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Brig / „Morbus Menière“ – zwei Worte, die den Beschwerden von Christine Blumenthal einen Namen gaben. Der Arzt sprach von einer unheilbaren Krankheit des Innenohrs, doch das wollte die zweifache Mutter nicht hinnehmen. Heute ist sie wieder gesund, dank Eigenrecherche im Internet.
Von Rahel Escher
Die Krankheitsgeschichte von Christine Blumenthal führt zurück in den Herbst 2002. „Plötzlich brummte und rauschte es in meinem linken Ohr. Es war wie taub und reagierte zugleich überaus empfindlich auf jegliche Geräusche“, erinnert sich Christine Blumenthal zurück. Der Arzt diagnostizierte eine einfache Erkältung und die Beschwerden klangen bald einmal ab. Doch dies sollte erst der Anfang sein.
Die Diagnose
Im Frühling 2004 kehrten die Symptome zurück und quälten die Lehrerin alle zwei bis drei Tage. Der Arzt verwies sie an einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten, der ihr die niederschmetternde Diagnose überbrachte: „Morbus Menière, eine Krankheit, die man nicht heilen kann. Sie müssen lernen, damit zu leben.“ Die Symptome wurden immer schlimmer. Zu der Überempfindlichkeit des Ohrs kamen plötzlich auftretende Drehschwindel mit Übelkeit. „Mein Leben war total eingeschränkt. Ich konnte weder Musik hören, noch in ein Restaurant gehen. Die Geräusche waren unerträglich“, beschreibt die 35-Jährige die Folgen der Krankheit. Auch bei ihrer Arbeit als Primarlehrerin war sie eingeschränkt: „Wenn mehrere Kinder gleichzeitig zu mir sprachen, schien mir auf Grund dieser Reizüberflutung schier der Kopf zu zerplatzen.“ Es war eine Zeit, in der ihr auch die eignen Kinder und der Partner viel Verständnis entgegenbringen mussten. Die Kinder im Primarschulalter hatten Mühe zu verstehen, was der Mutter fehlte. „Nach aussen wirkte ich ja gesund. Doch die plötzlichen Schwindelanfälle, die Ohrgeräusche und die Ungewissheit vor der Zukunft zerrissen mich innerlich.“
Selbsthilfe per Internet
Morbus Menière verläuft in vier Stadien. Das vierte Stadium führt zu einer hundertprozentigen Arbeitsunfähigkeit und kann sogar zur Taubheit führen. Die Brigerin befand sich im ersten Stadium und sah sich in einem Wettkampf gegen die Zeit. Stunden verbrachte sie damit, im Internet mehr über die Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren. In einem Chat wurde Christine Blumenthal dann fündig: „Ohne grosse Erwartungen fragte ich, ob jemand diese Krankheit kenne und prompt verwies mich jemand auf eine Homepage, die meine Rettung sein sollte.“ Die Rede ist von der Homepage von Professor Dr. med Christoph von Illberg aus Frankfurt. Ein Professor, der die Menier’sche Erkrankung seit Jahren erfolgreich behandelt. „Ich wusste, das ist meine Rettung. Ich hatte es im Gespür.“
Heilung in Frankfurt
„Labyrinth Anästhesie“ hiess das Zauberwort. Da sich Christine erst im ersten Stadium befand, garantierte der deutsche Professor der Walliserin Heilungschancen von über neunzig Prozent. Im September 2004 reiste sie nach Deutschland und war nach einem kurzen Eingriff und einem zweitägigen Aufenthalt in der zuständigen Kli-nik von ihren Leiden befreit. Wie das „Wunder vollbracht“ wurde, ist einem Laien nur schwer zu erklären: „Unter örtlicher Betäubung wird unter mikroskopischer Sicht ein Lokalanästhetikum in die Paukenhöhle eingebracht“, beschreibt der Professor den Eingriff auf seiner Homepage. Dies bewirkt die Beruhigung der Menière-Symptomatik für Monate oder Jahre, in vielen Fällen auf Dauer. „Der Eingriff hat mich vom Manière-Syndrom befreit und gab mir ein grosses Stück Lebensqualität zurück.“
Morbus Menière
Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innerohrs, bei der der Druck des Innerohrflüssigkeit anfallsweise erhöht ist. Die Ursache ist bis heute nicht bekannt.
Die plötzlich auftretenden Schwindelanfälle können ohne erkennbaren Anlass zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Sie dauern minuten- oder stundenlang an. Hinzu kommt ein zeitweise auftretender Hörverlust verbunden mit Ohrsausen und einem Druckgefühl im betroffenen Ohr. Die Labyrinth Anästhesie heilt ausschliesslich das Menière-Syndrom, nicht aber den Tinnitus, der während der Krankheit bei vielen Patienten auftritt. Ebenfalls kann der entstandene Hörverlust nicht wieder hergestellt werden. Die “LA” stoppt aber die Anfälle und damit auch den Krankheitsverlauf.
Für weitere Informationen:
www.morbus-meniere.org
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