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Stockitown gibt dem Walliser Hip Hop einen Namen
„Göigglera“ mit positiver Botschaft


 

Brig / Die sieben Jungs von Stockitown sind bescheiden. Sie betiteln sich selbst als „ein paar Briger Stadtmusikanten“, die es sich zum Ziel gemacht haben, im Wallis neben den üblichen Coverbands eine andere Richtung einzuschlagen. Doch mit ihren Beats und Raps in den drei Sprachen Portugiesisch, Französisch und Walliserdeutsch haben sie sich bereits jetzt weit über die Kantonsgrenze Gehör verschafft.

Von Rahel Escher

Alles begann damit, dass ein paar Oberwalliser Burschen die Freude am „freestylen“ zu geklauten Beats entdeckten. Seither sind gute vier Jahre vergangen und einiges hat sich geändert: Im Spiel mit den Wörtern hat sich Stockitown zu einem wahren Meister entwickelt und die Beats produziert in der Zwischenzeit Bandmitglied André Seiler aka Spanzasequenza.

Immer für eine Überraschung gut
Von Beginn an war für Stockitown klar: Hauptsache auftreten, egal wo und vor welchem Publikum. So ist auf der Konzertliste auch ein kunterbunter Mix zu finden. Sei es die Einweihung eines Jugendlokals, ein von Blauring und Jungwacht organisierter Anlass mit Michel Villa oder auch ein Aids-Benefizkonzert. Waren es anfangs teilweise Konzerte vor zehn Leuten, haben die Zuschauerzahlen in der Zwischenzeit auch schon die Zweitausendergrenze überstiegen. Ob Breakdance-Einlagen, Freestyle Battles oder Reimen mitten im Publikum – Spontaneität ist eine der Stärken der sieben Jungs. Mit diesen Qualitäten überzeugte die Band sodann auch im Wettbewerb um die beste Schweizer Hip Hop-Nachwuchsband. Hätte man sich vor wenigen Jahren in der Deutschschweiz nach Walliser Hip Hop erkundigt, wäre die Antwort gewesen: „Gibt es das überhaupt?“ Heute gibt es Stockitown, die als stolze zweitplatzierte Nachwuchsband nach Hause kehrte.

Sieben stolze Väter
Es wird liebevoll das Erstgeborene genannt und erblickte am 10. Sep­-tember das Licht der Welt. Die Rede ist vom ersten Album namens „Immärhin“. Die Texte umfassen das gesamte Repertoire, von ersten Tönen bis hin zu Partysongs, mehrheitlich mit einer positiven Botschaft. „Wieso sollten wir auch eine negative Message vermitteln, wenn es uns doch gut geht. Wir beschreiben lediglich, was wir sehen und erleben“, begründet Bandmitglied William Bejedi die Themenwahl. „Wier sie scho me di Göigglera.“ Und die Botschaft kommt an. Das Album stellte die Band zum freien Download ins Internet. Bereits über 1200 Mal wurde es heruntergeladen. Eine Zahl, die für sich spricht und dies, obwohl Stockitown die eigentliche Werbekampagne noch gar nicht gestartet hat. Dafür haben sich die kreativen Köpfe etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Sie wollen leere CD-Hüllen mit der Adresse der Hompage verteilen. „Das Cover und die CD können sich die Leute dann selbst herunterladen“, so William Bejedi. „Aber bereits die jetzigen Zahlen empfinden wir als grosses Dankeschön für all die Arbeit, die wir in das Album investierten.“

Position beziehen
Ihr nächstes Konzert gibt Stockitown am 19. November im Rahmen der Veranstaltung „Null Bock auf Nazis“. Die Band zögerte keinen Augenblick, diesen Anlass zu unterstützen. „Aus Überzeugung. Schliesslich ist auch Stockitown eine multikulturelle Band“, erklärt das Bandmitglied mit kamerunischen und französischen Wurzeln, William Bejedi. Auf das Konzert dürfen sich auch jene freuen, die Stockitown bereits live erlebten. Denn ein weiteres Motto der Jungs lautet: „Wir spielen sicher nicht dasselbe wie beim letzten Mal!“
Weitere Infos: www.stockitown.ch

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