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Binntal / Das Binntal möchte der Bezeichnung Wanderparadies auch im Winter gerecht werden. Doch um einen Winterwanderweg touristisch anpreisen zu können, muss dieser wenn immer möglich präpariert sein. Das heisst konkret: Ein Pistenfahrzeug muss her. Dank Gönnern und Sponsoren kann diese Investition nun verwirklicht werden.
Von Rahel Escher
Im Winter 2005 konnte mit einem gemieteten Fahrzeug der Winterwanderweg von Imfeld nach Brunnbiel und von dort zurück über den Eggerbode einige Male präpariert werden. Die Reaktionen der Einheimischen und Gäste waren durchwegs positiv. Dies veranlasste die drei Initianten, die Skigesellschaft Binn, Binntal Tourismus und die Gemeinde Binn, einen Winterwanderweg im Binntal zu realisieren. „Da die Kosten eines Fahrzeugs das Budget der Initianten übersteigt, sind wir auf die finanzielle Hilfe von Gönnern und Sponsoren angewiesen“, erklärt Marco Imhof, Hauptverantwortlicher für die Umsetzung des Projekts.
Zu 80 Prozent fremdfinanziert
Ein Occassion-Pistenfahrzeug kostet 30’000 Franken. Hinzu kommen Unkosten für Zubehör und den Unterhalt im ersten Jahr plus Unterstand. Die Unterhaltskosten für die weiteren Jahre werden durch die Gemeinde und Privatpersonen gedeckt. Somit bleibt unter dem Strich eine Totalinvestition von 50’000 Franken. Die Initianten konnten eigene Mittel in der Höhe von 10’000 Franken auftreiben. Bleibt eine Fremdfinanzierung von 40’000 Franken. Und hier kommen die Gönner und Sponsoren ins Spiel. Mit einem Spendenaufruf in Form eines Prospektes und auf der Gemeinde-Homepage konnten Investoren von der Idee überzeugt werden.
Grosse Erwartungen
Den Geldgebern wird laut Realisierungsvorschlag denn auch so einiges versprochen, es werden gar verzweifelte Töne angeschlagen. Denn wer sich auf der Gönnerliste einträgt, gibt „einem kleinen Dorf die Möglichkeit, seine Existenz zu sichern.“ Der Hilferuf wurde erhört. Die benötigten Mittel sind nahezu zusammen. „Es handelt sich in erster Linie um Gäste und Besitzer von Ferienwohnungen“, so Imhof. „Jetzt fehlt nur noch der Schnee.“
Während die weisse Pracht auf sich warten lässt, sind die Erwartungen längst erweckt: Laut Initianten verstärkt der Winterwanderweg die Nachfrage nach Winterferien, was wiederum das heimische Gewerbe stärkt und vielleicht gar neues schafft. Er soll die Abwanderung verhindern und neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Ob sieben Kilometer Winterwandern genügen, um dieser Wunschliste gerecht zu werden? „Übernachtungsmöglichkeiten sind ein grosses Manko. Aber der Weg ist ein guter Anfang. Vielleicht kann dadurch die Brunnibielhütte während des ganzen Jahres bewartet, statt wie bis anhin nur auf Anfrage vermietet werden“, gibt sich Imhof zuversichtlich. Was wäre aus dem „existenzbedrohten“ Tal ohne Wanderweg im Winter geworden? „Alles beim Alten. Ein abgelegenes, ausgestorbenes Tal“, so Imhof. – Somit ist für einmal nicht der Weg, sondern weitaus mehr das Ziel.
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