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Visp / In der Gemeinde Visp wird vorderhand kein Ortsbus eingeführt. Endgültig vom Tisch ist das Thema aber noch nicht. Nach Beendigung der Arbeiten am und um den Bahnhof soll die Situation nochmals neu beurteilt werden.
Von Markus Pianzola
RZ-Leser wissen: Seit einiger Zeit wird in Visp über die Einführung eines Ortsbusses diskutiert. Nun fällte der Gemeinderat den Grundsatzentscheid, vorläufig auf dieses Nahverkehrsmittel zu verzichten.
Nicht mit Briglina vergleichbar
Die Gründe sind vielfältig. Der zuständige Gemeinderat Niklaus Furger: „Die Situation ist nicht mit derjenigen in Brig-Glis und Naters zu vergleichen. In dieser Agglomeration leben rund 20’000 Menschen, in unserem Ort rund 6’500.“ Die Bevölkerungszahl spielt keine unerhebliche Rolle, da nur Agglomerationen mit mehr als 10’000 Einwohnern in den Genuss von Subventionsgeldern kommen. Folglich hätten sämtliche Kosten wie verkehrstechnische Änderungen, Anschaffungen von Bussen und auch der Unterhalt von der Gemeinde berappt werden müssen.
Aufwand und Ertrag stimmen nicht
Visp verfügt auf der Ost-West-Achse mit den SBB, der MGB und Postauto Oberwallis bereits über genügend öffentliche Verkehrsmittel. Eine Ortsbus-Einführung wäre vor allem zwischen den Kleegärten und dem Spital vorgesehen gewesen. Doch die Kosten wären happig: „Bauliche Massnahmen wie die Schaffung eines Kehrplatzes oder einer Verbindungsstrasse wären beim Spital nötig gewesen. Die Kosten hierfür hätten sich auf rund 200’000 bis 220’000 Franken belaufen“, erklärt Furger. Zudem hätte sich der Busbetrieb selbst nach Abzug von Einnahmen aus Werbung und Billettverkauf mit rund 250’000 Franken pro Jahr zu Buche geschlagen. Daneben standen auch alternative Varianten zur Diskussion: Beispielsweise der Einsatz von Postauto-Fahrzeugen auf der oben erwähnten Strecke. Hier hätte ein Ganztagesbetrieb das Gemeindebudget mit Kosten von 90’000 bis 100’000 Franken pro Jahr belastet. Ein Betrieb nur am Nachmittag hätte immer noch rund 65’000 Franken gekostet. Die hohen Kosten, aber auch die momentanen Arbeiten am Bahnhof, welche einen Busbetrieb wohl massiv erschwert hätten, waren die Gründe für den negativen Entscheid der Gemeindeverantwortlichen. „Man muss den Aufwand und den daraus resultierenden Ertrag berücksichtigen. Und dieses Verhältnis stimmt in diesem Fall nicht“, erklärt Furger. Ganz vom Tisch ist das Projekt aber nicht. Nach der Fertigstellung des Vollknoten-Bahnhofs soll die Situation neu beurteilt werden.
„Wahrscheinlich andere Antworten“
Vor rund drei Jahren war eine Umfrage einer der Auslöser für die Ortsbus-Diskussion. 79 Prozent der Befragten waren damals für die Einführung. Gemeinderat Furger relativiert: „Es ist verständlich, dass der Mehrteil der Bevölkerung nichts gegen die Einführung eines Ortsbusses hätte. Auch ich gehöre dazu. Aber wenn man den Leuten vorrechnet, wie viel dieser kosten würde, sähen die Antworten wahrscheinlich anders aus.“
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