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Rhonekorrektur und Entlastungsstrasse Brigerbad–Baltschieder
wird im Mai aufgelegt

Positive Signale aus Lalden


 

Lalden / Nach zweijähriger Planungsarbeit steht man kurz vor dem Durchbruch: Das Jahrhundertprojekt der Rhonekorrektur und die langersehnte Entlastungsstrasse von Brigerbad über Lalden bis Baltschieder werden gemäss RZ-Recherchen im Mai aufgelegt. Und die Chancen auf eine Realisierung stehen besser als auch schon. Aus der hauptbetroffenen Gemeinde Lalden sind vorsichtig positive Signale zu vernehmen.

Von German Escher

„Wir werden das Projekt Rhonekorrektur Brigerbad-Baltschieder im Mai öffentlich auflegen“, bestätigt Projektleiter Toni Arborino. Diesem Abschnitt kommt aus Sicherheitsgründen innerhalb der Rhonekorrektur im Oberwallis höchste Priorität bei. Der Grund: Das Schadenpotenzial der Lonza wird bei einem extremen Hochwasser von den Fachleuten auf rund zwei Milliarden geschätzt.

Zugeständnisse gemacht
Vergangene Woche fand die letzte Sitzung der Begleitgruppe statt, in der Gemeinden, Interessensverbände und Industrie vertreten waren. „Die zweijährige Planung war ein partizipativer Prozess“, betont Arborino. Man habe verschiedene Zugeständnisse gemacht und Optimierungen vorgenommen. Im Rahmen der Projektauflage soll die Öffentlichkeit im Detail informiert und allenfalls ein Tag der offenen Tür zum Thema durchgeführt werden.

Lalden verliert vier Hektaren
Am stärksten betroffen ist Lalden. „Wir haben durch unsere aktive Mitarbeit einige Verbesserungen erreicht“, erklären Gemeindepräsident Georges Schnydrig und sein Vizepräsident Gabriel Jossen im Gespräch gegenüber der RZ. Trotzdem bringt die kleine Gemeinde grosse Opfer. Auf dem Abschnitt Brigerbad bis östlich der Lonza wird das Rhonebett auf rund 40 Meter nach Norden erweitert. „Wir verlieren durch die Rhoneverbreiterung und die Entlastungsstrasse rund vier Hektaren Land“, stellt Jossen fest. Der Grossteil ist Landwirtschaftszone, der Rest ist in der Zone öffentlicher Bauten. Trotzdem: Die Gemeinde ist mit der Verbreiterung, soweit sie die sicherheitsrelevanten Aspekte beinhalten, einverstanden. „Die erhöhte Sicherheit der Chemiewerke ist auch in unserem Interesse“, erklärt Schnydrig. Allerdings will die Gemeinde auch Klarheit über den Schutz der Chemieanlagen der DSM sowie der Dörfer Lalden und Brigerbad am rechten Rhoneufer. Die Gemeinde Lalden lässt deshalb gemeinsam mit der Stadtgemeinde Brig-Glis durch ein unabhängiges Büro die Durchflussmengen des erweiterten Rhonebettes prüfen.

Entlastungsstrasse als Chance
Mit dem grundsätzlichen Einverständnis zur rund sechs Meter breiten Entlastungsstrasse löst Lalden ein altes Versprechen ein. Die Gemeinde Lalden hat immer zugesagt, für eine Enlastungsstrasse Hand zu bieten, wenn die Südumfahrung definitiv beschlossen ist. Jetzt hat man mit dem Bau der A 9 begonnen. Mit der Inbetriebnahme ist aber erst in zehn Jahren zu rechnen. Und solange wäre auch Lalden gegen den Schleichverkehr durchs eigene Dorf beinahe machtlos. „Eine Entlastungsstrasse ist auch in unserem Interesse“, schlussfolgert der Gemeindepräsident und verweist auf die erreichten Optimierungen, so beispielsweise im Bereich Lärmschutz. Die Entlastungsstrasse wird am Fuss des neuen Rhonedamms erstellt und erleichtert damit die Anschlüsse zu den eigenen Erschliessungszonen. Die Dammkrone entlang des breiteren Rhonebettes soll den Fussgängern und Velofahrern vorbehalten bleiben.

Einsprachen nicht ausgeschlossen
Die Gemeinde Lalden wartet jetzt die Ergebnisse der Prüfung der Durchflussmengen ab. Sind diese mit dem Projekt kompatibel, wird die Gemeinde mit dem Projekt im Grundsatz einverstanden sein. Aber erst wenn das Detailprojekt aufliegt, wird sich zeigen, ob die Gemeinde mit einer vorsorglichen Einsprache Nachbesserungen fordern wird. Und wie ist die Stimmung im Dorf? „Viele Leuten sehen ein, dass es eine Lösung braucht“, sind Schnydrig und Jossen überzeugt. Sie hoffen, dass der Kanton im Rahmen der Projekt-auflage auch einen klaren, verbindlichen Bauplan präsentiert, welcher die vorgesehenen Bauetappen definiert. „Dann haben wir auch gegen den raschen Bau der Entlastungsstrasse nichts einzuwenden.“

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