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Sport- und Transportanlagen Schwyberg/Seeweid AG führt die Sportbahnen in Oberwald
Freiburger Retter am Hungerberg


 

Oberwald / Eine Freiburger Bergbahn tritt in Oberwald als Retter auf: Die Sport- und Transportanlagen Schwyberg/Seeweid AG mit Sitz in Schwarzsee (FR) führt künftig die Sportbahnen am Hungerberg.

Von German Escher

Totgesagte leben länger. Das trifft offenbar auch auf die Sportbahnen am Hungerberg zu. Seit Jahren kämpft das Bergbahnunternehmen ums wirtschaftliche Überleben. Diesen Sommer wurde der Betrieb ganz eingestellt. Niemand mehr hat an die Zukunft geglaubt – zumindest im Obergoms.

Freiburger Hoffnungen
Doch nun sollen die Sesselbahn und die beiden Skilifte, die bis auf 2080 Meter führen, diese Woche wieder in Betrieb gehen. „Wir haben rund 80’000 Franken in die notwendigen Unterhaltsarbeiten investiert. Wenns genügend Schnee hat, sind wir für den Betrieb bereit“, sagt Hans Niedermaier. Er ist der neue Chef am Hungerberg. Als grösster Aktionär und Delegierter des Verwaltungsrates der Schwy-berg/Seeweid AG, die in Schwarzsee ebenfalls eine Sesselbahn mit zwei Skiliften betreibt, ist er der grosse Retter im Obergoms. Aus Freundschaft engagiere er sich für den Hungerberg, erklärt Niedermaier gegenüber der RZ. Eine Verbindung, die bis ins Jahr 1973 zurückgeht. Damals war Hans Niedermaier Geschäftsführer der Bako AG, welche die Bahnen am Hungerberg erbaut hat. Aber auch andernorts im Oberwallis hat er sich als Projektierer und Planer von Sesselbahnen und Skiliften einen Namen gemacht. Heute betreibt Niedermaier in Thun die TTC Trans Tour Consult, ein auf Tourismus- und Bergbahnfragen spezialisiertes Beratungsbüro. Zudem verfolgt er in Schwarzsee grosse Pläne: Hier soll eine 1,8 Kilometer lange Sesselbahn durch eine Gondel-Gruppen-Umlaufbahn ersetzt werden.

Neuer Nutzungsvertrag
Niedermaier ist überzeugt, dass die Bahnen am Hungerberg wirtschaftlich geführt werden können. „Wir können die Synergien beider Skigebiete optimal nutzen, indem wir beispielsweise nur einen technischen Leiter beschäftigen.“ Formen der Zusammenarbeit sieht Niedermaier auch im Marketing und im Unterhalt.
Ihren Beitrag zur Wiederinbetriebnahme mussten auch die Bergbahnen Obergoms als bisherige Betreiberin und die Burgergemeinde leisten. „Weil der Baurechtsvertrag nicht verlängert worden ist, gingen die Anlagen an die Burgergemeinde über“, erklärt Burger- und Gemeindepräsident Thomas Käch der RZ auf Anfrage. „Anschliessend haben wir die Anlagen der neuen Betreiberfirma zur Nutzung überschrieben.“ Die Bergbahnen Obergoms ihrerseits haben laut Niedermaier die Konzession mit allen Rechten und Pflichten an die Freiburger Aktiengesellschaft abgetreten.

Neue Gondelbahn am Hungerberg?
Dem neuen Chef am Hungerberg schwebt denn auch ein längeres Engagement vor. Sein primäres Ziel sei es, den Hungerberg bis zum Konzessionsablauf 2008 zu betreiben und gleichzeitig Lösungen für die Zukunft zu studieren. So hält Niedermaier sogar den Bau einer kleinen Gondelbahn oder zumindest eine starke Modernisierung der bestehenden Sesselbahn am Hungerberg für denkbar. Selbst wenn das Skigebiet am gegenüberliegenden Sidelhorn je gebaut werden sollte, sieht Niedermaier den Hungerberg als sinnvolle Ergänzung.

WWF-Einsprache gegen Sidelhorn
Ob das Sidelhorn überhaupt je gebaut wird, muss wohl bezweifelt werden. Gegen die Teilrevision des Nutzungsplanes mit gleichzeitiger Schaffung einer Zone für Skipisten am Sidelhorn, wie sie gegenwärtig in Obergesteln öffentlich aufliegt, hat der WWF bereits eingesprochen, wie Ralph Manz, WWF-Koordinator Wallis, gegenüber der RZ bestätigt: „Bei dieser Neuerschliessung handelt es sich um eine Landschaftszerstörung zugunsten eines Projektes, das mit grösster Wahrscheinlichkeit nie wirtschaftlich betrieben werden kann.“

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