. Meine Leistungen stimmten nicht immer“, gibt der 21-Jährige zu.

Einsatz auch in Spezialsituationen
Nun will sich Anthamatten voll auf den HC Siders-Anniviers konzentrieren. Mit der nun abgelaufenen Vorbereitung zeigt sich Anthamatten zufrieden: „Die Mannschaft setzt bislang die Vorgaben des Trainers um. Auch persönlich ist es mir gut gelaufen, ich bekam viel Eiszeit und konnte im Box- und Powerplay spielen.“ Trotz seines jungen Alters verfügt er als einer der wenigen im Team der Sonnenstädter über NLA-Erfahrung. Gehört er deshalb bereits zu den Führungsspielern? „Nebst den Ausländern gehören sicher Matthias Lauber und Elvis Clavien zu den Spielern, die auch mal zur Mannschaft sprechen. Es kommt immer auf die Situation drauf an, manchmal ergreife auch ich das Wort.“

„Jede Saison beginnt bei Null“
Nachdem der HC Siders-Anniviers in den vergangenen zwei Jahren jeweils das NLB-Finale erreichte, ist die Erwartungshaltung gestiegen. „Der Druck wird vor allem durch die Fans erzeugt. Aber jede Saison beginnt bei Null. Vergangenes zählt nicht mehr.“ Wie in jedem anderen NLB-Team nehmen auch in Siders die Ausländer eine entscheidende Rolle ein. „Cormier und auch Jinman sind starke Spieler. Aber wir dürfen uns nicht zu sehr auf sie verlassen, auch die Schweizer Spieler müssen regelmässig skoren“, ist sich Anthamatten bewusst.

„Jeder kann jeden schlagen“
Bei den Gegnern schätzt Anthamatten vor allem Biel und Morges als stark ein. „Aber in dieser Liga kann eigentlich jeder jeden schlagen. Auch Visp und Martigny machten in den Vorbereitungsspielen einen guten Eindruck auf mich.“

Gelungene Transferphase
Fast schon traditionell viele Wechsel verzeichnete man während des Sommers in der Sonnenstadt. 14 Abgängen stehen 16 Zuzüge gegenüber. Unumstrittene Nummer eins im Tor ist nach wie vor Matthias Lauber. Sein Ersatz Fabien Hecquet zeigte während der Vorbereitung gute Leistungen und ist ein Versprechen für die Zukunft. Sowohl die Abwehr als auch der Sturm wurde intelligent verstärkt. Gute bis starke NLB-Spieler wie Lamprecht, Mauer, Bieri, Niggli sowie Rückkehrer Métrailler konnten verpflichtet werden. Dazu kommt mit Pierre-Alain Ançay ein Routinier mit viel NLA-Erfahrung. Der neue Ausländer Lee Jinman harmoniert bereits gut mit Derek Cormier. Den nach Basel abgewanderten Niklas Anger wird er aber nur schwerlich ersetzen können. Die Vorbereitungsspiele liessen nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächliche Stärke des Teams zu, zu oft liess Trainer Samuelsson wichtige Spieler pausieren. Eine Wiederholung der Erfolge der vergangenen zwei Jahre scheint zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

 

Stürmer Philipp Orlandi wechselte vom HC Siders-Anniviers zum EHC Visp
„Besser Rot-Weiss als Gelb-Rot“

Visp / Letzte Saison noch in Siders, nun beim EHC Visp: Philipp Orlandi hat im Oberwallis die Freude am Eishockey wieder gefunden. In der RZ spricht er über seine Erwartungen für die Saison 2005/2006.

