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Leuk-Stadt / Eine freistehende Abwasserleitung in Leuk sorgt für heisse Köpfe. Weil die Leitung oberirdisch geführt wird und immer wieder kaputt geht, liegen die Fäkalien frei auf dem Boden herum. Eine Sauerei inmitten einer Wohnzone.
Von Walter Bellwald
Die leidige Geschichte dauert nunmehr dreieinhalb Jahre. Damals, im September 2002, kaufte Familie Pfammatter ein nagelneues Einfamilienhaus am Rande von Leuk, im Orte genannt Rotkreuz. Was die Pfammatters nicht wussten: Ihre Abwasserleitung war oberirdisch verlegt, weil sich der angrenzende Reblandbesitzer dagegen wehrte, dass die Leitung durch sein Grundstück gezogen wurde.
Schriftliche Ermahnung
Schon im ersten Winter folgte die Bescherung: Durch die kalten Temperaturen brach das Abwasserrohr entzwei. Die Folge: Die Fäkalien landeten auf dem angrenzenden Grundstück statt in der Kanalisation. Daraufhin wurden die Pfammatters ein halbes Jahr nach ihrem Einzug von der Gemeinde schriftlich ermahnt, die Sache in Ordnung zu bringen und ihre Abwasserleitung innert nützlicher Frist fachgerecht zu verlegen. „Wir waren wie vor den Kopf gestossen“, erinnert sich Bernhard Pfammatter. „Schliesslich haben wir allein für den ARA-Anschluss Gebühren und die erforderlichen Bewilligungen rund 25’000 Franken bezahlt.“ Demzufolge teilten sie der Gemeinde mit, dass für die Überbauung der zuständige Architekt verantwortlich sei.
Hin und Her
Im November 2003, fünf Monate nach dem Schreiben der Pfammatters, forderte die Gemeinde den zuständigen Architekten in einem Schreiben auf, die „hängigen Arbeiten“ bis zum 31. März 2004 zu erledigen. „Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist behalten wir uns vor, die Leitungen auf Ihre Kosten zu entfernen, was einem ‚Wohnverbot’ gleichkäme.“ Doch nichts geschah: Weder wurde die Abwasserleitung in den Boden verlegt noch wurden die Leitungen von der Gemeinde, wie angedroht, entfernt. Ein knappes Jahr später, im März 2005, ein weiterer Versuch der Gemeinde, die leidige Angelegenheit ins Lot, sprich, unter den Boden zu bringen: Abermals wurde der Architekt schriftlich aufgefordert, „die Leitungen endlich einzugraben“ mit dem Hinweis, „uns diesbezüglich bis zum 31. März 2005 zu informieren“. Aber auch diese Frist verstrich nutzlos.
Einigung in Sicht?
Inzwischen hat sich das stinkende Schauspiel wiederholt: Die Abwasserleitung wurde zwar repariert, ging aber infolge der Temperaturschwankungen wieder kaputt. Jetzt haben die Pfammatters die Nase endgültig gestrichen voll: „Wir haben das ewige Hin und Her allmählich satt. Inzwischen überlegen wir uns sogar, ob wir wegziehen sollen“, meint Brigitte Pfammatter resigniert. Bei der Gemeinde Leuk gibt man sich zurückhaltend: „Wir sind auch nicht glücklich mit der momentanen Situation. Wenn sich in dieser Angelegenheit nichts tut, müssen wir uns rechtliche Schritte überlegen“, sagt der zuständige Gemeinderat Erno Grand. Währenddem fühlt sich der Architekt im Stich gelassen: „Die Gemeinde hat mir ihre Unterstützung zugesichert, um mit dem Reblandbesitzer eine Einigung zu erzielen, damit die Leitungen verlegt werden können. Bis heute hat sich aber nichts getan.“ Während sich Gemeinde und Architekt gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, geben sich die Reblandbesitzer wortkarg: „Wir wollen nicht, dass unser Grundstück durchquert wird.“ Dennoch sei man gewillt, sich mit den Parteien zusammen zu setzen. „Wir lassen mit uns reden.“
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