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St. German / Die Senkungen, die aufgrund des Baus des NEAT-Basistunnels in St. German entstanden sind, verursachten Sachschäden an Gebäuden und Infrastruktur von über 10 Millionen Franken. Das bestätigt Peter Teuscher, Direktor der BLS-Alptransit, welche für die Instandstellung vollumfänglich aufkommt. Bis Ende Jahr soll die aufwändige Dorfsanierung weitgehend abgeschlossen sein.
Von German Escher
„Dieses Jahr haben wir noch einiges vor“, meint Gemeindepräsident Daniel Troger auf dem Rundgang durch St. German. Die gesamte Infrastruktur, Wasser und Kanalisation in der Dorfstrasse wurde bereits ersetzt. Der provisorische Asphalt soll noch durch eine neue Pflästerung ersetzt werden. An der Gasse am Bach haben die Sanierungsarbeiten dieser Tage begonnen. Die Kosten übernimmt vollumfänglich die BLS Alptransit. Die Gemeinde kommt im Gegenzug für einzelne Reparaturen in den Seitengassen auf. „Diese Vorgehensweise erleichtert die Sanierung. Und niemand kommt zu kurz“, erklärt Ressortchef Kurt Salzgeber und verweist auf die umfangreichen Schadensprotokolle.
217 Eigentümer betroffen
Aufgrund der Bauarbeiten im neuen Lötschbergbasistunnel senkte sich der Boden im Dorf St. German vor fünf Jahren bis zu 26 Zentimeter. Nebst der Infrastruktur der Gemeinde waren 217 Eigentümer in 137 Liegenschaften, acht davon schwer, betroffen. Und das in einem Dorf mit 350 Einwohnern. „Der Schaden ist flächendeckend“, erklärt auch Daniel Troger, der die „sehr gute und transparente Zusammenarbeit“ mit der BLS Alptransit hervorhebt. „Wir, beziehungsweise unsere Versicherung, kommen für den Schaden vollumfänglich auf. Für Gemeinden und Private gibt es keine Restkosten“, versichert Peter Teuscher, Direktor der BLS Alptransit, gegenüber der RZ. Doch wie hoch wird dieser Schaden tatsächlich sein? „Das lässt sich noch nicht definitiv sagen. Aber es werden über 10 Millionen Franken sein.“
Bereits 102 Fälle abgeschlossen
Laut Auskunft des mandatierten Architekturbüros sind 102 der 137 Fälle erledigt. Rund die Hälfte der Eigentümer haben sich für eine Pauschalentschädigung ausgesprochen, die restlichen Gebäude wurden saniert. In den nächsten Wochen werden zwölf neue Baustellen in Angriff genommen. Die betroffenen Eigentümer hätten sehr viel Verständnis und Geduld gezeigt, heisst es seitens der Bauleitung. Dank der zeitlichen Staffelung konnten denn auch alle Bauarbeiten an Betriebe aus der Region vergeben werden. Die paritätische Arbeitsgruppe mit Vertretern der BLS Alptransit, der Gemeinde und den privaten Eigentümern, sowie die Unterstützung durch die ETH in Lausanne, haben die Dorfsanierung erleichtert. Bis Ende Jahr sollen die Infrastruktur und Gebäude der Gemeinde vollständig instandgestellt sein. Für die abgegangene Trinkwasserquelle soll Wasser aus dem NEAT-Tunnel hochgepumpt werden. Zudem werden die Messungen im Dorf weitergeführt. Einzig im Hauptsenkungsgebiet sind noch Bewegungen feststellbar – und das im Millimeterbereich. BLS Alptransit-Chef Peter Teuscher ist überzeugt: „Folgeschäden sollte es keine geben.“
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