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Genfer und Walliser Tourismuskreise prüfen eine Kandidatur für die
Olympischen Winterspiele 2018
Walliser Olympia-Traum lebt weiter


 

Sitten / Genf / Die Olympischen Winterspiele 2018 sollen in Genf und im Wallis stattfinden. Dieses Ziel verfolgen Tourismuskreise, wie Urs Zenhäusern, Direktor von Wallis Tourismus, gegenüber der RZ bestätigt: „Es finden entsprechende Vorabklärungen statt.“

Von German Escher

Wenn nächste Woche in Turin die Olympischen Winterspiele eröffnet werden, dürfte in manchem sportbegeisterten Walliser nebst Freude auch ein wenig Wut hoch steigen. Denn nach wie vor sind viele überzeugt: Eigentlich müssten die Spiele 2006 im Wallis stattfinden. Doch das IOC hat am 19. Juli 1999 anders entschieden: Nicht die in Fachkreisen favorisierte Walliser Kandidatur, sondern die Fiat-Stadt Turin hat damals das Rennen gemacht. Eine Woche vor den Spielen ist in Turin vom Olympischen Geist wenig zu spüren. Statt Euphorie präge Baulärm das Stimmungsbild, berichten Turinreisende unisono. Bleibt die Frage: Hätten wir es geschafft, innert sieben Jahren alle Sportstätten zu errichten und die Autobahn fertig zu bauen?

Erneuter Anlauf?
In Turin will sich das Wallis als fairer Verlierer präsentieren und im House of Switzerland die Werbetrommel für den nahegelege­nen Tourismuskanton schwingen. Etwas leiser werden im Hintergrund bereits die Fäden für das nächste Olympia-Abenteuer gezogen. Laut RZ-Recherchen sind im Frühjahr 2005 Genfer Tourismuskreise mit der Idee einer gemeinsamen Olympiakandidatur für 2018 auf die Walliser zugekommen. Seither haben regelmässige Sitzungen stattgefunden. „Wir sind in einer Phase der Vorprüfung“, bestätigt Urs Zenhäusern, Direktor von Wallis Tourismus, der RZ. Doch das Thema scheint hoch aktuell zu sein. Die letzte Gesprächsrunde fand erst vergangene Woche statt.
Bleibt die Frage, ob nach den gescheiterten Kandidaturen 2002 und 2006 die Erarbeitung eines neuen Dossiers überhaupt sinnvoll ist. „Ganz klar“, meint dazu Urs Zenhäusern. „Olympische Spiele müssen für den Tourismuskanton Wallis immer ein Thema sein. Es macht also durchaus Sinn, eine Kandidatur für 2018 zu prüfen.“

Ideale Kombination
Zenhäusern beurteilt die Chancen durchaus als postiv. Nach Vancouver 2010 dürften die Winterspiele 2014 wohl in Asien stattfinden. Für 2018 hätte Europa wiederum die besten Chancen. Mit Genf als Host City würde die neue Schweizer Bewerbung auch über eine Kandidaturstadt mit internationaler Ausstrahlung und genügend Beherbergungskapazität verfügen. Vorstellbar wäre laut Zenhäusern, dass alle Hallensportarten im Raum Genf durchgeführt würden. Für Freiluftwettkämpfe kämen vor allem Walliser Wintersportstationen in Frage. Zenhäusern ist denn auch überzeugt: „Im Vergleich zu anderen Olympia-Austragungsorten stellen die Distanzen für eine Genfer-Walliser Kandidatur kein Problem dar.“

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