Von Markus Pianzola

Philipp Orlandi hat eine verkorkste Saison hinter sich: In Siders wurde er als Hoffnungsträger verpflichtet, kam aber nie richtig auf Touren. „Ich erwarte selber viel von mir. Mit der letzten Saison kann ich nicht zufrieden sein. Verschiedene Faktoren spielten eine Rolle, so dass ich nicht das zeigen konnte, was ich eigentlich im Stande bin“, blickt der 28-Jährige zurück. Er beschreibt sich als Spieler, der das Vertrauen und die Unterstützung des Trainers spüren muss. Das war bei den Sonnenstädtern nicht der Fall. Und dies, obwohl er mit Morgan Samuelsson früher zusammen gespielt hatte und ihn daher bereits kannte. „Der Trainer hatte mit mir ein Problem, nicht umgekehrt. Die genauen Gründe kenne ich bis heute nicht.“

Auch Fuhrer als Grund
„Als mich Visp anfragte, habe ich vorerst abgelehnt. Ich wollte nicht mehr zurück ins Wallis“, erklärt der Stürmer schmunzelnd. Schliesslich liess er sich dennoch zum Wechsel überzeugen. Mit ein Grund hierfür war der neue Trainer Riccardo Fuhrer. Bereits in La Chaux-de-Fonds und Lausanne spielte Orlandi unter dem 49-Jährigen: „Fuhrer ist intelligent und entsprechend vielfältig sind seine Trainings aufgebaut. Was er erzählt, hat immer Hand und Fuss.“ Und: „Sicher sind wir nicht immer derselben Meinung. Aber ein Trainer soll auch nicht der beste Kumpel der Spieler sein. Sein Wort ist es, das schlussendlich zählt.“

Glaube an Team vorhanden
In der kommenden Saison erwartet der Stürmer eine ausgeglichene Meisterschaft. „Die Clubs waren bereits im letzten Jahr nahe zusammen.“ Der Glaube ans eigene Team ist vorhanden: „Wenn wir unsere Leistung abrufen und die Vorgaben des Trainers umsetzen können, sieht es gut aus.“ Seine Rolle im Team ist eine andere als in seinen vorherigen Clubs: „Da wir eine junge Mannschaft sind, gehöre ich mit 28 Jahren bereits zu den erfahreneren Spielern. Da ergibt es sich, dass ich mehr Führungsaufgaben übernehme.“ Die Erwartungen an die Mannschaft sind andernorts grösser als in Visp. „Lausanne, Biel und Siders stehen unter grösserem Druck als wir. Daneben sind Chur und Morges stark einzuschätzen.“ Auch Martigny ist nicht zu unterschätzen: „Dieses Team wird alles geben und um jeden einzelnen Punkt kämpfen.“

Publikum als sechster Mann
Die Walliser Fans beschreibt er als sehr begeisterungsfähig. „Es ist schön, vor solchem Publikum zu spielen. Die Fans können den Unterschied ausmachen.“ Ein Vergleich zwischen Visper und Siderser Fans will er allerdings noch nicht ziehen: „Das ist schwierig zu beurteilen. Hier muss ich die ersten Spiele abwarten.“ Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Mittelwallis kann er sich dennoch nicht verkneifen: „Ein Unterschied sind die Farben. Rot-Weiss gefällt mir besser als Gelb-Rot.“

DeFauw mit Licht und Schatten
Bei den Torhütern blieb in Visp alles beim Alten, erneut setzt man auf Zimmermann und Brügger. Ein solides, aber nicht überragendes NLB-Torhüterduo. In der Abwehr fallen die Abgänge von Fäh, Schüpbach und Christian Moser ins Gewicht. Durch die Zuzüge von Marc Abplanalp und Wegmüller dürften diese gleichwertig ersetzt worden sein. Im Angriff schmerzen vor allem die Abgänge von Métrailler und Baumgartner. Mit Orlandi, Sandro Abplanalp, Badertscher, Rüfenacht und Wüst hat man trotzdem an Breite und Erfahrung hinzugewonnen. Interessant wird es sein, welche jungen Einheimischen den Sprung ins Team schaffen. Burgener, Mazotti und Ruffiner zeigten gute Ansätze; für Heynen und Furrer kommt die NLB wohl noch zu früh. Der neue Ausländer Brad DeFauw zeigte Licht und Schatten: Mal harmonierte er gut mit Roy, ein anderes Mal fiel er mehr durch seine imposante Statur denn durch spielerische Klasse auf.

 

 

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