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Brig / Jugendliche mit einem besonderen Betreuungsbedürnfnis ausserkantonal zu platzieren, ist in mehrerer Hinsicht keine ideale Lösung. Ab 2008 soll daher im Mannhaft-Stockalperschlösschen in Brig ein Erziehungsheim mit zehn bis zwölf Plätzen entstehen.
Von Rahel Escher
RZ-Leser wissen: Im Oberwallis fehlt es an einem geeigneten Betreuungsangebot für Jugendliche mit Sucht- oder psychosozialen Problemen und/oder schweren Verhaltensdefiziten. Die bisher einzige Institution ist das Jugendwohnheim Anderledy. Es fehlt jedoch ein Jugendwohnheim mit Ganztagesbetreuung. Eine neue Einrichtung, die das bereits vorhandene Angebot des Jugendwohnheims Anderledy ergänzt.
Bedürfnis seit langem bekannt
Sowohl Bund wie Kanton haben das Bedürfnis erkannt. Im kantonalen Jahresbericht wird seit Jahren auf diesen Mangel hingewiesen. Frühere Projekte in Zwischbergen und Betannia/Bürchen sind aus verschiedenen Gründen gescheitert. Nun befasst sich eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Bundesamtes für Justiz, der kantonalen Dienststelle für Jugend, des Jugendwohnheims Anderledy und der Gemeinde Brig-Glis, mit der Ausarbeitung eines Konzepts. Der Auslöser: Das Mannhaft-Stockalperschlösschen aus dem 17. Jahrhundert in den Mattini oberhalb Brig ging als Schenkung an die Stadtgemeinde Brig-Glis. Die Auflage war, diese Liegenschaft im Interesse der Öffentlichkeit zu nutzen. Eine Auflage, die das geplante Heim erfüllen würde.
Nur Vorteile
Momentan sind acht Jugendliche aus dem Oberwallis in Institutionen ausserhalb der Kantonsgrenze platziert. Eine solche Institution im Oberwallis würde nur Vorteile mit sich bringen: Zum einen würde es die Zusammenarbeit mit den Angehörigen, Behörden und Sozialstellen erleichtern. Zum anderen würden Arbeitsplätze geschaffen werden. Und auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu vergessen. Ausserkantonale Platzierungen sind teuer. „Durchschnittlich kostet eine solche Platzierung 400 Franken am Tag. Zwei Drittel davon gehen zu Lasten der Gemeinde“, erklärt Walter Schnyder von der kantonalen Dienststelle für Jugend.
Abklärungen laufen
Gemäss RZ-Recherchen soll anfangs 2007 ein konkretes Konzept präsentiert werden. Dieses sieht zehn bis zwölf Betreuungsplätze für Jugendliche beider Geschlechter vor. „Für dieses sozialpädagogische Konzept gilt es aber zunächst noch die Trägerschaft und Finanzierung abzuklären und zu regeln, für wen das Heim konkret gedacht ist“, erklärt Esther Waeber-Kalbermatten, Briger Gemeinderätin und Mitglied der Arbeitsgruppe. Die genauen Kosten seien zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genau bezifferbar. Sowohl die Investitionen wie auch der spätere Betrieb werden von Bund und Kanton massgeblich subventioniert.
Positive Vormeinung
Mit der Umsetzung müsse bis 2008 gewartet werden, da bis dahin das Moratorium des Bundesamtes für Justiz laufe. Aufgrund der bisherigen Arbeiten hat der Staatsrat eine positive Vormeinung abgegeben. Auch der Bund steht dem Projekt positiv gegenüber. Im Herbst dieses Jahres soll der Grosse Rat den Kredit für das Erziehungsheim im Mannhaft-Stockalperschlösschen sprechen. Und das Oberwallis wäre einer längst fälligen Einrichtung einen grossen Schritt näher.
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