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Naters / Die Bahnhofstrasse, die Belalpstrasse und die Blattenstrasse sowie der Marktplatz sollen neu gestaltet werden, um Sicherheit und Lärmschutz zu gewährleisten und die Strassenzüge städteplanerisch aufzuwerten. Das hat der Natischer Gemeinderat beschlossen. Er stimmt damit im Grundsatz dem Auflageprojekt des Kantons zu.
Von German Escher
Seit längerem fordern vor allem Anwohner an der Blattenstrasse Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Lärmschutzes. Messungen des Kantons entlang der Bahnhofstrasse, Belalp-strasse und der Blattenstrasse haben denn auch ergeben, dass der Immissionsgrenzwert insgesamt an 63 Punkten überschritten wird. An vier Orten liegen die Messwerte gar über dem Alarmgrenzwert. Die Schlussfolgerung: Die drei Strassen werden als sanierungspflichtige Anlage eingestuft.
Tempo wird reduziert
Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, hat der Kanton ein entsprechendes Sanierungsprojekt ausgearbeitet und im November aufgelegt. So sollen die drei Strassen nicht nur neu gestaltet, sondern künftig auch mit tieferen Geschwindigkeiten befahren werden. An der Bahnhof- und der Belalpstrasse würde Tempo 30, an der Blattenstrasse Tempo 40 eingeführt. Der neugestaltete Marktplatz gilt künftig als Begegnungszone und darf deshalb nur mit 20 Stundenkilometern passiert werden. Weitere Massnahmen sind die sogenannten Fussgängernasen. Es sind dies Ausbuchtungen, welche zu einer Verengung der Fahrbahn führen und so den Automobilisten zwingen, seine Geschwindigkeit zu drosseln. Schliesslich soll bei der Ortseinfahrt an der Blattenstrasse eine Verkehrsinsel gebaut werden und den Fahrzeuglenker daran erinnern, dass ab dieser Pforte Tempo 40 gilt.
31 Einsprachen
Gegen das Auflageprojekt gingen 31 Einsprachen ein. Zum einen wehrten sich Automobilisten aus Mund und touristische Kreise aus Blatten gegen die Massnahmen, die darin eine erschwerte Zufahrt sehen. Zum andern bemängeln auch Anwohner an der Blattenstrasse die Fussgängernasen, welche in einer Testphase auf die Fahrbahn gepinselt und mit einem Pflock markiert wurden. Dies führte bei Fahrzeuglenkern und Anwohnern zu Unmut, weil zahlreiche Automobilisten im Engpass auf den Gehsteig ausgewichen sind.
Rat gegen Fussgängernasen
Der Gemeinderat hat das Projekt und die Einsprachen an seiner letzten Sitzung behandelt. Laut Gemeindepräsident Manfred Holzer lehnt der Rat die vorgeschlagenen Fussgängernasen ab. Aufgrund der Ergebnisse während der Testphase und den negativen Erfahrungen an anderen Fahrspurverengungen wie etwa an der Weingartenstrasse, teilt der Rat die grosse Skepsis der Einsprecher. Er schlägt deshalb den kantonalen Stellen vor, Alternativmassnahmen zu prüfen. Laut Holzer wäre beispielsweise eine permanente Tempokontrolle denkbar, die dem vorbeifahrenden Autobmobilisten auf einer Leuchttafel die eigene Geschwindigkeit anzeigt und diesen so motiviert, entsprechend langsamer zu fahren. An der vorgeschlagenen Temporeduktion und dem Bau einer Eingangspforte an der Blattenstrasse hält der Rat fest.
Eine Chance für Naters
Gemeindepräsident Holzer bezeichnet das Projekt als „eine Chance für Naters“. Die Bahnhof- und Belalpstrasse werden durch neue Strassenbelage, Bepflanzungen und Beleuchtungen klar aufgewertet. Durch die Neugestaltung des Marktplatzes, die den Fussgängern und den Restaurants mehr Platz bietet, soll eine wirkliche Begegnungszone entstehen. Da es sich hier um einen klaren Mehrwert handelt, muss die Gemeinde die diesbezüglichen Kosten in der Höhe von 550`000 Franken selber übernehmen. Die Gesamtkosten der Strassensanierung dürften sich auf 2,5 Millionen Franken belaufen. Der Löwenanteil geht über den Kanton. Die Restkosten werden gemäss ordentlichem Verteilschlüssel von den interessierten Gemeinden getragen. Holzer hofft, dass die ersten Arbeiten an der Bahnhofstrasse bereits 2006 ausgeführt werden.
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