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Naters / Der Bau der MGB-Ostausfahrt in Brig läuft seit dem Spatenstich vor vier Wochen auf Hochtouren. Ende 2007 soll das Projekt stehen. Ein wichtiger Meilenstein auch für die Gemeinde Naters. Denn mit der Inbetriebnahme der MGB-Ostausfahrt wird kein Zug mehr in Naters halten. Die Schienen werden abmontiert, 22 ungesicherte Bahnübergänge entfallen. Doch wie soll die Chance des freien Trassees genutzt werden?
Von Denise Jeitziner
Bald zwei Jahre ist es her, seit sich das Natischer Stimmvolk für den Kauf des Ende 2007 frei werdenden MGB-Trassees ausgesprochen hat. 2,747 Millionen Franken hat sich die Gemeinde den Boden samt Bahnhofareal kosten lassen und sich damit nicht nur ein Schnäppchen, sondern auch eine einmalige Chance gesichert.
Raumplanerisch einzigartig
Dass Naters mit dem Wegfall der Züge und den vielen unbewachten Bahnübergängen an Sicherheit gewinnt und die Lärmimmissionen abnehmen, ist klar. Einzigartig ist jedoch die Tatsache, dass auf einen Schlag über 25’000 Quadratmeter Boden frei werden und das quer durch das gesamte Dorf. „Etwas in dieser Grössenordnung hat es in einer Gemeinde wie Naters wohl noch nie gegeben“, weiss CVP-Präsident Philipp Matthias Bregy. Normalerweise seien die raumplanerischen Möglichkeiten beschränkt. „Nun hat man auf zwei Kilometern Länge und durchschnittlich sechs bis zehn Metern Breite die Möglichkeit, etwas Einzigartiges zu schaffen und so die Wohn- und Lebensqualität in Naters zu steigern.“
Natischer Publikumsjoker
Die Frage ist nur: Wie soll diese Chance genutzt werden? Ein Thema, dass nicht nur die Politiker beschäftigt. Ob Elektriker, Coiffeuse oder Arzt – wo man in Naters auch nachfragt, jeder hat eine Meinung, jeder eine Idee, wie das Trassee genutzt werden könnte. Eine Tatsache, der Rechnung getragen werden muss. „Die Bevölkerung muss unbedingt einbezogen werden. Denn das Thema soll nicht unnötig verpolitisiert werden“, ist der Gemeindevizepräsident, Hans-Josef Jossen von der SP, überzeugt. Denkbar seien ein Ideenwettbewerb oder die Abgabe von Fragebögen, eventuell in Verbindung mit einem Wettbewerb. Soll Naters für die Trassee-Frage also den Publikumsjoker ziehen? „Das wäre das Idealste. Denn das Publikum liegt bekanntlich selten daneben,“ lacht Philipp Matthias Bregy.
Favorit Fuss- und Veloweg
Eine Hauptidee hat sich bereits herauskristallisiert. „Die Bedürfnisse der Kinder, Fussgänger und Velofahrer sollten in den Vordergrund gerückt werden“, fasst FDP-Parteipräsident Anton Kreu-zer stellvertretend zusammen. Hans-Josef Jossen könnte sich zusätzlich Erholungsräume, etwa beim jetzigen Bahnhofsareal, vorstellen, Philipp Matthias Bregy träumt von Highlights wie einer Drainage und Remo Salzmann von der CSP gar von einem Pendolino. „Es ist auch denkbar, an gewissen Stellen einen Teil des Bodens an interessierte Anwohner zu verkaufen. Eine Verbreiterung der Kehrstrasse muss ebenso diskutiert werden wie die Erstellung zusätzlicher Parkplätze beim Sportplatz Stapfen“, gibt der SVP-Gemeinderat Franz Ruppen zu Protokoll.
Unkraut über dem Schotter?
Auf jeden Fall darf keine Zeit verloren werden. „Nach dem Ideenwettbewerb muss der Gemeinderat einen entsprechenden Projektauftrag erteilen. Anschliessend muss die Realisierung zügig an die Hand genommen werden“, beschreibt Franz Ruppen den Ablauf. Sicher ist: Die MGB beginnt Ende 2007 – übrigens auf eigene Kosten – mit dem Abbau der Geleise und Fahrleitungen. Was bleibt, ist der Schotter. Keine Bedenken, dass die guten Ideen versanden und sich Unkraut breit macht? Dazu Anton Kreuzer: „Nein, auch wenn die jetzige Gemeindebehörde sich nicht durch visionären Ideenreichtum hervortut, die Chance einer Nutzung muss gepackt werden. Naters braucht mehr Grün – aber das muss ja nicht Unkraut sein.“
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