|
Visp / Eyholz / Vorläufige Patt-Situation im Schulstreit zwischen Visp und Eyholz: Die Sechstklässler werden weiter in Visp unterrichtet, derweil in Eyholz die fünfte Klasse weiterbestehen soll.
Von Walter Bellwald
RZ-Leser wissen: Die Klassenaufteilung für das kommende Schuljahr sorgte in den beiden Ortschaften die eine politische Gemeinde bilden, für heisse Köpfe. Während die Eyholzer eine Klasse mehr wollten, sollten nach dem „Visper Modell“ auch die Fünftklässler nach Visp transferiert werden.
Keine Neuerung
Jetzt haben die Schulbehörden entschieden: Auch im nächsten Schuljahr soll sich an der Klassenaufteilung nichts ändern. Während die Eyholzer Sechstklässler nach Visp zur Schule gehen, bleibt die erste bis fünfte Klasse im Ort. Das Problem: Im nächsten Schuljahr werden in der 3./4. und 5. Klasse insgesamt 26 Kinder unterrichtet. Darum wurde beim Staat das Gesuch um ein Lehrer-Zusatzpensum eingereicht.
Wiedererwägungsgesuch
Dieser Entscheid stösst bei der Eyholzer Elternschaft auf Unverständnis. „Die Visper Schulbehörden glauben, dass sie uns damit entgegenkommen. Dem ist aber nicht so“, ereifern sich Eyholzer Eltern. 26 Schulkinder in einer Klasse zu unterrichten, sei pädagogisch nicht sehr sinnvoll, halten sie fest. Jetzt haben die Eyholzer ein Wiedererwägungsgesuch an die Gemeinde Visp und den Kanton gestellt. Dies umso mehr, als der Staat eine Lösung vorgeschlagen hat, die anhand der Schülerzahlen für Eyholz drei selbstständige Abteilungen (1./2., 3./4. und 5./6. Klasse) vorsieht. Franz Weissen, Adjunkt für das Unterrichtswesen, bestätigt diesen Vorschlag: „Eine solche Variante würde durchaus Sinn machen, vor allem für die Eyholzer.“ Was der Elternbewegung Eyholz besonders sauer aufstösst, ist die Tatsache, dass ihnen diese Variante nie aufgezeigt wurde. „Es wäre die beste und zugleich kostengünstigste Lösung. In all den Gesprächen mit den Schulbehörden war aber nie die Rede davon“, so der Tenor.
Variante geprüft
Demgegenüber wehrt sich der Visper Schuldirektor Bruno Schmid gegen diesen Vorwurf. „Wir haben diese Variante, die sehr spät aufgeworfen wurde, in der Schulkommission eingehend diskutiert und pädagogisch als nicht zumutbar befunden.“ Das Problem: Dadurch müsste in Visp eine Mehrstufenklasse eingeführt werden. Die Folge davon wäre eine Klassendurchmischung auf der 4. Primarschulstufe mit insgesamt vier Klassen. „Das ist sehr aufwändig und dient letztendlich niemandem. Am allerwenigsten den Kindern“, meint Schmid. „Darum haben wir uns entschlossen, die Eyholzer Sechstklässler in Visp zu behalten und in Eyholz zwei Klassen zu führen, wobei die Lehrperson der 3. bis 5. Primarklasse mit einem Zusatzpensum in den Hauptfächern entlastet wird. Dies wurde den Eltern schriftlich mitgeteilt.“
Ihre
Meinung interessiert uns!
|