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Mund / Die Sanierung der stark asbestbelasteten Munder Pfarrkirche stösst im Dorf auf grosse Kritik. Skeptiker fordern nun die ernsthafte Prüfung eines Kirchenneubaus.
Von German Escher
Zur Ausgangslage: Seit anfangs November ist das asbestverseuchte Kirchenhaus geschlossen. Eine rasche Totalsanierung ist unumgänglich. Da muss nicht nur der krebserregende Asbest entfernt werden. Zugleich soll das Dach abgedichtet, die Fassadenisolation verbessert, die Heizung ersetzt und die Akustik verbessert werden. Massnahmen sind zudem im Bereich Statik und Erdbebensicherheit geplant. Kostenpunkt der geplanten Totalsanierung: rund zwei Millionen Franken. Noch fehlen zur Finanzierung der Arbeiten an die 1,3 Millionen.
Sanierung ist umstritten
In Mund selber stösst die beschlossene Sanierung in weiten Bevölkerungskreisen auf grosse Skepsis. „Wer garantiert, dass nach einer teuren Totalsanierung die Kirche für die nächsten Jahrzehnte intakt bleibt? Neben verschiedenen, kleinen Sanierungen wurde das Dach bereits zweimal für sehr teures Geld erneuert und ist noch immer mangelhaft“, hält ein Munder Kritiker gegenüber der RZ fest. Mit dem Namen an die Öffentlichkeit treten will er nicht. Das Klima im Dorf sei schon so schwierig genug. Das Problem der Kirchensanierung sei inzwischen zu einem eigentlichen Glaubenskrieg ausgeartet.
Neubau für 2,6 Millionen...
Die Skeptiker der Sanierung wollen aber nicht bloss kritisieren. Sie plädieren für einen Kirchenneubau und haben bereits eine Gesamtofferte erarbeitet, welche der RZ zur Einsichtnahme unterbreitet wurde. Der Abbruch bis auf das Fundament und Wiederaufbau soll demnach rund 2,6 Millionen Franken kosten. Für den Neubau sprechen ihrer Ansicht nach mehrere Gründe: Die neue Kirche wäre kleiner und im Unterhalt entsprechend günstiger. Der heutige Kirchenbau wird von vielen als architektonische Sünde empfunden. Mit einem Neubau könnte das Ortsbild nachhaltig verbessert werden. Und zu guter Letzt liesse sich für einen Neubau wohl auch leichter Geld sammeln als für eine umstrittene Sanierung.
Kirchenrat: keine Diskussion
Für Reinhard Studer, Präsident des Kirchenrates, ist ein Neubau kein Thema. „Darüber wird nicht mehr diskutiert. Die Sanierung ist beschlossene Sache und das entsprechende Gesuch ist eingereicht.“ Der Kirchenrat stützt sich in seiner Beurteilung vor allem auf die Untersuchung der beigezogenen Baufachleute, wonach die Bausubstanz der mehrheitlich in Beton erstellten Kirche als gut bezeichnet wird.
Gemeinderat will abwarten
Nicht festlegen will sich Gemeindepräsidentin Josianne Wyssen: „Der Gemeinderat ist in den zuständigen Kommissionen nicht vertreten. Wir werden an einer gemeinsamen Sitzung am Samstag eingehend über die Sanierung orientieren.“ Zum Thema Neubau oder Sanierung mag sie vorgängig nicht Stellung beziehen, zumal es sich in erster Linie um ein Projekt der Pfarrei handelt. Aber spätestens wenn das Thema Finanzen auf den Tisch kommt, dürfte sich der Gemeinderat wieder angesprochen fühlen. Das Defizit der laufenden Kirchenrechnung – und dazu gehört wohl auch der Kirchenunterhalt – muss von der Gemeinde übernommen werden.
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